Löwenbabys und Orang-Utan-Mädchen im Leipziger Zoo geboren
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Mindestens einmal hat ein Fürstenfeldbrucker Löwenbabys im Internet verkauft. 

Fall landet vor Gericht

Brucker vertickt Löwenbabys im Internet

Weil er exotische Tiere im Internet angeboten hat, landete ein Fürstenfeldbrucker vor dem Amtsgericht. Doch viele Details des verbotenen Handels blieben rätselhaft.

Fürstenfeldbruck– Der Sozialhilfeempfänger (50) hat Jahre lang aus seiner kleinen, verwahrlosten Einzimmerwohnung seltene Großkatzen teuer auf einer Internetbörse für exotische Tiere zum Verkauf angeboten. Darunter waren weiße Löwen, weiße Tiger, Pumas und Leoparden.

Mindestens einmal hat der Fürstenfeldbrucker wohl auch geliefert: ein Paar Löwenbabys. Die jungen Raubkatzen gerieten in die Schlagzeilen, weil sie 2015 aus einer Straußenfarm in Zielitz in Sachsen-Anhalt ausbrachen. Die Tiere kamen wohl aus einem osteuropäischen Zirkus. Der Angeklagte will dort eine Weile gearbeitet haben. In dieser Zeit habe er viele Kontakte geknüpft, erklärte er im Prozess.

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Der illegale Handel mit Tieren war der ganze Stolz des 50-Jährigen

Ob er noch weitere Tiere wirklich verkauft, und ob er für die Vermittlung Geld bekommen hat, ist unklar. Der illegale Handel war der ganze Stolz des 50-Jährigen. Einem Gutachter gegenüber sprach er immer wieder von seinen „internationalen Geschäften.“ Der Psychiater kam aber zu dem Schluss, dass der Brucker Schwierigkeiten hat, sich selbst und Situationen realistisch einzuschätzen. Er habe ein kindlich unrealistisches Weltbild, eine Intelligenz am Rande der Lernbehinderung und sei häufig schon überfordert, seine Wohnung zu verwalten. Grund dafür sei ein Hirnorganisches Psychosyndrom. Er sei aber immer freundlich und könne sich mündlich wie schriftlich gut ausdrücken.

Bei Wohnungsdurchsuchung werden auch Kinderpornos gefunden

Bei einer Durchsuchung der Wohnung des Angeklagten wurden zwar außer dessen Hauskatze keine Tiere gefunden, dafür aber jede Menge kinderpornografische Bild- und Videodateien. Diese hatte er aus dem Internet heruntergeladen.

Nachdem er sich in allen Punkten für schuldig erklärt hat, wurde er zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten auf Bewährung verurteilt. Außerdem muss er sich in psychiatrische Behandlung begeben. Schon früher hatte das Landratsamt dem 50-Jährigen den Tierhandel im Internet untersagt. 5000 Euro Zwangsgeld wurde ihm aber wegen seiner desolaten Finanzlage erlassen. 

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sb

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