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An Baustellen tun sich Radler oft schwer.

Fürstenfeldbruck

Mehr Sicherheit für Radler und Fußgänger an Baustellen

  • Andreas Daschner
    vonAndreas Daschner
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An Baustellen gibt es immer wieder Schwierigkeiten: Wo kann der Fußgänger sicher laufen? Warum endet der Radweg plötzlich?

Fürstenfeldbruck – Alexa Zierl (mittlerweile ÖDP) will sie fahrradfreundlicher gestalten. Doch das klingt leichter als gedacht.

„Das Thema treibt mich seit zwei Jahren um“, sagte Zierl im Verkehrsausschuss. Zunächst meldete sie sich im Ordnungsamt, wenn sie Probleme bei der Verkehrsführung an Baustellen entdeckte. Doch nach großen Problemen in der Schöngeisinger Straße – zur Zeit der Amperbrückensperrung – erhob sie ihr Ansinnen zum Antrag.

Breitere Wege für Radler

Zierl regte an, die Baustellen nach einem Leitfaden der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen (AGFK) zu gestalten. Diese sieht unter anderem breitere Wege für Radfahrer vor, erklärte Ordnungsamtsleiterin Birgit Thron. „Wenn es geht, machen wir das auch.“ Doch sie führte aus, dass bei einer Breite von unter 1,50 Metern der Radverkehr besser über die Straße geleitet werde. Das ziehe sie auch der Variante vor, die Radler über die Straße auf den anderen Radweg zu leiten und diesen in beide Richtungen frei zu geben.

Das angeregte Tempolimit an Baustellen sei nicht notwendig, erklärte Thron. Denn allein durch das Baustellenschild müsse der Fahrer sein Tempo anpassen. „30 Stundenkilometer könnten sogar zu schnell sein.“ Auch seien Umleitungsschilder, die die AGFK vorschlage, gar nicht rechtmäßig.

Manchmal wird ein Gehweg einfach gesperrt

Thron berichtete von anderen Schwierigkeiten bei Baustellen: So würde beispielsweise ein Gehweg gesperrt, obwohl dies gar nicht beantragt sei. Eine temporäre Freigabe der Gehwege für Radl halte sie für schwierig, eine markierte Fahrbahn für wenige Tage nicht verhältnismäßig. Dennoch wolle man genauer auf die Belange achten.

Es wird Gespräche mit dem Tiefbauamt geben, wo man eine Ankeilung anbringe, um die Radfahrer über den Bordstein auf die Straße und wieder zurück leite. Und man werde auf der städtischen Internetseite auf Baustellen hinweisen, bei denen Radfahrer betroffen sind.

Diffizile Geschichte

Es sei eine sehr diffizile Geschichte, meinte Dritte Bürgermeisterin Karin Geißler (Grüne). „Aber der Antrag hat gezeigt, dass in der Verwaltung einige Sachen klarer geworden sind.“ Denn die Baustellen- und Umleitungskennzeichnung sei bereits bei der ersten AGFK-Bereisung ein Thema gewesen. Man müsse die Beschilderung intensiver anschauen, wenn die Baustelle länger als eine Woche dauere. „Es ist ein Anstoß für die Verwaltung, über gewisse Dinge nachzudenken“, meinte Verkehrsreferent Mirko Pötzsch (SPD).

Zierl regte an, auch die Belange für Kinder, ältere Menschen sowie Geh- und Sehbehinderte mit aufzunehmen. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Verzichtet wird auf eine Dokumentation der längeren Baustellen für den Ausschuss. Dies sei zu viel Aufwand, erklärte Thron.

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