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Mit Fahnen und einem Mahnmarsch erinnern die Brucker an die Atombombenabwürfe von Hiroshima und Nagasaki.

Gedenken zum Atombombenabwurf

Sozialforum vermisst die Jugend bei Hiroshima-Gedenkfeier

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Der Abwurf der Atombomben auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki jährt sich bereits zum 74. Mal. Die Erinnerung hält das Sozialforum Amper mit einer Gedenkfeier wach.

Fürstenfeldbruck – „Hiroshima und Nagasaki stehen auch für das unbestimmte Gefühl der Angst“, sagt Vize-Bürgermeister Christian Götz. Einzelne Staatenlenker würden sich eher von Emotionen als von der Vernunft leiten lassen. „Umso wichtiger ist es, dass wir unseren Kindern und Enkeln beibringen, sich für eine friedliche Welt einzusetzen.“ Götz bezieht sich auf das Motto „Für eine Welt ohne Atomwaffen, Atomwaffen ächten, nicht modernisieren“. Auch die Stadt setzt durch den Beitritt zu den „Mayors for Peace“ im Jahr 2014 ein offizielles Zeichen gegen Atomwaffen.

Und Fürstenfeldbruck solle ein weiteres Zeichen hinzufügen, fordert Inge Ammon vom Sozialforum: mit dem Beitritt zu „ican“, der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen. Knapp 50 Städte in Deutschland hätten sich der Organisation, die 2017 den Friedensnobelpreis erhielt, bereits angeschlossen.

Sozialforum sieht die Jugend in der Pflicht

Das Sozialforum sieht auch die Jugend in der Pflicht. Denn unter den knapp 50 Teilnehmern ist Götz als Vertreter der Stadt einer der wenigen Jüngeren. „Ich bin da auch ein wenig ratlos“, gesteht Ammon trotz aller eigenen Engagements ein. Man wende sich immer an weiterführende Schulen. Der Erfolg sei aber eher überschaubar. So sei man richtig froh, mit Lisa Strömsdörfer die diesjährige Abiturientensprecherin des Viscardi-Gymnasiums gewonnen zu haben. „Unsere Politiker dürfen Hiroshima und Nagasaki nicht vergessen“, mahnt sie. Die junge Generation sei in Sorge, deshalb sei es an der Zeit, dass die Politiker aufwachen.

Hans-Jürgen Buber liest aus den Erinnerungen eines „Hibakusha“ – so werden die Überlebenden der Atombombenabwürfe bezeichnet. „Ich sah einen Lichtblitz und wurde 20 Meter in die Luft geschleudert. Menschen fielen tot um, obwohl sie nicht verletzt wirkten.“ Die Gedenkfeier wirkt an dieser Stelle trotz aller Stille emotional. Die Erinnerungen schließen mit dem Satz: „Atomwaffen tun nichts anderes außer zerstören.“

Die Weiterentwicklung dieser Waffen muss gestoppt werden

Jürgen Schulz vom Sozialforum nennt sie nicht Waffen, sondern Massenvernichtungsmittel. Deren Weiterentwicklung gehöre gestoppt und geächtet. Darum werde man weiter kämpfen. „Es bleibt noch viel zu tun, lassen wir uns nicht entmutigen.“ Für Organisatorin Inge Ammon ist gerade das der Grund, warum sich der Protest alljährlich zeige. „Wir wollen damit öffentlich sein“. Und so wird es die Gedenkfeier auch zum 75. Jahrestag geben – mit dem Marsch vom Alten Rathaus zur Kneipp-Insel.

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