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Am Amtsgericht in Fürstenfeldbruck wurde verhandelt.

Einspruch gegen Strafbefehl

Nach Schlachthof-Skandal: Das ist die Strafe für die Mitarbeiter

Der Brucker Schlachthof-Skandal geht in die nächste Runde. Zwei Mitarbeiter mussten sich jetzt vor Gericht verantworten. Sie hatten den Strafbefehl nicht akzeptiert.

Fürstenfeldbruck – Vor gut zwei Jahren hat der Brucker Schlachthof seinen Betrieb einstellen müssen. Heimlich über Monate gedrehte Videoaufnahmen hatten ans Tageslicht gebracht, dass es zu Misshandlungen an Tieren gekommen war. Vier Strafbefehle waren daraufhin wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz erlassen worden.

Ein früherer Mitarbeiter des Schlachthofes hatte seinen Strafbefehl über 6 300 Euro akzeptiert. Drei andere hatten Einspruch gegen ihre Strafbefehle eingelegt. Das Verfahren gegen einen damals zuständigen Amtstierarzt wurde eingestellt. Zwei Metzger aber mussten gestern auf der Anklagebank des Amtsgerichtes Platz nehmen.

Freispruch wegen fehlendem Tatnachweis

Einer der beiden wurde mangels eines Tatnachweises freigesprochen. Der andere muss wegen zweier Verstöße gegen das Tierschutzgesetz 2 100 Euro bezahlen. Er hatte im November 2016 einem Rind, das sich weigerte in die Betäubungsbox zu gehen, den Schwanz umgedreht.

Außerdem hatte er im April 2017 gemeinsam mit einem Kollegen versucht, einem Schaf, das mit dem Kopf in einem Metallgitter eingeklemmt war, auf rabiate Weise zu befreien. Der Kollege, der bereits verurteilt wurde, hatte dazu mit dem Fuß gegen den Kopf des Tieres getreten, während der Angeklagte an dem Schaf gezogen hatte. Der Metzger hatte die Vorwürfe eingeräumt.

Metzger reagiert schockiert auf eigenes Verhalten

Er selbst war sichtlich schockiert, wie er damals die Tiere behandelt hat und hat auch bereits Konsequenzen daraus gezogen. In der Schlachtung ist er mittlerweile nicht mehr tätig. Seinen Schlachtschein will er abgeben und nur noch in der Wurstproduktion und der Fleischverarbeitung arbeiten. Gutachter und Richter gaben dem Verurteilten deutliche Worte mit auf den Weg.

Der Gutachter, ein Mitarbeiter des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, machte dem 27-Jährigen klar, dass er die von ihm erkannten baulichen Mängel im damaligen Schlachthofgebäude, Mängel die vor der Wiedereröffnung des Schlachthofs beseitigt wurden, hätte melden müssen. Ebenso hätte er eingreifen müssen, als sein Kollege dem eingeklemmten Schaf gegen den Kopf trat.

Zeuge kann zweiten Angeklagten auf Video nicht mehr erkennen

Der Richter räumte in seiner Urteilsbegründung zwar ein, der 27-Jährige habe „nicht gequält um zu quälen“. Doch er führte ihm auch vor Augen, dass der berufsmäßige Umgang mit Tieren offensichtlich dazu geführt habe , dass ihm nicht bewusst war, „dass Tiere lebende Wesen sind“. „Tiere die Angst und Schmerz empfinden.“

Der zweite Angeklagte wurde freigesprochen. Ein Zeuge hatte ihn auf einem Video als einen der Beteiligten erkannt, die ein Rind unsachgemäß betäubten. Doch der Angeklagte versicherte er sei niemals bei der Schlachtung von Rindern zugegen gewesen, er habe ausschließlich Schweine geschlachtet. In der Verhandlung war sich der Zeuge auch nicht mehr sicher, ob tatsächlich der Angeklagte auf dem Video zu sehen ist. Auch Richter und Staatsanwältin konnten nach ausgiebiger Betrachtung der Videos den Angeklagten nicht identifizieren. Die Staatsanwältin kündigte aber an, in diesem Punkt werde weiter ermittelt.

sus

Für viele Handwerker ist es schwierig, Personal zu finden. Auch für einen Metzgerei-Chef aus dem niederbayerischen Vilsbiburg. Er macht es jetzt ganz anders.

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