1. Startseite
  2. Lokales
  3. Fürstenfeldbruck
  4. Fürstenfeldbruck

Lastenräder, E-Scooter, Carsharing: Mobilitätsstationen nehmen nächste Hürde

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Thomas Benedikt

Kommentare

Darmstädter können E-Lastenräder leihen
Lastenräder sind Teil des Konzepts. © Symbolbild: dpa

Die Weichen für neue Mobilitätskonzepte in der Stadt sind gestellt. Car-Sharing – nach Möglichkeit mit E-Autos – E-Lastenradsharing und Mobilitätsstationen soll es schon bald in Fürstenfeldbruck geben.

Fürstenfeldbruck – Gleich drei Tagesordnungspunkte drehten sich im Ausschuss für Umwelt, Verkehr und Tiefbau (UVT) um die Frage, wie sich Menschen in Zukunft in Fürstenfeldbruck fortbewegen sollen. Das Hauptziel: Alternativen zum Auto schaffen. Und wenn man schon ein Auto nutzt, dann doch wenigstens ein E-Fahrzeug aus dem Car-Sharing. Erreicht werden soll das durch eine Reihe von Maßnahmen.

Problemlos wechseln

Da sind zum einen die Mobilitätsstationen. Das sind Verkehrsknotenpunkte, an denen der öffentliche Nahverkehr (ÖPNV) und Sharing-Angebote – ganz gleich ob Fahrrad, Auto oder E-Scooter – zusammengeführt werden. Die Nutzer sollen problemlos von einer Fortbewegungsart auf die andere wechseln können, ohne dabei das eigene Auto zu nutzen. Die Schaffung der Mobilitätsstationen wird seit 2018 unter der Federführung des Landratsamts vorangetrieben.

Mobilitätsstationen mit MVG-Leihrädern wie hier in Haar werden ab dem Jahr 2021 auch in Germering zu sehen sein.
Mobilitätsstation mit MVG-Leihrädern. © Beispielfoto: mm

Der UVT der Stadt Fürstenfeldbruck stimmte nun als Vorletzter von zehn beteiligten Kommunen einer entsprechenden Zweckvereinbarung mit dem Landratsamt zu. Jetzt fehlt nur noch Germering. Die Zweckvereinbarung ist unter anderem nötig, um umfangreiche Förderungen für das Projekt zu erhalten. Bis zu 80 Prozent sind so möglich.

Zwölf in einem Schwung

Wenn alles klappt, kann es aber ganz schnell gehen mit dem Bau der Stationen. Die ersten sollen schon 2023 im Stadtgebiet entstehen. Insgesamt zwölf sind in einem ersten Schwung geplant. Bis 2024 sollen alle verwirklicht sein. Noch nicht genug, wie einige Stadträte fanden. „Mir fehlt Aich und Puch“, meinte Martin Kellerer (CSU). Die könnten in einem zweiten Schritt kommen, erklärte Verkehrsplanerin Montserrat Miramontes. Die Stadt hatte zu Beginn der Planungen bereits eine Liste mit 20 möglichen Standorten erarbeitet, wo Aich und Puch mit dabei waren. Bei der Priorisierung auf zwölf Standorte fielen sie dann aber wieder heraus. Der Grund: zu geringes Fahrgastaufkommen.

(Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem regelmäßigen FFB-Newsletter.)

Begrünte Dächer für Rad-Abstellplätze?

Eine Absage gab es auch für Alexa Zierls (ÖDP) Anregung, die Fahrradstellplätze zu überdachen und die Dächer dann zu begrünen und mit Photovoltaikanlagen auszustatten. Vertreter der Münchner Verkehrsgesellschaft, auf deren Erfahrungen mit dem Fahrradverleih die Planer der Mobilitätsstationen setzen, hätten erklärt, dass eine Überdachung die Ortung der Fahrräder erschwere. Deshalb seien auch in Fürstenfeldbruck keine solchen Dächer geplant.

Ergänzend zu dem Landkreisübergreifenden Projekt der Mobilitätsstationen geht die Stadt aber auch eigene Wege, um die Verkehrswende voranzutreiben. Ein weiterer Ansatz dazu ist die Umstellung der dienstlichen Flotte auf Carsharing. Die Fahrzeuge stehen dann auch den Bürgern zur Verfügung, sofern sie nicht von den Stadtangestellten benötigt werden. Von mehreren Mitgliedern des UVT wurde dabei angeregt, einen möglichst großen Anteil von E-Autos für die Flotte zu beschaffen.

Und zu guter Letzt soll es auch noch ein E-Lastenrad-Sharing geben. Geplant sind vier Räder an zwei Standorten: einmal bei St. Bernhard und einmal an der Ecke Theodor-Heuss-/Konrad-Adenauer-Straße. Voraussetzung dafür ist allerdings ein positiver Förderbescheid.

Verkehrsplanerin: Lastenräder sind gefragt

Von der Einführung eines Sharingsystems für E-Lastenräder verspricht sich die Brucker Verkehrsplanerin Montserrat Miramontes viel. Die Nachfrage sei da, erklärte sie den Mitgliedern des Ausschusses für Umwelt, Verkehr und Tiefbau (UVT). Ihre Einschätzung begründete sie mit den Erfahrungen, die die Stadt, die seit September 2020 selbst Lastenräder verleiht, gemacht hat. „Das Angebot wird sehr gut angenommen“, sagt Miramontes. „Was heißt denn gut angenommen?“, wollte Michael Piscitelli (CSU) wissen. Seit Einführung seien die Räder nahezu jeden Tag ausgeliehen gewesen, erklärte Miramontes. Bei der Auswahl der Standorte für das E-Lastenrad-Sharing werde man vor allem darauf achten, dass diese in Gegenden sind, wo viele Menschen leben. Denn in solchen Gebieten sei der Bedarf am größten, so Miramontes.

Noch mehr aktuelle Nachrichten aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck finden Sie auf Merkur.de/Fürstenfeldbruck.

Auch interessant

Kommentare