Solaranlagen können Teil der Energiewende sein.
+
Solaranlagen können Teil der Energiewende sein.

FFB, STA, LL

Verbund aus drei Landkreisen: Energieagentur soll Ziel 21 ersetzen

  • Thomas Steinhardt
    VonThomas Steinhardt
    schließen

Auf dem Weg zur Gründung einer landkreisübergreifenden Energieagentur ist Fürstenfeldbruck einen Schritt weiter gekommen. Sie wäre quasi die Nachfolge-Organisation für den Energiewendeverein Ziel 21.

Fürstenfeldbruck – In einem Grobkonzept sind die Aufgaben der Klima-Agentur der Kreise Bruck, Landsberg und Starnberg bereits definiert. Es sind dies die Energieberatung beziehungsweise Öffentlichkeitsarbeit, systematischer kommunaler Klimaschutz, die Entwicklung eines regionalen Bündnisses mit Unternehmen und Dienstleistungen für ein kommunales Energiemanagement. Weitere Aufgaben könnten dazu kommen.

Als Anschubfinanzierung schwebt den Partnern eine Summe von 50 000 Euro aus jedem Kreis vor, wobei auch Fördersummen aus dem Wirtschaftsministerium in Anspruch genommen werden sollen. In Folge müssten die Kreise jährliche Beiträge leisten, die sich an den Einwohnerzahlen orientieren. Das hieße: Bruck zahlt etwas mehr als 200 000 Euro im Jahr, Landsberg 109 000 Euro und Starnberg 124 000 Euro.

Klimaschutz: Ziel 21 soll in Agentur aufgehen

Der Verein Ziel 21, der sich seit vielen Jahren im Landkreis Bruck um die Energiewende bemüht, soll in der Energieagentur aufgehen. Um Verwechslungen oder Doppelstrukturen zu vermeiden, soll der Name Ziel 21 dann gänzlich von der Bildfläche verschwinden, wie der aktuelle Ziel-21-Chef Gottfried Obermair jetzt im Kreisausschuss sagte. Dort stieß das Konzept auf einhellige Zustimmung. Aus Sicht des Landkreises fallen damit auch die aktuellen Kosten für Ziel 21 weg. Die Gegenfinanzierung der Klima-Agentur-Kosten werde im Wesentlichen durch die Finanzmittel von Ziel 21 erfolgen, heißt es in dem Konzept.

Gegründet wird die Agentur wegen des fortschreitenden Klimawandels. Klimaschutz und Energiewende entwickelten sich nur schleppend. Jetzt sei es sinnvoll, sich anspruchsvolle Ziele zu setzen. Das Papier nimmt auch Bezug auf den Klima-Beschluss des Bundesverfassungsgerichts. Insgesamt erhofft man sich eine Bündelung der Kräfte und eine dadurch erhöhte Schlagkraft.

Deutliche Klimaschutzsprache

Martin Runge (Grüne) lobte das Konzept und dessen deutliche Klimaschutz-Sprache. Mobilität und Verkehr seien in diesem Zusammenhang jedoch mit der größte Knackpunkt. Deshalb sollten sie aufgenommen werden. Christoph Maier (SPD) kritisierte, dass man „unfassbar spät dran“ sei mit der Gründung der Agentur. Er äußerte die Sorge, dass ein „weiterer Laber-Club“ gegründet werde, da die Agentur keinerlei operative Aufgaben habe. Maier warnte: „So geben wir Geld aus und passieren tut gar nichts.“

„Es brennt lichterloh und wir diskutieren immer noch, wie wir die Löschmannschaft zusammenstellen.“

Christoph Maier (SPD)

Maier forderte mehr operative Aufgaben, womit er ganz konkrete Projekte meint. „Es brennt lichterloh und wir diskutieren immer noch, wie wir die Löschmannschaft zusammenstellen.“ Max Keil (ÖDP) sagte, die Ehrenamtlichen, die sich in Ziel 21 engagieren, müssten weiter arbeiten dürfen. Und Martin Runge gefiel Maiers Wort vom „Laberclub“ nicht so gut. Dass die Klimaziele nicht erreicht wurden, liege nicht an Ziel 21, deren Akteuren Runge ausdrücklich dankte.

Klimaschutz: Start der Agentur schon im Jahr 2022?

In der zweite Phase des Gründungsprozesses wird es auch um Personal und Finanzierung gehen. Die Agentur wird möglicherweise als GmbH gegründet. Ein Vorsitzender der Gesellschafterversammlung könnte dann als Repräsentant auftreten.

Landrat Karmasin bezeichnete die Rechtsform, mit der man für den Klimaschutz arbeite, als letztlich egal. Entscheidend sei, wie viele Menschen mit wie viel Geld sich für das Ziel einsetzten. Der Vorteil liege in der Zusammenarbeit mit anderen Kreisen, ansonsten sei der Inhalt deckungsgleich mit dem von Ziel 21. Der Beschluss pro Agentur fiel im Kreisausschuss einstimmig. Die Energieagentur soll, so die Abstimmung mit den Nachbarn klappt, im Jahr 2022 loslegen.

Auch interessant: Mammendorf legt angedachtes Windrad auf Eis.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare