Die Pläne für den Kiesabbau im Rothschwaiger Wald.
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Die Pläne für den Kiesabbau im Rothschwaiger Wald.

Betreiber ist offen für Alternative

Nach Druck aus der Bevölkerung und Aktionsbündnis: Kiesabbau soll raus aus dem Wald

  • Ingrid Zeilinger
    vonIngrid Zeilinger
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Wende in der Diskussion um den Kiesabbau in Fürstenfeldbruck: Die Firma KRO ist bereit, vom Rothschwaiger Forst doch auf die alte Fläche östlich des Kieswerks zurückzugehen.

  • Der Betreiber der Kiesgrube am Rothschwaiger Wald möchte seinen Abbau erwitern.
  • Weil dazu rund 17 Hektar Wald weichen müssten, formierte sich fraktionsübergreifend großer Widerstand.
  • Jetzt scheint eine Alternativ-Fläche gefunden zu sein.

Fürstenfeldbruck – Die Firma Kiesgrubenrekultivierung Oberbayern (KRO) möchte im Rothschwaiger Forst auf rund 17 Hektar Fläche Kies abbauen. Das Areal ist im Regionalplan als Abbaufläche eingetragen. Doch nun regt sich in der Stadt Widerstand. Sogar ein Aktionsbündnis wurde gegründet, um den Wald zu erhalten.

Guter Wille ist gefragt

Klar ist: Rein rechtlich hat die Stadt hier keine Handhabe. Derzeit läuft die Umweltverträglichkeitsprüfung im Landratsamt. „Vieles deutet darauf hin, dass ein Recht auf Abbau besteht“, sagte Landrat Thomas Karmasin bei einem Pressegespräch. „Politische Gespräche könnten aber eine Alternativlösung bringen, wenn die Firma dazu bereit ist.“

Und so sieht es aus. Denn aufgrund der Proteste gab es mehrere konstruktive Gespräche zwischen Fürstenfeldbrucks OB Erich Raff und den KRO-Geschäftsführern Thomas Vilgertshofer und Thomas Ottl – zuletzt auch mit den Fraktionsvorsitzenden. „Allen Parteien und Gruppierungen ist die rechtliche Situation bekannt“, sagte Raff. Doch die Stimmung in der Öffentlichkeit fordere, den Wald als Naherholungsgebiet zu schützen. Aber trotz des Bekenntnisses zum Umweltschutz habe die Stadt auch eine Verpflichtung gegenüber dem Unternehmen und seinen Mitarbeitern, die ohne Abbaugebiet ohne Arbeit dastehen.

Zurück zum alten Plan

„Wir sind bereit, die Planung zu verändern. Aber es dauert einige Zeit, bis die Grundlagen dafür geschaffen sind“, sagt Thomas Vilgertshofer Geschäftsführer der Firma KRO.

Das Ergebnis der Gespräche: „Wir sind bereit, die Planung zu verändern“, sagte Vilgertshofer. Das bedeutet: Man kehrt zurück zum alten Abbaugebiet östlich des Kieswerks hin zur B 471. Dieses war bis 2012 im Regionalplan als Kiesgrube eingezeichnet, wurde dann aber auf Wunsch der Stadt gegen den Rothschwaiger Forst getauscht. Es gibt sogar einen städtebaulichen Vertrag, dass die Firma KRO nicht im Osten abbaut. Nun soll der Tausch wieder rückgängig gemacht werden.

Die Alternativfläche ist rund 50 Hektar groß und besteht aus Ackerland sowie einem vom Windbruch und Borkenkäfer gezeichnetem Wald. Abgebaut werden soll auf einem rund 17 Hektar großen Dreieck hin zur Bundesstraße. Doch bevor es so weit ist, muss alles in die Wege geleitet werden. „Wir werden uns dieser Aufgabe stellen“, kündigte Raff an.

Die nächsten Schritte

In den nächsten Tagen und Wochen will die Stadt Kontakt zu den Grundstücksbesitzern aufnehmen. Denn diese müssen ihre Flächen an die Firma KRO verkaufen oder verpachten. „Sie hätten nach der Rekultivierung mehr Qualität“, so Raff. Auch über eine Infoveranstaltung wird nachgedacht. Einigt man sich, müsste der Regionalplan geändert werden. Parallel läuft das Bebauungsplanverfahren bei der Stadt und die Umweltverträglichkeitsprüfung im Landratsamt. Zwei bis zweieinhalb Jahre dauert das, schätzt Raff.

Planung läuft weiter

Während dieser Zeit laufen die alten Planungen weiter. Denn bis Frühjahr ist das alte Abbaugebiet ausgebeutet. Dann beginnt der Abbau im Rothschwaiger Forst. Allerdings prüfe man derzeit, die Reihenfolge zu ändern und statt im Osten im Westen zu starten, erklärte Ottl. So blieben der Weg und der schützenswertere Wald. Rund drei Hektar müssten für eine Abbauzeit von zwei Jahren gerodet werden. Sobald es grünes Licht für das alternative Gebiet gibt, würden die Arbeiten eingestellt.

Eine weitere Option, die den Wald schützen könnte: In der derzeitigen Kiesgrube weigert sich ein Eigentümer seit Jahren, einen 19 Meter breiten Streifen zu verkaufen. Die Stadt will noch einmal versuchen, ihn umzustimmen. Denn dann würde sich der Abbaubeginn im Wald um eineinhalb Jahre verschieben. Und je nachdem, wie schnell das Genehmigungsverfahren läuft, könnte der Forst sogar unangetastet bleiben. Klar ist aber auch: Spielen die Eigentümer im Osten nicht mit, bleibt es beim Abbau im Rothschwaiger Wald.

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