+
Begeistert präsentierten (v.l.) Museums-Leiterin Angelika Mundorf, Kulturreferent Klaus Wollenberg, Anna Ulrike Bergheim (Leiterin Historischer Verein), ihre Stellvertreterin Anne Mischke-Jüngst und Johannes Hoffmann vor dem Gemälde des Fürstenfelder Abtes das neue Ausstellungsstück.

Es war lange verschollen

Altes Kleinod kehrt zurück ins Museum

  • schließen

Im Brucker Museum freut man sich über eine kleine Sensation. Es ist gelungen, einen kostbaren Glasbecher aus dem Besitz eines früheren Fürstenfelder Abts anzukaufen.

Fürstenfeldbruck – Der Pellhammer Becher ist 274 Jahre alt und ein „absolutes Kleinod“, wie Museumsleiterin Angelika Mundorff schwärmt. Er wird demnächst als Teil der Dauerausstellung über das Kloster Fürstenfeld zu bewundern sein.

Der Wappenbecher aus böhmischem Glas wurde für Alexander Pellhammer angefertigt, der 1745 zum Abt gewählt wurde. Ob es sich um ein Geschenk zur Abtsweihe handelte oder ob der Zisterzienser – der viel Sinn für schöne Dinge gehabt haben soll – den Becher selbst in Auftrag gab, ist nicht überliefert. Immerhin stammte Pellhammer aus Kemnath in der Oberpfalz, eine Verbindung nach Böhmen liegt deshalb nahe.

Wappen lässt keinen Zweifel an der Echtheit zu

Der Becher von Abt Pellhammer ist demnächst im Museum neben dem Kloster zu bewundern.

Der in höchster barocker Glaskunst geschliffene Becher zeigt neben den für die Zeit typischen Bändern und Ranken die Wappen des Klosters Fürstenfeld und des Zisterzienser-Ordens. Auch Pellhammers eigenes Wappen ist zu sehen – eine Kombination aus einem bellenden Hund und einem Hammer. Wie bei den nicht-adeligen Fürstenfelder Äbten üblich, gestaltete Pellhammer sein persönliches Wappen mit Hilfe der Bestandteile seines Nachnamens. Eingraviert sind dazu eine Abtbüste, die Jahreszahl 1745 und die Buchstaben „F“, „A“ und „A“ für Fürstenfeld, Alexander und Abbas (Abt). Alles zusammen lässt keinen Zweifel an der Echtheit zu.

Der Becher kam über den norddeutschen Glassammler Hans-Uwe Trauthan nach Fürstenfeld zurück. Dieser hatte ihn aus dem Nachlass des Barons von Freyberg gekauft. Wie er dort hin kam, ist ungeklärt. Möglicherweise wurde der Becher gemeinsam mit anderen Klosterutensilien nach der Säkularisation 1803 versteigert oder er ging nach Pellhammers Tod in den Besitz seiner Angehörigen über. Für den Brucker Kulturreferenten Klaus Wollenberg ist das eine durchaus spannende Forschungsfrage, bei deren Bearbeitung man vielleicht sogar noch weitere Funde machen könnte.

Der genaue Kaufpreis bleibt geheim

Über den Preis verrät Museumsleiterin Mundorff nur, dass es sich um eine vierstellige Summe gehandelt habe. Da Sammler Trauthan Wert darauf legte, dass der Becher der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird, habe er dem Museum einen Nachlass gewährt. Die verbleibende Summer zahlte der Historische Verein Fürstenfeldbruck.

Der Becher wird in den nächsten Wochen in einer eigenen, beleuchteten Vitrine in die Dauerausstellung im Erdgeschoss des Museums integriert. Dort können Besucher das heimgekehrte Kleinod bewundern.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Hund beißt Briefträger ins Bein - Postboten fürchteten das Tier schon lange
In Gröbenzell gibt es einen Briefkasten, vor dem sich Postboten besonders fürchten: Hier lauert ein Hund, der keifend und knurrend auf die Zusteller wartet. Vor Kurzem …
Hund beißt Briefträger ins Bein - Postboten fürchteten das Tier schon lange
Er geht zum zweiten Mal ins Rennen um das Bürgermeisteramt
Schon einmal hat es der Grüne Manfred Sengl wissen wollen. Damals scheiterte er. Jetzt soll es besser laufen. Vor allem, weil sich die Grünen gerade im Aufwind befinden.
Er geht zum zweiten Mal ins Rennen um das Bürgermeisteramt
Riesen-Mängelliste: Schule besser neu bauen?
Die Zahl löste einen ziemlichen Schockmoment im Stadtrat aus: 20 Millionen Euro für Brandschutzmaßnahmen in der Puchheimer Mittelschule. Beim Bau vor fast 45 Jahren …
Riesen-Mängelliste: Schule besser neu bauen?
Diese Energiequelle soll irgendwann ganz Olching wärmen
Die letzten Lücken im Fernwärmenetz in Olching sind jetzt geschlossen worden. Zukünftig soll die umweltfreundliche Energiequelle in der ganzen Stadt verfügbar sein.
Diese Energiequelle soll irgendwann ganz Olching wärmen

Kommentare