In einer Vier-Zimmer-Wohnung proben (v.l.) Davor Colner, Michael Wilke, Lydia Fischer, Peter Storner und Kay Müller von der Band „Maikay & Friends“ ihre rund 300 Coversongs.
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In einer Vier-Zimmer-Wohnung proben (v.l.) Davor Colner, Michael Wilke, Lydia Fischer, Peter Storner und Kay Müller von der Band „Maikay & Friends“ ihre rund 300 Coversongs.

Fürstenfeldbruck

Partyband träumt vom Altstadtfest

  • Peter Loder
    VonPeter Loder
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Sie sind im gereiften Alter, haben ihre wilden Jahre hinter sich und wollen noch mal richtig durchstarten. Die fünf Musiker von „Maikay & Friends“ haben ein großes Ziel: das Partyvolk rocken. Bester Schauplatz dafür wäre die Premium-Bühne beim Altstadtfest 2022 am Marktplatz – ein Traum, der wahr werden soll.

Fürstenfeldbruck – Acoustic-Rock im Indie-Pop-Stil der 1980er- und 90er-Jahre – so bezeichnen „Maikay & Friends“ die musikalische Ausrichtung, die auf Songs der britischen Erfolgsgruppe „Oasis“ basiert. Rund 300 Lieder hat die am 31. August 2014 gegründete Cover-Band mittlerweile im Repertoire. Texte und Melodien werden mit Lernvideos gepaukt. Just im verflixten siebten Jahr fühlen sie sich nun als eingespieltes Team, um die Herzen der regionalen Musikfans zu erobern. Mit zwei umjubelten Auftritten im Stadtbiergarten wurden erste Duftmarken gesetzt.

Alle Fäden laufen bei den Probeabenden zusammen. Obwohl im dicht besiedelten Zentrum der City, merkt keiner der Nachbarn, was sich jeden Mittwochabend in der Vier-Zimmer-Wohnung von Gitarrist Michael „Mike“ Wilke (64) am Amperufer oft bis in die tiefe Nacht lautstark abspielt. Der Gebäudekomplex ist so abgeschottet, dass Kay Müller (49) seine unbändige Stimmkraft („Sie wurde mir in die Wiege gelegt“) voll entfalten, Leadsängerin Lydia Fischer (51) die Töne treffen, Drummer Peter Storner (62) dröhnen und Gitarrist Davor Colner (53) die Bässe wummern kann. In dieser Besetzung spielt das Quintett erst seit April zusammen.

Gesucht und gefunden haben sich die Gründungsmitglieder Wilke (aufgewachsen in Hannover) und der gebürtige Wittenberger Müller zwar in Fürstenfeldbruck, doch ihr musikalisches Vorleben spielte sich weit voneinander entfernt ab. Mike tingelte als Straßenmusiker durch Europa, lockte auf der Kölner Domplatte mit „The Wall“ von Pink Floyd mehrere Hundert Zuhörer an, füllte so die Spendentasche („Ich hatte Geld ohne Ende“) und fuhr nach Paris. Dort wurde er in einem Hotel betäubt und ausgeraubt.

Wilke fand sein vermeintlich neues Glück in Mittelamerika. In Honduras betrieb er eine Strandbar („Mit 18 Metern Länge die längste im Land“) und wehrte sich gegen jugendliche Straßengangs, ehe er 1998 von Hurrikan „Mitch“ vertrieben wurde. Der Wirbelsturm vernichtete seine gesamte Existenz.

Müller lebte lange in der nordrhein-westfälischen Kleinstadt Datteln und tingelte als Alleinunterhalter durch den Ruhrpott. Eigentlich als Pausenfüller engagiert, riss er bei einem Rockfestival mehrere Tausend Zuschauer vom Hocker. Tags darauf zierte Müller die Titelseite der auflagenstärksten Zeitung in NRW. Nachdem seine erste Ehefrau früh verstorben war, zog er mit seinen drei Kindern nach Bruck und wurde Kundenberater bei Erdgas Südbayern.

Das Schicksal führte die beiden zusammen, die Musik schenkte ihnen neue Lebenskraft. Erste Auftritte spielten sie in „Jeany’s Pub“ an der Münchner Straße, das Wilke und seine damalige Lebensgefährtin führten. Denn im Spielsalon wurde eine kleine Bühne aufgebaut – und dieser mauserte sich an den Wochenenden zu einer von Bands und Zuhörern beliebte Musikkneipe.

Als Mike und Kay herausgefunden hatten, dass sie die gleichen musikalischen Interessen hatten, war der Weg frei zur Band-Gründung: „Maikay“ – eine Kombination aus den Vornamen, wobei Mike als erster Wortteil so geschrieben wie gesprochen wird – trat zunächst als Duo auf. Im Laufe der Zeit kamen der am Klinikum beschäftigte Krankenpfleger Davor Colner und der Klimatechniker Peter Storner dazu – und im April die singende Diplom-Sozialpädagogin Lydia Fischer.

Mit Philipp Kniess verfügt die Band sogar über einen eigenen Tontechniker. „Jetzt haben wir die Leute, die alles perfekt abrunden.“ Das Publikum scheint es zu bestätigen: Nachdem „Maikay“ im Juli und August den Stadtbiergarten gerockt haben, wurden sie lautstark zum Wiederkommen aufgefordert. Von dort ist es übrigens nur ein Katzensprung auf die große Altstadtfest-Bühne.

Gebucht werden

können Auftritte von „Maikay“ unter Telefon (01 52) 01 52 79 86.

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