Wenn Fürstenfeld leuchtet, strömen die Besucher aufs Klosterareal

Stadtverwaltung plant größere Lichtinstallation

Fürstenfeldbruck soll leuchten – wenn es bezahlbar ist

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Die Brucker Innenstadt erstrahlt in bunten Lichtern, und das wochenlang: Das ist eine Idee der Stadtverwaltung, die durchaus Fans hat. Aber in Zeiten klammer Kassen haben es größere Kunstprojekte schwer, wie die Diskussion der Stadträte zeigte.

Fürstenfeldbruck– An Lichtkunst haben die Fürstenfeldbrucker und auch Besucher ihre Freude. Das zeigt etwa der Erfolg der Veranstaltung „Fürstenfeld leuchtet“ alle paar Jahre. Zum Volksfest 2017 legte sich ein Wortteppich aus Licht über das alte Rathaus. Da könnte man doch auch mal die ganze Innenstadt in buntes Licht tauchen, dachte sich die Stadtverwaltung und trug den Plan jetzt erstmals vor Stadträten vor. Die zeigten sich vorsichtig zugeneigt. Wenn da nicht der Haushalt wäre.

Wortteppich am Alten Rathaus

Die Idee sei ja schön, aber man möge doch bitte ans Geld denken: So lässt sich verkürzt der Tenor wiedergeben, in dem die Mitglieder des Kultur- und Werkausschusses auf den Vorschlag der Stadtverwaltung reagierten, im Sommer 2020 die Brucker Innenstadt für mehrere Wochen von Lichtkünstlern in Szene setzen zu lassen und dafür Geld im Haushalt einzuplanen. „Das ist interessant, aber auch hübsch teuer. Da hätte ich gerne Konkreteres“, sagte Klaus Quinten (BBV), nachdem Andreas Habersetzer aus der Abteilung Stadtmarketing den Stadträten das Projekt „Stadtkunstlicht“ vorgestellt hatte.

Ähnlich wie mehrfach in den vergangenen Jahren das Kloster bei der Veranstaltung „Fürstenfeld leuchtet“, sollen nach Vorstellung des Rathauses Gebäude im Stadtgebiet als Projektionsfläche für Lichtkunstkunstwerke dienen – ohne Eintritt frei zugänglich und nicht lediglich für ein paar Tage, sondern über mehrere Wochen, vielleicht sogar einen ganzen Sommer hinweg.

Ein Kurator soll dafür Künstler auswählen. Deren Objekte sollen mit Licht und Schatten, Laser und Wasser die Innenstadt in einen Lichterzauber verwandeln. Dafür solle der Stadtrat im Haushalt 85 000 Euro vorsehen. Diese Summe basiere auf Erfahrungen aus dem nordrhein-westfälischen Lüdenscheid, wo eine ähnliche Aktion 2013 rund 40 000 Besucher angezogen habe, berichtete Andreas Habersetzer.

Ob das auch in Fürstenfeldbruck tatsächlich so viel kosten werde, wisse man noch nicht. „Wir stehen erst ganz am Anfang der Planung. Aber wären wir hier ohne Zahl angetreten, wäre uns das auch negativ ausgelegt worden.“

Philipp Heimerl, Sprecher der SPD-Fraktion, sagte: „Auch uns ist der Preis von 85 000 Euro aufgefallen.“ Es gebe so viele Haushaltsposten, bei denen man diskutiere, den Rotstift anzusetzen. Deshalb solle man auf diese Sonderausgabe zumindest zunächst verzichten, und sie später wieder aufgreifen, wenn es im Haushalt wieder mehr Spielräume gebe. Markus Droth (CSU) gab zu bedenken, eine solche Summe könne Begehrlichkeiten wecken.

Um das Projekt vor der offenbar drohenden sofortigen Beerdigung zu retten, regte Klaus Wollenberg (FDP) an, die Verwaltung weiter planen zu lassen, um dann zu sehen, welche Kosten wirklich auf die Stadt zukämen. Fänden sich Unterstützer und Förderer, rede man am Ende vielleicht noch von 25 000 Euro Kosten für die Stadt.

Habersetzer darf nun mit einem Budget von 3000 Euro weiterplanen und davon etwa Kuratoren für erste Gespräche einladen. Ob die Stadt eines schönen Sommers in einem Lichtermeer erstrahlt, ist aber weiterhin offen.

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