Der Rohbau zweier großer Wohnhäuser.
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Mitten im Ortskern von Aich steht der Rohbau. Zwei Wohnhäuser werden bald fertig sein. Bürger klagen über eine zu massive Nachverdichtung.

Ein Gehweg für Fußgänger ist verschwunden

Mitten im Ortskern von Aich: Ärger um neues Projekt - „massive Bauweise“

  • Ingrid Zeilinger
    vonIngrid Zeilinger
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Am Thema Nachverdichtung scheiden sich die Geister. So auch in Aich. Anwohner kritisieren das neue Projekt und fürchten, dass große Fahrzeuge nicht mehr durch kommen.

Aich – Mitten im Ortskern an der Schloßbergstraße entstehen zwei Häuser mit insgesamt zwölf Wohnungen. Anwohner finden das Projekt zu massiv. Und sie fürchten, dass Busse und landwirtschaftliche Fahrzeuge nicht mehr durch kommen.

Der Rohbau steht direkt gegenüber der Kirche St. Sebastian mitten im Ortszentrum. Die Mauern reichen bis an die Straße, der Gehweg ist verschwunden. Wo einst ein Haus samt Hof war, werden bald zwei Wohnhäuser stehen. Ein noch bäuerlich geprägtes Dorf werde vergewaltigt, klagen Anwohner. „Eine solch massive Bauweise sprengt jeden dörflichen Charakter“, findet etwa die frühere Stadträtin Maria Röhl, die selbst in der Schloßbergstraße wohnt.

Mitten im Ortskern von Aich: Ärger um neues Projekt - Gehweg für Schulkinder ist verschwunden

Was sie besonders ärgert: Der Gehweg, den Schulkinder auf dem Weg zum Bus und die Bürger auf dem Weg zum benachbarten Arzt nutzen, ist verschwunden. Zudem ist die Kreuzung durch eine Verkehrsinsel eine Engstelle. „Die landwirtschaftlichen Maschinen und Busse fahren teils über die Verkehrsinsel.“ Das sei zu massiv für ein Dorf, in dem es noch fünf Landwirte im Hauptberuf und einige weitere im Nebenerwerb gebe. Hier hätte die Bauverwaltung im Rathaus mehr Rücksicht nehmen müssen, findet sie. Und auch andere Aicher seien der Meinung.

Kern der Kritik: Der Gehweg ist verschwunden. Er soll künftig weiter in die Schloßbergstraße rücken. Dann fürchten Anwohner, dass zu wenig Platz für Busse und landwirtschaftliche Fahrzeuge ist. Schon jetzt fahren sie über die Verkehrsinsel.

Doch das Vorhaben sei nach Paragraf 34 zulässig und wurde so ausgeführt, wie es genehmigt war, bestätigt eine Rathaus-Sprecherin auf Nachfrage. Die Verwaltung habe mit Blick auf die Bebauung in der Umgebung die Auffassung vertreten, dass sich das Bauvorhaben einfüge. „Die Gebäude werden nicht höher als in der Nachbarschaft wie etwa das schräg gegenüber liegende Landhotel „Gasthof Drexler“.“

Mitten im Ortskern von Aich: Ärger um neues Projekt - Situation für Fußgänger würde verbessert werden

Johannes Bals von der Landsberieder Baufirma Bals Bau bestätigt die Genehmigung. Man sei eineinhalb Jahre mit dem Bauamt im Gespräch gewesen. „Wir wollten es so umbauen, wie es der Stadt gefällt.“ Nach dem Vorbescheid fragte die Stadt an, ob die Firma Grund für den Gehweg abtreten könne. Das habe man getan, was noch einmal ein halbes Jahr Verzögerung bedeutet habe. Der Wunsch nach dem gesicherten Gehweg in Richtung Kindergarten und Bushaltestelle kam aus der Bevölkerung heraus, bestätigt die Rathaussprecherin. „Der Gehwegrand wird geringfügig in die Schloßbergstraße verschoben.“ So werde die Situation für die Fußgänger deutlich verbessert. Auch die Schleppkurven von landwirtschaftlichen Fahrzeugen und Bussen seien vorab geprüft worden. Das Ergebnis: Der Platz reicht.

Johannes Bals betont, dass er auch mit den angrenzenden Nachbarn im Vorfeld gesprochen habe. „Sie haben den Plan unterschrieben.“ Ohne große Kritik. Sicher handle es sich um Nachverdichtung an zentralster Stelle in der Ortschaft. Aber man versiegle 150 Quadratmeter weniger Fläche, als es vorher der Fall gewesen sei. Und noch seien die Häuser nicht fertiggestellt. „Die Außenanlagen werden ansprechend gestaltet“, verspricht der Bauherr. „Es soll schließlich eine Bereicherung für den Ort werden.“

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