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Wohnbau ist sehr teuer geworden.

Fürstenfeldbruck

Mehr Chancen für Baugenossenschaften

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Eine lebendige Stadt wünschen sich die Freien Wähler. Arm und Reich sollen Tür an Tür wohnen. Das Zauberwort hierfür heißt genossenschaftliches Bauen. Schon bei den nächsten, großen Projekten soll es berücksichtigt werden.

Fürstenfeldbruck An sozialverträglichem Wohnraum fehlt es in den großen Städten in Deutschland fast überall – auch in Fürstenfeldbruck. Trotz Mietpreisbremse werden zu wenige bezahlbare Wohnungen gebaut. Das will man in Fürstenfeldbruck ändern und greift dabei auf ein Modell zurück, das seinen Ursprung im vorletzten Jahrhundert hat.

Baugenossenschaften oder -gruppen erleben ihre Renaissance, so formulierte es FDP-Stadtratsmitglied Klaus Wollenberg im jüngsten Bau- und Planungsausschuss. Mitglieder von Baugenossenschaften können Anteile an preisgünstigen Wohnungen erwerben. Sie werden dann zwar keine Eigentümer, erhalten aber in der Regel ein lebenslanges Mietrecht.

Um eben dieses genossenschaftliche Bauen ging es in dem Antrag der Freien Wähler. Sie wollen dadurch eine größere „Durchmischung unterschiedlichster Bevölkerungsgruppen“ erreichen. Vorgestellt hat den Antrag FW-Stadtrat Markus Droth.

Bei genossenschaftlichem Bauen schaffe man langfristig bezahlbaren Wohnraum, startete Droth in seinen Vortrag. Daher soll bei jedem neuen Bauprojekt der Stadt über so eine Bauweise nachgedacht werden. In Form von Konzeptausschreibungen – also das beste eingereichte Modell erhält den Zuschlag – sollen Baugruppen oder Genossenschaften berücksichtigt werden.

Breite Zustimmung bei den Fraktionen

Die Idee fand breite Zustimmung bei den anderen Fraktionen. „Wir wollten auch schon so einen Antrag stellen“, sagte Vize-Bürgermeister Christian Götz (BBV). Vielleicht könne man schon bei der Bebauung des städtischen Grundstücks am Niederbronnerweg auf eine Baugenossenschaft zugehen, schlug Götz vor.

Klaus Wollenberg ging gleich noch einen Schritt weiter und brachte eine Baugenossenschaft auch bei gewerblichem Gebäuden ins Spiel. Auf der Lände könnte er sich so etwas vorstellen. Doch da bremste ihn Bauamtsleiter Martin Kornacher ein. „Wir sollten erst den städtebaulichen Wettbewerb für das Areal abwarten, bevor wir Grund für genossenschaftlichen Bau freigeben.“ Generell sehe er aber kein Problem darin, auch Gewerbegebäude genossenschaftlich zu errichten.

SPD-Stadträtin Gabriele Fröhlich warf ein, man hätte schon unter Alt-OB Sepp Kellerer über diese Variante des Bauens gesprochen und es sei nichts passiert. „Das ist damals nicht en vogue gewesen. Aber jetzt könnte man das Thema voranbringen“, antwortete ihr Droth.

Diesen Weg will der Stadtrat auch gehen. Die Verwaltung soll sich mit dem Thema befassen und ein Modell ausarbeiten, das wurde einstimmig beschlossen. Und – wie SPD-Stadtrat Ulrich Schmetz forderte – noch vor Ende der Legislaturperiode an den Stadtrat zur Beschlussfassung zurück geben.

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