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Stadtwerke: Erfolg der Windräder macht Lust auf mehr

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Von: Thomas Steinhardt

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Die beiden Windräder bei Mammendorf und Malching.
Die beiden Windräder bei Mammendorf und Malching. © Carmen Voxbrunner

Ein besonders gutes Windjahr war 2021 nicht. Trotzdem schafften es die beiden Windräder bei Malching und Mammendorf leicht, über das Soll zu kommen.

Fürstenfeldbruck – Die Stadtwerke Fürstenfeldbruck haben Lust auf mehr Windkraft – vor allem in Hinblick auf das Energiewende-Ziel 2035.

Auch wenn sich wegen der stürmischen Tage zuletzt mancher bange Blick gen Himmel gerichtet hat: Die beiden Windräder liefen wieder einmal auf Hochtouren und drehten sich mächtig. So betrachtet ein guter Start in das Jahr 2022, das windmäßig möglicherweise wieder besser wird als das zurückliegende.

Insgesamt eine Erfolgsgeschichte

Insgesamt betrachtet seien die beiden Räder eine Erfolgsgeschichte, sagt Jan Hoppenstedt, Geschäftsführer der Brucker Stadtwerke. Das Mammendorfer Rad, das als das ertragreichere von beiden gilt, erzeugte im vergangenen Jahr 5586 Megawattstunden sauberen Strom. Der vor Jahren in eher konservativer Denkweise definierte Planwert für das Rad liegt bei 5382 Megawattstunden – das Soll wurde also erneut erreicht und sogar leicht übertroffen. Die Malchinger Anlage schaffte im vergangenen Jahr 5332 Megawattstunden (Soll: 5200). Im bislang besten Windjahr – im Jahr 2019 – erzeugte Mammendorf 6691 Megawattstunden und Malching 6233.

Zur Einordnung der Zahlen: Ein Haushalt mit vier Personen verbraucht im Jahr an die 4000 Kilowattstunden Strom. Eine Windkraftanlage mit einer Leistung von um die sechs Megawatt kann theoretisch also etwa 3500 Haushalte ein Jahr lang mit Strom versorgen.

Wirtschaftlich rentabel

Wie Stadtwerke-Chef Hoppenstedt berichtet, liegt der erwirtschaftete Strompreis derzeit über der Vergütung im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Insgesamt gebe es derzeit einen hohen Strombedarf. Die beiden Räder seien auch aus wirtschaftlicher Sicht rentabel. „Wir würden das Rad sofort abschalten, wenn wir kein Geld für den Strom bekämen.“

Entsprechend dieser Analyse der seit dem Jahr 2015 laufenden Räder haben die Stadtwerke Fürstenfeldbruck Interesse, weitere Anlagen in der Region zu errichten. Hoppenstedt erinnert an das Ziel, dass die Energiewende bis 2035 im Landkreis umgesetzt werden solle. Strom würde dann ausschließlich vor Ort für den regionalen Verbrauch erzeugt (im Gebiet der Stadtwerke liegt der jährliche Bedarf bei 250 Millionen Kilowattstunden pro Jahr).

Sechs bis acht weitere Windräder wären nötig, um die Energiewende zusammen mit Wasserkraft und Photovoltaik zu schaffen, wobei Hoppenstedt bei der Wasserkraft im Landkreis keine Ausbaumöglichkeiten sieht.

Die Bilanz der beiden Windräder.
Die Bilanz der beiden Windräder. © Stadtwerke/mm

Konkrete Pläne für weitere Windräder haben die Stadtwerke laut Geschäftsführer Hoppenstedt im Moment nicht. Über Grundstücksangebote würde man sich daher freuen. Klar sei freilich auch: Ohne die betreffende Gemeinde unternehmen die Stadtwerke nichts – wie ja auch in Mammendorf und Maisach in der Vergangenheit bereits geschehen, wo die Kommunen auch finanziell an den Anlagen beteiligt sind.

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Wie Hoppenstedt berichtet, könnten moderne Windräder deutlich höher gebaut werden. Die beiden bestehenden Anlagen erreichen eine Höhe von 180 Metern, neue Anlagen könnten bis 250 Meter hoch sein. Dann würde sich die Leistung praktisch verdoppeln, denn je höher das Windrad in die Luft ragt, umso mehr Wind fangen seine Rotorblätter auf.

Sind Windräder Vogelschredder?

Hoppenstedt berichtet in diesem Zusammenhang freilich auch von den schwierigen Rahmenbedingungen für die Windkraft. Der geltende Windenergieerlass müsse relativiert werden, der Artenschutz dürfe nicht über allem stehen. Luftfahrrechtliche Hürden müssten überprüft beziehungsweise geändert werden, die 10-H-Regel müsse relativiert beziehungsweise gestoppt werden.

Außerdem fordert Hoppenstedt eine Verkürzung der langwierigen Genehmigungsverfahren von aktuell bis fünf Jahre auf dann maximal drei Jahre. Obendrein betont der Stadtwerke-Chef: Mitarbeiter würden regelmäßig in Malching und Mammendorf vorbeischauen – Vogelschredder sind die Windräder nicht.

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