Bereits am 18. Dezember ist der letzte Schultag. In schwierigen Fällen soll es eine Notbetreuung geben. Foto: dpa
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Einige Kinder besuchen Notbetreuungen.

Landkreis FFB

So funktioniert die Corona-Notbetreuung in Schulen

  • Thomas Steinhardt
    vonThomas Steinhardt
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Die Notbetreuung von Kindern klappt den Umständen entsprechend gut. Zu diesem Schluss kommt das Schulamt. In den Grund- und Mittelschulen nutzen rund sieben Prozent der Kinder das Angebot. Für die Lehrer ist die Notbetreuung allerdings eine Herausforderung.

Fürstenfeldbruck – Rund 11 000 Schüler besuchen die Grund- und Mittelschulen im Landkreis. Entsprechend differenziert ist das Bild, das sich ergibt. Während in den Grundschulen insgesamt im Schnitt gerechnet rund zehn Prozent der Kinder in der Notfallbetreuung sind, ist die Zahl an Mittelschulen entsprechend geringer. Die Hürde zur Notfallbetreuung ist niedrig: Eigentlich kann jeder sie besuchen, der das möchte.

Für die Lehrer bedeutet das natürlich eine Herausforderung. Einerseits müssen sie ihre Klassen auf Distanz unterrichten, andererseits müssen sie immer mal wieder Betreuungsgruppen übernehmen. Die Schüler erhalten hier Unterricht wiederum von ihrem Klassenlehrer, während der Betreuungslehrer sich um den Ablauf und eben die Betreuung kümmert. Die Kinder haben natürlich auch Maskenpflicht und sollen an ihren Plätzen bleiben. Teils haben die Kinder Tablets samt Kopfhörer bekommen, die ihnen die Teilnahme an Videokonferenzen ermöglichen. Schulamtsleiterin Bettina Betz ist froh, dass viele Schulleiter sehr früh umgestellt haben. Das oft zitierte Programm Mebis werde nur sehr reduziert eingesetzt – MS Teams ist sehr häufig das Mittel der Wahl, wobei hier auch die Kommunen sehr geholfen hätten.

Besser in der Schule als in privaten Gruppen

In der Notbetreuung werden je nach Schule Kinder mehrerer Jahrgangsstufen zusammengefasst oder je nach Jahrgangsstufe betreut. Das hängt von den Möglichkeiten der jeweiligen Schule ab, vom Hygienekonzept, aber auch von der Menge an zu betreuenden Kindern.

Bettina Betz sind keine Corona-Ansteckungen aus der Notbetreuung bekannt, im Gegenteil: Ihr ist es lieber, wenn die Kinder in der Schule sind als in häuslichen Betreuungsgruppen. Denn in der Schule werde ganz sicher fürs Lüften und die Einhaltung der Maskenpflicht gesorgt.

Insgesamt sei nicht zu leugnen, dass Kinder durch die Situation Lernschäden davon tragen könnten. Gerade in bildungsferneren Schichten sei das zu erwarten. Ein Teil der Gefahr: Kinder ausländischer Eltern haben gerade mühsam Deutsch gelernt –und sprechen jetzt plötzlich zu Hause wieder nur ihre Muttersprache. „Unsere Sorge ist schon: Wie läuft das daheim ab?“ Betz schildert zwei Beispiele: Einmal habe ein Kind ihrer Lehrerin berichtet, dass sie endlich mal wieder gutes Mittagessen haben möchte – ein anderes Kind fiel der Grundschullehrerin bei einem Zufallstreffen auf der Straße um den Hals und bat weinend darum, wieder in die Schule zu dürfen. Kinder aus schwierigen Umständen würden von Schulleitern daher auch gezielt in die Notbetreuung aufgenommen.

Trotz allem gut angelaufen

Trotz dieser Schwierigkeiten ist Betz überzeugt, dass die Notbetreuung gut angelaufen sei und funktioniere. Überhaupt sieht sie keine großen Ansteckungszahlen an Grundschulen. Keine gute Lösung sei der Wechselunterricht – dann sei eine Notbetreuung kaum möglich, weil die Lehrer da schon auf zwei Ebenen arbeiten müssen.

Durch den guten Willen vieler gelinge es, eine möglichst annehmbare Situation zu schaffen – bei allen coronabedingten Schwierigkeiten. Immerhin: Seit einiger Zeit hat die Schulamtsleiterin in Sachen Notbetreuung keine Beschwerde mehr bekommen.

In den weiterführenden Schulen spiele die Notbetreuung kaum eine Rolle, sagte eine Sprecherin des Landratsamtes. Je Schule nähmen zwischen einem und sechs Schülern die Möglichkeit wahr. Anders verhalte es sich nur in den Förderzentren. Hier sind je 30 Kinder in der Notbetreuung.

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