Gastronom Gerhard Kohlfürst setzt seit Langem auf Saisonalität und Regionalität.
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Gastronom Gerhard Kohlfürst setzt seit Langem auf Saisonalität und Regionalität.

Fürstenfeldbruck

Fürstenfelder: Restaurant mit Stern für Umweltschutz ausgezeichnet

  • Andreas Daschner
    vonAndreas Daschner
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Fürstenfeldbruck – Große Ehre für das Fürstenfelder: Das Restaurant bekommt vom Michelin Guide den grünen Stern verliehen.

Fürstenfeldbruck - Der berühmte Hotelführer zeichnet damit Gaststätten für ihr Umweltschutz-Engagement aus. Fürstenfelder-Chef Gerhard Kohlfürst sieht die Auszeichnung als Bestätigung für einen eingeschlagenen Weg. Der Gastronom erfuhr durch den Anruf des Tagblatt-Reporters von der am Freitag vergebenen Auszeichnung. Der Wirt zeigte sich überrascht und sehr erfreut: „Der grüne Stern entspricht genau unserer Ausrichtung mit einer regionalen, saisonalen und ökologischen Küche.“ Die ist bislang bereits mit dem Michelin-Teller im Guide vertreten – als einziges Restaurant im Landkreis. Nun kommt also der grüne Stern hinzu. Laut Herausgeber des Michelin Guides soll damit der Mut und Einfallsreichtum der Küchenchefs bei der täglichen Ausübung ihres Berufs hervorgehoben werden.

Ökologische Küche

Genau der war auch ein Faktor, dass Kohlfürst mit dem Fürstenfelder schon vor dem großen Bio-Boom auf eine ökologische Küche setzte. Das Restaurant ist seit 2003 bio-zertifiziert. „Unser Küchenchef dachte damals schon in die Richtung“, sagt Kohlfürst. Weil auch seine Familie sehr öko-orientiert lebt und er sich zusammen mit seiner Frau Gedanken über die Ernährung der damals noch jungen Kinder gemacht hatte, war der Weg zur Bio-Küche ein kurzer.

Und der wurde nach dem Umbau 2018 noch intensiviert. „Wir kaufen vorzugsweise sehr regional und saisonal ein“, sagt Kohlfürst. Seine Lieferanten sind alle aus der näheren Umgebung: Landwirt Robert Reichlmayr vom Engelsberger Hofladen in Bruck, die Olchinger Gärtenerei Hecker, der Biohof Wallner in Dachau und der Hatzlhof in Esting. „Wir holen unsere Produkte möglichst direkt vom Landwirt und schauen uns die Betriebe auch alle persönlich an“, sagt Kohlfürst.

Gäste nicht bevormunden

Der grüne Stern bedeutet aber nicht, dass das Fürstenfelder ausschließlich auf vegetarische und vegane Speisen setzt. „Wir wollen unsere Gäste nicht bevormunden“, betont Kohlfürst. Allerdings gibt es im Fürstenfelder nicht nur zwei oder drei vegetarische und vegane Gerichte. Vielmehr setzt Kohlfürst auf ein ausgewogenes Angebot für alle. „Wir haben bei der Ausrichtung der Speisekarte schon immer unseren eigenen Kopf gehabt“, sagt der Restaurant-Chef.

Wer nun befürchtet, dass das Essen im Fürstenfelder nach dem Lockdown aufgrund der Auszeichnung teurer wird, den beruhigt Kohlfürst: Er wolle nicht, dass das Angebot im Fürstenfelder als gehobene Küche wahrgenommen wird, in der es nur noch Speisen ab 100 Euro aufwärts gibt. „Wir werden bei den Preisen weiter bei unserer kalkulatorischen Ausrichtung bleiben.“

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