Ein bis zwei Tage ist Bernd Langhammer mit seiner Ehefrau Viola auf einem Wohnmobilstellplatz. Auch in Fürstenfeldbruck hat das Paar die Fahrräder ausgepackt und ging auf Tour.
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Ein bis zwei Tage ist Bernd Langhammer mit seiner Ehefrau Viola auf einem Wohnmobilstellplatz. Auch in Fürstenfeldbruck hat das Paar die Fahrräder ausgepackt und ging auf Tour.

Am städtischen Stellplatz

Reaktion auf Corona: Kürzere Standzeit am Wohnmobilplatz

Urlaub im Wohnmobil ist besonders beliebt in Zeiten von Corona. Viele Reisende legen am Stellplatz in Fürstenfeldbruck einen Zwischenstopp ein. Damit möglichst viele Platz finden, hat die Stadt reagiert.

Fürstenfeldbruck – Eines fällt auf, wenn man am Wohnmobilstellplatz an der Klosterstraße vorbeikommt. Die neun Parkbuchten für die Wohnmobile und Anhänger bei der Amperoase sind meistens belegt. Und die Urlauber kommen von überall her. „Der Platz war schon letztes Jahr gut besucht“, sagt Daniela Bantele, Mitarbeiterin im Tourismusbereich bei der Stadt. Doch die Urlauber wechseln häufiger. Denn aufgrund der Corona-Pandemie habe man sich entschieden, die maximale Stehzeit von sieben auf drei Tage im Monat zu reduzieren. Damit gibt man mehr Menschen die Möglichkeit, den Stellplatz zu nutzen. Denn hier würden vor allem Menschen auf der Durchreise anhalten.

„Wir sind im Wohnmobil praktisch in Quarantäne“

Quarantäne im Wohnmobil nennt Dirk Oldehaver aus Husum den Urlaub, bei dem man immer Abstand hat.

Urlauber wie Dirk Oldehaver. „Wir sind im Wohnmobil praktisch in Quarantäne“, meint der 61-Jährige aus Husum. Er fährt mit seiner Lebensabschnittsgefährtin Brigitte Urban mehrmals im Jahr mit dem mobilen Heim in den Urlaub – immer in unterschiedliche Gegenden. In diesem Sommer war das Paar in Füssen und auf Schloss Neuschwanstein.

Auf dem Rückweg haben die beiden in Fürstenfeldbruck angehalten, um die Schwester von Brigitte Urban zu besuchen. Die wohnt nämlich in Puchheim. Dieses Jahr seien deutlich mehr Urlauber mit dem Wohnmobil unterwegs, hat Oldehaver bemerkt. „Viele davon mit Leihmobilen.“

„Dieses Jahr war es entschieden mehr, oft waren die Stellplätze voll“

Familie Schwarz macht auf den Weg in die Alpen halt in Bruck. Dabei ist auch Töchterchen Leylani.

Das haben auch Viola und Bernd Langhammer beobachtet. „Dieses Jahr war es entschieden mehr, oft waren die Stellplätze voll“, meint die 64-Jährige. Das sei aber nicht so schlimm, denn wenn ein Platz voll sei, könne man einfach weiter fahren.

Die beiden Rentner schätzen vor allem die Flexibilität, die ihnen das Wohnmobil ermöglicht. „Wir reisen sehr ad hoc, bleiben ein bis zwei Tage an einem Ort und fahren dann weiter, ohne groß vorher zu planen“. Vor Ort würden sie dann Radtouren mit den beiden mitgebrachten E-Rädern machen. In die Stadt Fürstenfeldbruck bringt sie ebenfalls die Familie – sie besuchen hier auf der Durchreise ihre Tochter.

Diese Freiheit genießt auch Familie Schwarz aus Stuttgart. Sie wollte ursprünglich nach Südtirol fahren, doch dort sei es voll gewesen. So entschied sich die vierköpfige Familie im letzten Augenblick, statt dessen nach Kempten umzuschwenken. Das Wohnmobil haben sie sich schon vor zwei Jahren geholt – eine glückliche Entscheidung in Zeiten der Pandemie, sagt der 39-jährige Familienvater. „Mit Wohnmobil ist immer Abstand möglich.“ Nach dem Zwischenstopp in Bruck reiste die Familie in die Alpen weiter – ein Ersatz für die Dolomiten.

Weitere Nachrichten aus der Stadt Fürstenfeldbruck finden Sie hier.

Sven Behrens

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