Landratsamt Fürstenfeldbruck: Es kommt ein Sicherheitsdienst, und auch der Zugang ist nicht mehr von allen Seiten möglich.

Zugang teilweise gesperrt

Nach Morddrohungen: Sicherheitsdienst im Landratsamt

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Wüste Beschimpfungen und sogar Morddrohungen: Die Mitarbeiter im Landratsamt müssen sich oft so einiges gefallen lassen. Die Behörde erhöht deshalb nun ihre Schutzvorkehrungen. Es kommt ein Sicherheitsdienst, und auch der Zugang ist nicht mehr von allen Seiten möglich.

Fürstenfeldbruck – „Manche Mitarbeiterinnen sind regelrecht traumatisiert“, sagt Ines Roellecke, Sprecherin der Kreisbehörde. „Morddrohungen sind kein Spaß mehr.“ Zum Glück sei es bislang bei verbalen Entgleisungen geblieben. „Es ist noch niemand körperlich zu Schaden gekommen.“

Dennoch mache sich vor allem bei den weiblichen Mitarbeitern ein Gefühl der Unsicherheit breit – auch verstärkt durch Medienberichte von Terroranschlägen und Amokläufen in öffentlichen Gebäuden. „Alle sind sensibler geworden“, sagt Roellecke.

Aus diesem Grund hat das Landratsamt nun ein neues Sicherheitskonzept erarbeitet. Im Fokus stehen dabei zunächst die Einrichtungen mit vielen Besuchern und dem höchsten Konfliktpotenzial, wie etwa das Bürgerservicezentrum. Wie schon in der Außenstelle für Personenstands- und Ausländerwesen ist auch im Haupthaus an der Münchner Straße künftig ein Sicherheitsdienst anwesend.

„Wo auch immer es zu Gewalt und Angst kommen könnte, muss reagiert und Bestmögliches getan werden, um die Mitarbeiter zu schützen“, sagt Landrat Thomas Karmasin. Dies gelte umso mehr, wenn es bereits zu aggressiven Bedrohungslagen kam.

Außerdem wird der Zugang zum Haupthaus künftig nur noch über den Haupteingang möglich sein. Die bislang offenen Türen an den Seiten des Gebäudes bleiben verschlossen. Dies gelte für Besucher wie für Mitarbeiter gleichermaßen.

Bereits seit längerem sind die Arbeitsplätze in besonders kritischen Bereichen der Behörde mit Alarmknöpfen ausgestattet. Damit können die Mitarbeiter bei gefährlichen Situationen jederzeit Hilfe herbeirufen. Wie oft die Knöpfe bislang im Einsatz waren, darüber führt die Kreisbehörde keine Statistik. Laut Roellecke sei es in der Vergangenheit aber zu mehr als nur einem Vorfall dieser Art gekommen.

An Türsteher und Taschenkontrollen müssen sich die Bürger aber trotzdem nicht gewöhnen. An generelle Einlasskontrollen sei derzeit nicht gedacht. „Niemandem ist daran gelegen, aus einem öffentlichen Gebäude einen Hochsicherheitstrakt zu machen“, sagt Karmasin. (ad)

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