Der Brunnen gibt dem Hof seinen Namen: Der Architekt Peter Kaifler hat die Bebauung für den Hinterhof an der Dachauer Straße entworfen. Er ist richtig mediterran, findet Wirt Antonio di Gorga (im Bild).	fotos: peter weber
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Der Brunnen gibt dem Hof seinen Namen: Der Architekt Peter Kaifler hat die Bebauung für den Hinterhof an der Dachauer Straße entworfen. Er ist richtig mediterran, findet Wirt Antonio di Gorga (im Bild).

Fürstenfeldbruck

So spannend sind Brucks Hinterhöfe: Mediterranes Flair am Brunnen

Vom idyllischen Garten zur Großbaustelle mit Wohnungen: Während einige Hinterhöfe Flair eingebüßt haben, hat der Brunnenhof sich in die andere Richtung entwickelt. Aus einem Baumaschinenlager wurde ein Hof mit Wohnungen, Restaurants und mediterranem Ambiente.

Fürstenfeldbruck – Wer von der Dachauer Straße in den Brunnenhof tritt, dem fällt zuerst das viele Grün auf. Rechts plätschert ein Brunnen. Im vorderen Teil erstreckt sich ein großes Gebäude mit Wohnungen und einem italienischen Restaurant im Erdgeschoss. Dahinter stehen vier Stadthäuser. Östlich begrenzen vier weitere Wohnhäuser den Hof. Alle Gebäude haben große Holzbalkone. Zwischen den Häusern wachsen Bäume, Sträucher und Blumen.

Gerhard Werner schneidet gerade einen Busch zu. Er wohnt schon lange dort, ist direkt nach der Fertigstellung der Neubauten im Jahr 1986 am Brunnenhof eingezogen. „Zum Glück“, wie er sagt, denn: „Die Architektur ist schön und es herrscht eine tolle Atmosphäre“, schwärmt er. „Man ist mittendrin und es ist trotzdem ruhig.“ Antonio di Gorga, Wirt des italienischen Restaurants, erinnert der Hinterhof an seine Heimat: „Es ist richtig mediterran. In Bruck gibt keinen weiteren solchen Hinterhof.“

Verantwortlich dafür ist Kaspar Hofmeier. Noch vor seiner Geburt ging das Grundstück in den Besitz seines Vaters über. Bis dahin sei die Fläche wohl noch landwirtschaftlich genutzt worden, vermutet Kaspar Hofmeier. Sein Vater aber arbeitete als Bauingenieur. Er baute einen Pferdestall in ein Wohnhaus um und nutzte die alten Scheunen als Lager für seine Baumaschinen.

Die ersten Schritte als Händler

Nach dem Tod des Vaters mietete eine Firma für Autoelektrik die Scheunen. Außerdem entstanden mehrere Garagen. In einer Ecke des Hofes gab es zudem mehrere Obstbäume. Direkt an der Dachauer Straße stand ein dreistöckiges Haus mit Wohnungen in den oberen Geschossen. Im Erdgeschoss machte Franz Xaver Klotz, der später das Amper-Einkaufszentrum (AEZ) gründete, seine ersten Schritte als Händler und eröffnete einen Lebensmittelladen. Später war dort eine Wäscherei.

So sah es früher aus: Links vorne steht das Elternhaus von Kaspar Hofmeier, dahinter die Räume der Firma für Autoelektrik. Daran schließen sich mehrere Garagen an. In der Ecke rechts oben sieht man den Obstgarten.

„Für mich stand immer fest, bis ich 50 Jahre alt bin, muss ich aus dem Grundstück etwas gemacht haben“, sagt Kaspar Hofmeier. „Ich wollte, dass ein bisschen mehr Leben in die Bude kommt.“ Also ließ er den Architekten Peter Kaifler eine Bebauung für den großen Hof entwerfen. Von 1984 bis 1986 entstand der Brunnenhof in heutiger Form. „Auch wenn viele gesagt haben, was hast du denn da hineingebaut, war ich immer überzeugt, dass der Brunnenhof wunderschön ist“, sagt Hofmeier. Er hofft, dass sich auch in den übrigen Hinterhöfen im Zentrum noch mehr bewegt, um die Innenstadt zu beleben.

Die Serie

In den Hinterhöfen mit ihren Gärten spielte sich früher das Leben ab. Einige haben sich gewandelt, einige nicht. Das Tagblatt schaut nach, wo die Zeit stehen geblieben ist und wo eine neue zweite Welt hinter der ersten Welt an der Hauptstraße entstanden ist. Auch interessant: So spannend sind Brucks Hinterhöfe: Das Biergarten-Idyll hinterm Brameshuber

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