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Mit Hut und Schirm schlenderten die Bürger um 1900 durch die Brucker Hauptstraße.

Neue Ausstellung

So haben die Brucker um 1900 gelebt

Wie haben die Brucker um 1900 gelebt? Im Museum können die Besucher in die Vergangenheit eintauchen. Dabei helfen Gesichter von Bürgern und der berühmten Familie Miller im neuen Eingangsbereich.

Fürstenfeldbruck – Neue Gesichter erwarten die Besucher des Brucker Museums im zweiten Stock. Der Eingangsbereich zur Dauerpräsentation „Leben in Bruck um 1900“ wurde neu gestaltet – und zwar unter anderem mit Porträts von Brucker Bürgern, die für die Gesellschaft dieser Zeit typisch waren. Außerdem hat eine herausragende Familie Einzug in die Ausstellung gehalten: die Millers als Vorzeige-Vetreter der Brucker Society.

Endlich sind damit die Forschungsergebnisse des Museums über die Millers für die Besucher zugänglich, freuen sich die beiden Leiterinnen Angelika Mundorff und Eva von Seckendorff. „Die Familie war nun mal ein stadtgeschichtliches Highlight.“ Dies, zumal sie sich innerhalb nur einer Generation aus dem Handwerkerstand ins Großbürgertum hocharbeitete, was zu jener Zeit alles andere als selbstverständlich war.

Johann Baptist Miller war über ein halbes Jahrhundert lang Bürgermeister der Stadt und als solcher sehr innovativ. Er sorgte unter anderem dafür, dass Bruck frühzeitig eine Straßenbeleuchtung bekam. Weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt wurde sein Bruder, der Erzgießer Ferdinand von Miller, der gemeinsam mit Johann Baptist Stiglmaier einen wesentlichen Anteil an der Kunstblüte Münchens unter der Regentschaft Ludwigs I. von Bayern hatte. Die beiden schufen unter anderem die Bavaria-Statue und damit eines der bekanntesten Wahrzeichen Münchens.

Eine Miniatur-Ausführung der bayerischen Patronin – ebenfalls ein Original aus der Millerschen Erzgießerei – steht nun in einer Panzerglas-Vitrine im Museum gleich neben dem Touchscreen, auf dem man sich in den Stammbaum der Familie und die Lebensgeschichten ihrer berühmtesten Vertreter vertiefen kann. Dazu zählt auch Oskar von Miller, jüngster Sohn des Erzgießers und Elektro-Pionier. Er sorgte dafür, dass Bruck Strom bekam und dieser nicht nur für Reiche, sondern auch für kleine Handwerksbetriebe erschwinglich war.

Die Museumsleiterinnen Angelika Mundorff (l.) und Eva von Seckendorff sind stolz darüber, dass die Familie Miller Einzug in die Ausstellung gefunden hat.

Gegenüber der den Millers gewidmeten Wand findet der Besucher Porträts von Brucker Menschen – Kindern, jungen und älteren Erwachsenen, einfachen Leuten und bürgerlichen Damen und Herren. Die Bilder zeigen einen Querschnitt der Bevölkerung und geben Aufschluss über die wichtige Rolle des Porträts in der Kunst. Auch zu diesem Thema steht ein Touchscreen bereit, an dem der Interessierte spielerisch viel lernen kann – zum Beispiel, dass man Selbstporträts am starren Blick des Abgebildeten erkennt.

Früher hätten derlei Informationen vielleicht auf Schautafeln gestanden, doch mittlerweile geht es nicht mehr ohne moderne Technik, so Angelika Mundorff. Insgesamt soll die sehr abwechslungsreiche Ausstellung den Besuchern die Möglichkeit bieten, „in die Vergangenheit einzutauchen“.

Von Ulrike Osman

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