100 Kilometer legt Nicole Drescher bei ihren Ultra-Wanderungen zurück. Auf die Idee brachte sie ein Fitnessstudio-Besitzer. Auch rund um Fürstenfeldbruck will sie einen Ultra-Marsch machen.

Fürstenfeldbruck

Sie wandert 100 Kilometer an einem Tag

Wandern zählen viele zu ihren Hobbys. Doch Nicole Drescher ist eine Bergtour zu wenig. Sie stellt sich beim Ultra-Wandern ganz anderen Herausforderungen und marschiert 100 Kilometer in 24 Stunden. Ein Hobby, das sie erfüllt, trotz Blasen an den Füßen.

Fürstenfeldbruck „Ich weiß ehrlich gesagt nicht, warum ich diesen Blödsinn immer und immer wieder mache“, gesteht Nicole Drescher. „Vielleicht ist es einfach dieses ganz besondere Kribbeln.“ Ihr außergewöhnliches Hobby besteht neben eiserner Disziplin und Ausdauer nämlich vor allem aus wunden Füßen und körperlicher Höchstleistung.

Beim Ultra-Wandern geht es darum, möglichst lange Strecken am Stück zurückzulegen – entweder 50 Kilometer in zwölf Stunden oder 100 Kilometer in 24 Stunden. Vor rund zwei Jahren kam die zweifache Mutter zum ersten Mal in Kontakt mit dem Ultra-Wandern. „Ich habe viel abgenommen und bin dabei auf eine Facebook-Gruppe gestoßen“, erzählt Drescher. Vor allem eine Challenge, bei der sie so viele Schritte wie möglich zurücklegen musste, gab ihr den entscheidenden Ansporn. „Seitdem gibt es für mich nur noch das Laufband und Schritte, Schritte, Schritte.“

Ein Scherz?

Dass die 38-Jährige seitdem den Aerobic-Kurs gegen das Laufband eingetauscht hatte, fiel auch dem Studiobesitzer auf. Er war es, der vorschlug, sich für einen 100-Kilometer-Lauf von München nach Mittenwald anzumelden. „Ich hielt das erst für einen Scherz, wer macht denn auch sowas Verrücktes“, erinnert sich Drescher. „Aber dann habe ich mich tatsächlich angemeldet.“

Wie anspruchsvoll so eine Strecke tatsächlich ist, wurde der 38-Jährigen erst bei einem ersten Trainingslauf bewusst. „Nach 40 Kilometern war ich so platt, dass ich dachte, ich muss ins Krankenhaus“, erinnert sich Drescher.

Angenehmer wurde das Training, als sie über Facebook auf eine Gruppe stieß, die sich zum Wandern traf. Dort lernte Drescher ihre Wanderpartnerin kennen.

50 Kilometer sind mittlerweile ein Klacks

Seitdem sind die beiden zusammen fast jedes Wochenende mindestens 30 Kilometer unterwegs. Ganz reibungslos verlief der erste offizielle Marsch im September 2018 nicht, trotzdem hielt die Bruckerin bis zum Schluss durch. „Es hat die ganze Zeit geregnet, ich hab geheult, geschrien und trotzdem immer weitergemacht“, berichtet die zweifache Mutter stolz. Dieser ersten 100-Kilometer-Wanderung in München folgten vier weitere in Deutschland und Österreich. Auch vier 50-Kilometer-Läufe absolvierte Drescher, wobei diese Länge für sie mittlerweile „ein Klacks“ ist, wie sie sagt.

Unverzichtbar ist beim Ultra-Wandern die richtige Ausrüstung und Verpflegung. Um Letzteres kümmert sich meist der Veranstalter: Ungefähr alle 20 Kilometer steht etwas zu essen für die Läufer bereit. In ihrem eigenen Rucksack hat Nicole Drescher neben Getränken ein Regencape, Blasenfett und ihren mobilen Akku für das Handy. „Das ist ganz wichtig, denn ich zeichne die Strecke und die zurückgelegten Kilometer genau auf“, erklärt die Hobby-Sportlerin. Die größte Herausforderung am Ultra-Wandern ist für Drescher eindeutig die Strecke in der Nacht. „Wenn es stockdunkel ist, man nichts sieht und die Temperaturen auf dem Tiefpunkt sind, wäre man schon lieber im warmen Bett“, gibt die 38-Jährige zu.

Auch in Zeiten von Corona möchte Drescher nicht auf ihr Hobby verzichten, schließlich gilt es, die gelaufenen 1262 Kilometer des vergangenen Jahres zu überbieten. Da die meisten großen Veranstaltungen abgesagt sind, hat sie ihre eigene 100- Kilometer-Wanderung in und um Fürstenfeldbruck organisiert.

(VON NATHALIE HRADECKY)

Weitere Infos

zu Nicole Drescher und ihren Wanderungen gibt es auf ihrem Instagram-Kanal megamega_nikki. Wanderfreunde, die an dem „Special-Marsch“ interessiert sind, können entweder dort oder per Telefon unter (0176) 45 73 43 59 Kontakt aufnehmen.

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