14 Soldaten aus Puch, die in den deutsch-französischen Krieg zogen, sind auf der Steintafel aufgeführt. Nach der Renovierung hat sie am Kriegerdenkmal ihren Platz gefunden und wurde eingeweiht. Foto: weber
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14 Soldaten aus Puch, die in den deutsch-französischen Krieg zogen, sind auf der Steintafel aufgeführt. Nach der Renovierung hat sie am Kriegerdenkmal ihren Platz gefunden und wurde eingeweiht.

Puch

Steintafel am Kriegerdenkmal geweiht

  • vonMax-Joseph Kronenbitter
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Die Steintafel, die an die Kriegsteilnehmer des deutsch-französischen Krieges von 1870/71 erinnert, ist jetzt da, wo sie hingehört: am Pucher Kriegerdenkmal. Im Rahmen des Volkstrauertages wurde sie nun eingeweiht – 150 Jahre nach dem Krieg.

Puch – Bislang war die Gedenktafel in der kleinen Pestkapelle untergebracht und fristete dort ein recht vergessenes Dasein. Die gründliche Sanierung durch einen Steinrestaurator nahmen zwei Ortsvereine nun zum Anlass, die Erinnerungstafel in den Mittelpunkt des Brucker Ortsteils Puch zu holen – ans Kriegerdenkmal.

Die Initiative dazu ging schon vor vier Jahren vom Gartenbauvereinsmitglied Michael Ludwig aus. In einer gemeinschaftlichen Aktion des Vereins für Gartenbau und Landespflege Puch unter dem Vorsitz von Johann Kistler und des örtlichen Soldaten- und Kriegervereins unter dem Vorsitz von Paul Anderer kümmerten sich die Mitglieder um die erforderliche Genehmigung bei der Unteren Denkmalschutzbehörde, der Stadt Bruck und koordinierten zahlreiche weitere Beteiligte. Stefan Thiery, derzeitiger Schriftführer des Pucher Gartenbauvereins, sagte bei der Präsentation im Rahmen des Volkstrauertages: ,„Es war nicht beabsichtigt, hat sich nun aber so ergeben, dass die Tafel genau 150 Jahre nach dem Krieg gegen Frankreich einen sichtbaren Platz im Ort gefunden hat.“

Nach Thierys Recherchen wurde die Tafel im Jahr 1895 von der Gemeinde Puch in Auftrag gegeben. Sie erinnert an diesen „siegreichen Feldzug“, wie darauf zu lesen steht. Bei der militärischen Auseinandersetzung zwischen Frankreich und dem Norddeutschen Bund unter der Führung Preußens mussten auch die verbündeten süddeutschen Staaten – darunter Bayern – Soldaten entsenden. 14 von ihnen kamen aus Puch und sind auf der Schiefertafel namentlich genannt. Einer davon ist gefallen, ein weiterer kehrte schwer verwundet zurück.

„Wir schauen heute die Tafel freilich mit einem ganz anderen Bewusstsein an, als es die Leute damals taten“, sagte Thiery weiter. Denn heute wisse man, dass gemäß Frankreichs ehemaligem Staatspräsidenten Francois Mitterand Nationalismus Krieg bedeute. Beides brauche man bestimmt nicht, deswegen seien Erinnerungsstätten an die Toten der Kriege so wichtig, weil sie mahnen, für den Zusammenhalt der Völker einzustehen.

Der Gartenbauvereinsvorsitzende, der das Engagement des Vereins für dieses Thema auch aus der im Vereinsnamen stehenden Landespflege ableitet, dankte in seiner Ansprache vor allem Klaus und Beate Heinsius aus Fürstenfeldbruck. Sie hatten die Maßnahme in bemerkenswertem Bürgersinn finanziert, wie er in seiner Ansprache berichtete.

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