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Stoßen bei der Senioren-Union aufs neue Jahr an (v.l.): Gast-Rednerin Ursula Männle, Kreis-Vorsitzende Uta Lucht und Landesvorsitzender Thomas Goppel. 

Neujahrsempfang der Senioren Union in der CSU

Plädoyer für einen besseren Umgangston

Seit zwei Wochen ist sie nicht mehr Vorsitzende der Hanns-Seidel-Stiftung, aber als Mahnerin scheint sie immer noch gefragt: Ursula Männle hielt jetzt eine nachdenkliche Ansprache beim Neujahrsempfang der Senioren-Union.

Fürstenfeldbruck–  Obwohl sie Angst für einen schlechten Ratgeber trotz der schwierigen Zeitläufe hält, klang doch vieles aus ihren Worten wenig hoffnungsvoll. Die unaufhaltsame Globalisierung, die Kluft zwischen den Generationen, ja sogar der Umgang miteinander in der eigenen Partei machen ihr Sorgen.

Dabei hat die 76-Jährige persönlich eine Art Aufbruch hinter sich, wie sie den Gästen an einem durchaus gewöhnlichen Ort für einen festlichen Empfang – dem Speisesaal des Pflegeheims Theresianum – erzählte. Durch einen unbedachten Schritt auf der Treppe und einen nachfolgenden Oberschenkelhalsbruch war das Energiebündel Anfang letzten Jahres vier Monate außer Gefecht gesetzt. Seitdem hat sie sich von ihrem Lebensmotto „no sports“ verabschiedet und findet sogar Spaß am Umgang mit Fitnessgeräten. Aber die Erfahrung und die langwierige Pause waren auch ein Grund, den Vorsitz der CSU-nahen politischen Stiftung schließlich vorzeitig niederzulegen.

Den Zustand des Landes analysiert sie aber weiterhin. Und da macht ihr ein vielfaches Auseinanderdriften der Gesellschaft Sorgen. Die heutige Professorin hatte als Soziologie-Studentin noch von der „nivellierten Mittelstandsgesellschaft“ gehört, in der sich frühere Klassen-Gegensätze auflösen. „Davon sind wir heute weit entfernt,“ sagte sie in Bruck. Aber nicht nur einen sozialen Riss gibt es, sondern auch einen zwischen den Generationen. „Jung und weiblich, ich kann’s nicht mehr hören,“ meinte Männle. Das Alter und seine Erfahrung sollten „zwischendrin auch mal angefragt werden“.

Und das gelte nicht zuletzt für CDU und CSU, die ihre Mehrheiten stets den älteren Wählern zu verdanken hatten. Vom letzten Parteitag sei sie wegen der Art und Weise, wie man miteinander diskutiert habe, erschrocken nach Hause gefahren. „Das darf nicht so weitergehen“, gab sie ihren Parteifreunden und Altersgenossen mit auf den Weg. (op)

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