Erzieherinnen sind in allen Kitas gesucht. Die Stadt möchte durch das Modell OptiPrax weitere Bewerber anlocken. Auch eine Prämie während der Schulzeit ist im Gespräch. symbolFoto: dpa
+
Erzieherinnen sind in allen Kitas gesucht. Die Stadt möchte durch das Modell OptiPrax weitere Bewerber anlocken. Auch eine Prämie während der Schulzeit ist im Gespräch.

Fürstenfeldbruck

So will die Stadt Erzieher-Azubis gewinnen

  • Ingrid Zeilinger
    vonIngrid Zeilinger
    schließen

Die Stadt möchte sich um engagierte Erzieher bemühen. Daher ermöglicht sie ab sofort das Modell OptiPrax. Hier können Abiturienten und Quereinsteiger eine verkürzte Ausbildung machen. Auch eine Prämie für die zwei Jahre der theoretischen Ausbildung ist im Gespräch.

Fürstenfeldbruck – Der Markt für Personal in den Kindertagesstätten ist leer gefegt. Auch bei der Stadt können die Ausbildungsplätze meist gerade so besetzt werden. Eine große Auswahl, wie es noch vor einigen Jahren der Fall war, gibt es nicht mehr, berichtete Kindergartenreferentin Kathrin Siegler (CSU) im Hauptausschuss. Daher hat die CSU einen Antrag gestellt, angehenden Kinderpflegern und Erziehern während der Schulzeit ein Taschengeld zu zahlen. Im Gegenzug sollten sich die Azubis verpflichten, für einige Zeit bei der Stadt zu arbeiten.

Optiprax

Die Verwaltung brachte das Modell der Erzieherausbildung mit optimierten Praxisphasen (OptiPrax) ins Spiel. Dieses richtet sich an Absolventen mit allgemeiner oder Fachhochschulreife sowie vorheriger Ausbildung und dauert nur drei Jahre. „Das wäre eine sehr gute Möglichkeit, den Bewerberkreis zu erweitern“, sagte Siegler. Bei der Stadt wird das Modell bislang nicht angeboten. Sie müsste als Kooperationspartner auftreten und einen Azubi-Entgelt zahlen, erklärte Michael Wagner von der Personalabteilung. „Ich verstehe nicht, warum man das noch nicht gemacht hat“, meinte Willi Dräxler (BBV). Die Stadträte waren sich einig, diesen Ausbildungsweg künftig mit anzubieten.

Diskussionsbedarf bestand beim zweiten Teil: Um die Realschüler auch ins Boot zu holen, dachte die CSU an eine Art Taschengeld oder Prämie. Das Problem: Während der Ausbildung darf kein Vertrag über eine weitere Beschäftigung geschlossen werden. Die Stadt kann die Prämie zwar bezahlen, läuft aber Gefahr, dass der Erzieher hinterher trotzdem eine andere Stelle antritt. Ein Recht auf Rückzahlung besteht dann nicht, erklärte Wagner. Einzige Möglichkeit sei dann eine Klage – Ausgang offen.

Man könne ja an eine Prämie denken, meinte Andreas Lohde (CSU): 50 Prozent könne man gleich zahlen, den Rest bei Vertragsabschluss. Michael Maurer, in der Verwaltung zuständig für die Kindergärten und Krippen, erklärte, dass man ohnehin nicht jedem Auszubildenden eine Stelle anbieten könne. „Es gibt aber Bewerber, die signalisieren, dass sie sich an die Stadt binden wollen.“ Hier würde sich eine finanzielle Unterstützung durchaus lohnen. Auch wenn das Risiko bleibe, dass sie trotzdem gehen würden.

Zahlung während der Schuljahre

Maurer schlug vor, auch den freien Trägern anzubieten, einen angehenden Erzieher durch eine Zahlung während der Schuljahre zu unterstützen. Die Höhe der Defizitübernahme würde sich dadurch nicht ändern. Rechne man mit 450 Euro im Monat, würde das die Stadt auf zwei Jahre gut 14 000 Euro kosten, rechnete Wagner vor. Man könne auch weniger zahlen und so zwei bis vier Menschen unterstützen, meinte Markus Droth (FW).

Der Hauptausschuss entschied, dass die Verwaltung das Thema weiter prüfen und dem Stadtrat noch einmal vorlegen soll. Dieser muss auch noch grünes Licht geben. Für eine Art Prämie werden 8000 Euro pro Jahr im Haushalt eingestellt. „Das bringen wir unter“, meinte Kämmerin Susanne Moroff.

Dräxler hatte noch etwas anderes im Blick: „Das Wichtigste wäre, Wohnraum, damit könnte man viele locken.“ Die vielen Schwesternwohnheime der Kliniken würden zeigen, wie es funktioniere.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare