Seit April 2005 ist Ursula Leitz-Zeilinger Pfarrerin der evangelischen Gnadenkirche. Nun verlässt sie die Gemeinde im Brucker Westen und zieht mit ihrem Mann Thomas nach Nürnberg.
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Seit April 2005 ist Ursula Leitz-Zeilinger Pfarrerin der evangelischen Gnadenkirche. Nun verlässt sie die Gemeinde im Brucker Westen und zieht mit ihrem Mann Thomas nach Nürnberg.

Fürstenfeldbruck

Pfarrerin nimmt Abschied von Gnadenkirche

  • Ingrid Zeilinger
    vonIngrid Zeilinger
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Taufen, Trauungen und Beerdigungen gehörten lange zu Ursula Leitz-Zeilingers Kerngeschäft. Menschen durch alle Lebensphasen hindurch zu begleiten – das ist etwas, das die Pfarrerin der Gnadenkirche an ihrer Arbeit immer besonders geschätzt hat. Doch jetzt schlägt sie eine neue Richtung ein. Am Sonntag wird sie verabschiedet.

Fürstenfeldbruck – Ende des Monats verlässt Ursula Leitz-Zeilinger die Gnadenkirche. Die 59-Jährige geht nach Nürnberg, um am Gottesdienstinstitut der evangelischen Landeskirche im Bildungsbereich tätig zu sein. „Es reizt mich, dass es anders ist und ich mich auf ein Thema konzentrieren kann – so sehr ich die Vielfalt geliebt habe“, sagt Leitz-Zeilinger im Gespräch mit dem Tagblatt. Künftig wird sie für die Ausbildung von Mesnern und die Fort- und Weiterbildung von Ehrenamtlichen zuständig sein, die aufgrund sinkender Mitgliederzahlen und mangelnden Pfarrernachwuchses zunehmend Aufgaben im Gottesdienst und in der Seelsorge übernehmen.

Obwohl Ursula Leitz-Zeilinger sich auf die neue Aufgabe freut, wird der Abschied von Bruck sicher nicht ganz einfach. Fast 16 Jahre war die Gnadenkirche ihre berufliche Heimat. „Ich wurde hier sehr freundlich empfangen und so genommen, wie ich bin“, erinnert sie sich an die Anfänge im April 2005. Sie kam damals aus München-Haidhausen, wo sie vor allem mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet hatte. In Bruck kam zu den seelsorgerischen Aufgaben die Geschäftsführung der Pfarrei hinzu, inklusive Verwaltung und Personalführung. Die Gespräche mit den Mitarbeitern, das gemeinsame Überlegen und Planen haben ihr immer viel Freude gemacht.

Mehrere Sanierungen

Eher ungeliebte Aufgaben waren die Bauprojekte, die sie verantworten musste, darunter die Teilsanierung des Gemeindezentrums und die Dachsanierung des Gemeindesaals.

Die Generalsanierung und Erweiterung des angrenzenden Kindergartens steht seit 2013 auf der Agenda. Sie verzögerte sich immer wieder aufgrund von langwierigen Zuschussverhandlungen und häufigen Wechseln im Baureferat des Landeskirchenamts. „Leider ist es nicht gelungen, das Thema abzuschließen.“

Liegenbleiben, bis frühestens in einem halben Jahr ihr Nachfolger im Amt ist, werde das Projekt aber nicht. Eine kirchliche Architektin steht bereit, um die Leitung zu übernehmen. Die Zusammenarbeit zwischen Kirche und Kindergarten hat Leitz-Zeilinger intensiviert. Regelmäßig ließ sie sich dort sehen und feierte mit den Kindern Gottesdienste, wobei es ihr neben der Vermittlung evangelischer Glaubensinhalte darum ging, Respekt vor anderen Religionen zu fördern.

Engagiert war sie auch im Christenrat Fürstenfeldbruck/Emmering, einem Zusammenschluss evangelischer, katholischer und freikirchlicher Gemeinden. Federführend koordinierte Leitz-Zeilinger 2015 den ersten ökumenischen Kirchentag in Bruck. Eine gute Zusammenarbeit gab es mit dem verstorbenen katholischen Dekan Albert Bauernfeind – und gibt es noch immer mit den Gemeindereferenten des Pfarrverbands Fürstenfeld. Leitz-Zeilinger plädiert dafür, Lehrstreitigkeiten endlich hinten anzustellen und „miteinander ins Tun zu kommen“. In einer Zeit der immer weiter voranschreitenden Säkularisierung solle man sich „gemeinsam als Christen zeigen“, fordert die 59-Jährige.

Abschied in Corona-Zeiten

Vom Christenrat wurde die Pfarrerin bereits in einem Gottesdienst verabschiedet. Am Sonntag, 31. Januar, folgt ihre offizielle Entpflichtung durch Dekan Markus Ambrosy. Dass an dem Gottesdienst in der Gnadenkirche aufgrund der Pandemiebestimmungen nur geladene Gäste teilnehmen dürfen, sie also den Großteil ihrer Gemeinde nicht mehr zu Gesicht bekommen wird, bedauert Leitz-Zeilinger sehr. „Abschied nehmen in Zeiten von Corona ist nicht schön.“

Danach will sie sich für eine Woche eine geistliche Auszeit in einem evangelischen Kloster nehmen, bevor gemeinsam mit Ehemann Thomas der Umzug nach Nürnberg ansteht. Mitnehmen wird Ursula Leitz-Zeilinger viele positive Erinnerungen an Fürstenfeldbruck – nicht nur an ihre Arbeit, auch an „die schöne Umgebung und das kulturelle Angebot wie die Neue Bühne, das Lichtspielhaus und die vielen Konzerte“.

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