Bei den Grünen fand Judith Schacherl ihre politische Heimat.

Fürstenfeldbruck

Neu im Stadtrat: Eine Kämpferin für mehr Integration

  • Ingrid Zeilinger
    vonIngrid Zeilinger
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Zu den neuen jungen Gesichtern im Brucker Stadtrat gehört auch Judith Schacherl. Die 21-Jährige hat es für die Grünen auf Anhieb geschafft. Sie will sich vor allem für die Themen Inklusion und Integration einsetzen.

Fürstenfeldbruck– Judith Schacherl stammt aus einer sehr politischen Familie. Dort ist man CSU-nah. Doch das sei für sie nie eine Option gewesen, sagt die 21-Jährige. Der Einstieg in die Politik dagegen schon. Seit sie 16 Jahre alt war, engagierte sie sich in der Asylhilfe und auch im Helferkreis ihrer Heimatgemeinde Maisach. Durch verschiedene Sozialprojekte und aus eigenen Ungerechtigkeitserfahrungen habe sie großes Interesse, politisch etwas zu verändern, sagt sie: „Es ist unglaublich wichtig, die Stimme, die man hat, auch zu nutzen.“

Judith Schacherls Steckenpferd ist die Entstigmatisierung von Menschen mit seelischen Erkrankungen. Denn sobald eine auftrete, falle man schnell durchs Raster. „Es gibt gesetzlich viele Lücken und auch der Landkreis ist nicht sehr gut aufgestellt“, sagt Schacherl, die in einer psycho-sozialen Beratungsstelle in München arbeitet. Diese Thema wolle sie in den Mittelpunkt rücken.

Aus diesem Grund will sie sich vor allem sozialen Themen im Stadtrat widmen. Die Inklusion von Menschen mit Handicap ist ihr genauso wichtig wie die Integration von Flüchtlingen, aber auch von allen Menschen, die „aus irgendwelchen Gründen nicht in das normale Raster passen“. Flüchtlingskinder sollten Zugang zu weiterführenden Schulen erhalten, ihre Eltern Arbeit – so lautet ihre Forderung.

Klimaschutz

Aber auch der Klimaschutz liegt der 21-Jährigen, die seit einigen Jahren in Bruck lebt, am Herzen. Sie stamme aus einer Landwirt-Familie. „Es gab viele Einbußen durch die Hitzesommer.“ Was mit der Welt passiere, sei für sie schon immer wichtig gewesen. Daher fand sie die größte Übereinstimmung zwischen Parteiphilosophie und ihren Wünschen nicht bei der CSU, sondern bei den Grünen. „Da habe ich das Gefühl, die vertreten viel ähnliches oder die gleichen Wertevorstellungen wie ich.“

Vor zweieinhalb Jahren trat sie in die Grüne Jugend ein und arbeitete im Vorstand mit, seit 2019 engagiert sie sich im Ortsverband. Es wurde relativ schnell klar, dass sie auch auf die Stadtratsliste wollte. „Ich bin bereit für alles, was kommt“, sagt die junge Frau. Dass es mit dem Einzug ins Gremium geklappt hat, freut Judith Schacherl. „Ich bin glücklich und froh, dass ich die Chance bekomme, meine Stimme zu nutzen.“

Auch wenn die neue Amtszeit erst im Mai beginnt und derzeit durch Corona keine Treffen möglich sind, bereitet sie sich vor. „Wir werden von den alten Hasen viel unterstützt.“ Und auf noch etwas muss Judith Schacherl derzeit verzichten: Sie liebt die Musik und tritt normalerweise als Jazz-Sängerin auf. Nach Corona wird man sie nicht nur im Stadtrat, sondern auch wieder bei Konzerten hören können.  imu

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