Schnelltests bietet das Theresianum zweimal wöchentlich an, auch in der Faschingszeit. An anderen Tagen müssen Besucher wie Helmut Heel einen negativen Testnachweis mitbringen.
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Schnelltests bietet das Theresianum zweimal wöchentlich an, auch in der Faschingszeit. An anderen Tagen müssen Besucher wie Helmut Heel einen negativen Testnachweis mitbringen.

Fürstenfeldbruck

So schützen sich Altenheime

  • Ingrid Zeilinger
    vonIngrid Zeilinger
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Vor allem die Senioren in den Alten- und Pflegeheimen leiden unter Einsamkeit. Denn in der Corona-Pandemie sind die Besuche der Liebsten noch komplizierter geworden. Abstand, Maske und Corona-Tests erfordern viel Zeit, Disziplin und Organisation – von den Angehörigen, aber auch vom Personal.

Fürstenfeldbruck – An Tagen mit ungeradem Datum darf Helmut Heel seine Frau besuchen. Denn da sind im Theresianum die Nachnamen mit den Buchstaben A bis J an der Reihe, an geraden Tagen dürfen die Bewohner Besuch empfangen, deren Nachnamen mit Buchstaben K bis Z beginnen.

„Seit wir im Mai wieder öffnen durften, ist es so aufgeteilt“, erklärt Anita Beer, die im Haus für Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Drei Angehörige sind pro Bewohner erlaubt – natürlich immer nur einzeln. „Rein rechnerisch könnten 70 Menschen am Tag kommen“, sagt Beer. Doch viele scheuen den Aufwand oder haben zu viel Sorge, das Virus ins Haus zu tragen oder es dort aufzuschnappen. Höchstens 30 Besucher pro Tag kommen – oft auch weniger.

Auch Helmut Heel fährt regelmäßig zu seiner Birgitt. Den Coronatest, den er mit Negativergebnis beim Besuch vorweisen muss, macht er meist am Fliegerhorst. Eine Fahrerei, die der Olchinger gerne in Kauf nimmt. Gelegentlich kann er auch am Theresianum einen Schnelltest machen. Immer montags und donnerstags gibt es das Angebot. „Das stemmen wir nebenbei“, berichtet Beer.

Im Pflegehaus von Lepel-Gnitz des Roten Kreuzes gibt es sogar von Montag bis Freitag sogenannte Point-of-Care(PoC)-Tests für Besucher. Das sei unproblematisch und klappe gut, sagt Einrichtungsleiterin Andrea Löw. „Wir überlegen, es auch noch auf Samstag auszuweiten.“

Eine andere Regelung bietet das AWO-Seniorenzentrum Josefstift: Hier bekommt der Besucher nur nach Voranmeldung den Schnelltest. „Er soll dann eine Viertelstunde früher kommen“, erklärt Leiterin Susanne Preisenhammer. Wer nur mit seinem Angehörigen spazieren gehen möchte, braucht dagegen keinen Test. „Wir bringen die Bewohner raus.“ Preisenhammer ist sich sicher, dass die Angehörigen auch hier sehr umsichtig sind. „Seit wir Corona im Haus hatten, ist den Angehörigen die Ernsthaftigkeit der Lage sehr bewusst.“

Trotz Negativtest ist in den Einrichtungen alles auf Sicherheit ausgerichtet. Für die Besuche gibt es extra Räume, Bewohner und Angehörige sitzen sich am Tisch gegenüber – mit FFP2-Maske und mindestens 1,50 Meter Abstand. „Besuche am Zimmer sind nur im palliativen Bereich gestattet“, erklärt Preisenhammer. So ist das auch in den anderen Häusern.

Pfleger und Betreuer bemühen sich, ein bisschen Intimsphäre zu wahren. Zwar sitzen in den großen Räumen auf Abstand zwei bis drei Besuchspärchen – so auch im Wiener Caféhaus des BRK-Pflegehauses. Doch es gibt auch den Raum der Begegnung, wo man die Türe schließen kann. „Wir fragen die Angehörigen vorher, wo sie sitzen möchten“, erklärt Andrea Löw. 45 Minuten Zeit bleibt für Gespräche, dann muss desinfiziert werden. „Das reicht in der Regel aus.“

90 Minuten Zeit gibt es im Theresianum. Ist der Besuchsraum voll, kann man in Kapelle oder Speisesaal ausweichen. Ansonsten stehen die Video-Telefonate hoch im Kurs. Die Angehörigen hätten für all die Vorschriften und Regelungen Verständnis, berichtet Anita Beer. Das höre sie immer wieder von den Mitarbeitern der Pforte. So auch von Helmut Heel, der wieder seine Birgitt besucht. „Es ist phänomenal, wie sich alle bemühen.“

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