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Pater Barnabas alias Krüglredner Jürgen Kirner nahm ein Bad in der Menge und wurde bei seinem Weg durch die ducht besetzten Publikumsreihen im Veranstaltungsforum dabei mit viel Applaus bedacht. Das Anzapfen übernahm heuer Stadtrat Wille Dräxler (links). Er war ausgelost worden und brauchte drei Schläge, bis aus dem ersten Faß das süffige Starkbier floß. Harry Stadlmayer von der Paulaner-Brauerei assistierte ihm (rechtes).

Starkbier Salvator

Pater Barnabas im Wahlkampfmodus

In Bruck lockt die Urne: Eine Bürgermeisterwahlen steht an. Sie lieferte dem Krüglredner Bruder Barnabas beim zehnten Brucker Salvator-Starkbieranstich jede Menge Munition zum Derblecka.

Fürstenfeldbruck – Im Hintergrund der Bühne war es schon mal aufgemalt, das Brucker Rathaus mit seinem begehrten Chefsessel hoch über dem Marktplatz. Auch von den Plakaten für den Salvator im Fürstenfelder grüßten fast alle Kandidaten. Und nahezu die gesamte Riege der OB-Anwärter war auch angetreten und saß im Publikum, um sich von Jürgen Kirner- „rituell auspeitschen“ zu lassen. Der schlüpften zum zehnten Mal in der Rolle des Bruder Barnabas und züchtigte natürlich nur mit Worten.

Neben Ausflügen in die Landes- und Bundespolitik bildete Kirners Vorstellungsrunde der sieben Brucker OB-Bewerber den roten Faden der Rede, denn: „FFB at first“. Bei den Besuchern kam die Lokalpolitik dann auch am besten an. In den betreffenden Passagen spendeten sie kräftig Beifall. „Du musst dich fühlen wie Schneewittchen – gleich sieben Zwerge wollen dein Amt“, leitete Kirner mit einer Bemerkung an Noch-OB Klaus Pleil ein.

Auch Martin Runge bekommt sein Fett weg 

Einer fehlte allerdings an dem Abend Der amtierende Bürgermeister Erich Raff (CSU) weilte im Urlaub, was Kirner natürlich höchst bedauerlich fand. Er hätte Raff zu gern mit dem Finanzreferenten Walter Schwarz (SPD) beim Starkbieranstich versöhnt, spielte Kirner auf den Dauer-Zwist zwischen den beiden an. Über die Kandidatenkür bei den Christsozialen kalauerte Kirner: „Zwiespalt und Not durch Droth nicht mehr droht.“

Fürstenfelder Salvator: Die besten Bilder

Reihum bekamen auch alle anderen OB-Aspiranten ihre Spitzen ab. Beim Kandidaten der BBV und der Grünen, Martin Runge, mitsamt seinem „treuen Knecht“ Jan Halbauer, war natürlich die Gröbenzeller Herkunft ein Angriffspunkt. Das „fleischgewordene Radl“ Runge bitte jetzt um Asyl in Fürstenfeldbruck. Die Ursache, so vermutete Kirner: „Eine Ehekrise im Gröbenzeller Rathaus mit dem dortigen Bürgermeister Martin Schäfer – darum wirst du jetzt wieder zum Flüchtling.“

Willi Dräxler hat das Fass angezapft

Dem Nachwuchs Phillipp Heimerl (SPD) und Florian Weber (Die Partei) gab Kirner ebenfalls einige zünftige Verbalwatschen mit. Bei Heimerl diagnostizierte er politisches ADHS, schließlich habe er am späten Freitagvormittag noch Briefe in die Stadtverwaltung geschickt: „Obwohl wir wissen, dass da keiner mehr reagiert.“ Bei Weber nahm Kirner dessen Lebenslauf und seine Facebook-Aktivitäten aufs Korn. Zu Webers Studium in Jura und Politik bemerkte Kirner hinterfotzig: „Viele haben studiert und können das wunderbar verbergen.“ In Richtung Georg Stockinger und Thomas Lutzeier froztelte Kirner von einer Verstaubtheit: „Deren Themen sind genauso frisch und unbekannt wie die Zukunft der S 4.“

Das Anzapfen des ersten Fasses erledigte beim Salvator nicht der OB, sondern ein Stadtrat. Willi Dräxler (BBV) wurde heuer ausgelost. Er brauchte drei Schläge. Nach der Krüglrede bekamen die Zuhörer Gstanzln und Lieder von der Couplet AG präsentiert, deren Frontmann ebenfalls Kirner ist. Zum Abschluss bot Franziska Wanninger, 2016 Finalistin beim Kabarett Wettbewerb Paulaner Solo, klassische bayerische Stand-Up-Themen: Erbtante Elfriede, die Erstkommunion und Beichten beim boshaften Pfarrer. Hat man alles schon einmal gehört, war aber gut aufbereitet.

von Fabian Dilger

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