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Eine Szene aus Nabucco. Darin geht es um die Eroberung Jerusalems durch den Babylonierkönig Nebukadnezar (Nabucco).

Premiere 

Oper: Nabucco erobert Stadtsaal

Die Spannung steigt beim Philharmonischen Chor Fürstenfeld. Am Samstag feiert die Laienformation im Stadtsaal Premiere mit der Verdi-Oper Nabucco. Dabei arbeitet der Chor Hand in Hand mit Profis. Andere Mitwirkende kommen erstmals mit klassischer Musik inBerührung. Flüchtlinge schlüpfen in die Rolle von Soldaten.

Fürstenfeldbruck – Ali M. schaut ein bisschen skeptisch, als Mezzosopranistin Cornelia Lanz sein Gesicht mit Makeup-Schwämmchen und Puderpinsel bearbeitet. „Aber keinen Lippenstift“, bittet er.

Cornelia Lanz ist eine international gefragte Sängerin und engagiert sich darüber hinaus im Verein „Zuflucht Kultur“, wo sie mit Flüchtlingen Opernaufführungen auf die Beine stellt. Hier lernte sie die drei jungen Afghanen Ali M. (20), Jamshid A. (18) und Mustafa S. (21) kennen und brachte sie mit zur Brucker Nabucco-Produktion.

Der Probenbetrieb im Stadtsaal läuft in diesen Tagen auf Hochtouren. Die Chorsänger stecken in weißen Gewändern und Tüchern. Bevor es auf die Bühne geht, wird mit Dehnungsübungen dafür gesorgt, dass der Atem fließt und die Stimme frei ist. Vor den Garderoben stehen Teller mit Wassermelone, in der Maske werden die Darsteller einer nach dem anderen „eingestaubt“ – so der Bühnenjargon für Abpudern.

„Böse sein müssen wir noch üben“: Ali M., Jamshid A. und Mustafa S. kommen aus Afghanistan. Sie verkörpern babylonische Wächter. Cornelia Lanz spielt eine Königs-Tochter.

Musikalische Leitung, Regie, Bühnenbild, die Solo-Parts – alles wurde mit Hochkarätern besetzt. Doch da sind eben auch Ali M., Jamshid A. und Mustafa S. Die Männer verkörpern böse babylonische Wächter, die das jüdische Volk zurückdrängen. Das südländische Aussehen der drei passt gut zu den Rollen, ihr freundliches Wesen weniger. „Ihr müsst böse gucken“, sagt Lanz und lacht. „Böse sein müssen wir noch üben“, sagt Ali M.

Er hat in diesen Tagen im Stadtsaal zum ersten Mal ein Orchester live spielen hören. „Früher habe ich gedacht, klassische Musik ist langweilig“, erzählt er. Aber nun hat er gemerkt, wie gut ihm Verdi gefällt. „Die Musik macht mich ruhig, sie nimmt den Stress weg.“

Hinter den Kulissen: Tamara Oswatitsch kümmert sich darum, dass alles sitzt.

Alle drei haben Angst, nach Afghanistan abgeschoben zu werden. Doch zum Grübeln ist jetzt keine Zeit – sie müssen auf die Bühne. Dort ist die Probe schon in vollem Gange. Mit Hilfe von langen, fließenden Stoffen, Projektionen und antiken Säulen hat Bühnenbildnerin Tamara Oswatitsch eine faszinierende Kulisse geschaffen, in welcher der Chor abwechselnd die Rollen der Hebräer und Assyrer übernimmt. Im Orchestergraben spielt das Akademische Sinfonieorchester München unter der Leitung von Carolin Nordmeyer.

Musiker und Sänger zusammen bringen es auf mehr als hundert Mitwirkende. In den Solorollen sind unter anderem Attila Mokus als König Nabucco, Oxana Arkaeva als seine vermeintlich erstgeborene Tochter Abigaille, Cornelia Lanz als zweite Tochter Fenena und Martin Js. Ohu als Hohepriester Zaccaria zu sehen.

Damit das Publikum sich nicht nur an der Musik erfreut, sondern auch der Handlung folgen kann, werden bei den Vorstellungen deutsche Übertitel eingeblendet.

Von Ulrike Osman

Die Premiere

Die Premiere von Nabucco ist am Samstag, 15. Juli, um 19.30 Uhr im Stadtsaal. Weitere Vorstellungen finden am 16. und 29. Juli ebenfalls um 19.30 Uhr sowie am 30. Juli um 16 Uhr statt. Karten erhalten Interessierte bei München Ticket (www.muenchenticket.de).

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