Altes Rathaus (Old Town Hall), Kirche St. Leonhard Fürstenfeldbruck
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Altes Rathaus und Kirche St. Leonhard in Fürstenfeldbruck

Städte und Landkreise im Freistaat

Fürstenfeldbruck

Die Stadt Fürstenfeldbruck liegt etwa 25 Kilometer westlich der Landeshauptstadt München. Sie ist die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises. Im Mittelalter führte mit der Salzstraße ein bedeutender Handelsweg an der Gemeinde vorbei. Heute ist Fürstenfeldbruck ein wichtiger Standort der Wirtschaft; der Hersteller des deutschen Kampfpanzers Leopard 2 hat hier seinen Sitz.

  • Fürstenfeldbruck ist eine Große Kreisstadt und Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises.
  • Die Stadt ist für Unternehmen aus der Rüstungsindustrie bekannt und Standort der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege in Bayern (Fachbereich Polizei).
  • Fürstenfeldbruck bietet eine hohe Lebensqualität und ist nicht nur bei Urlaubern, sondern auch bei Tagesausflüglern beispielsweise aus München sehr beliebt.

Fürstenfeldbruck – Der Name der Stadt Fürstenfeldbruck setzt sich aus zwei Teilen zusammen. Der erste Namensteil Fürstenfeld bedeutet „das Feld des Fürsten“. Er bezieht sich darauf, dass das Flurstück, auf dem die Gemeinde sich angesiedelt hat, damals zum Besitz der Wittelsbacher gehörte. Dort gründeten Mönche der Zisterzienser im Jahr 1263 das Kloster Fürstenfeld. Außerdem liegt Fürstenfeldbruck am Fluss Amper. In der Nähe des Klosters bestand bereits die Siedlung Bruck („Brücke“), die an der Brücke über die Amper lag. Als das Kloster die Grundherrschaft über den Markt Bruck erlangte und dort die Gerichtsbarkeit ausübte, wuchsen die beiden Teile zusammen. Es entstand die Gemeinde Fürstenfeldbruck.

Die Stadt Fürstenfeldbruck liegt ebenso wie der gleichnamige Landkreis nahe bei der Landeshauptstadt München. So gehören die Große Kreisstadt und der Kreis zum sogenannten Münchener Speckgürtel. Durch die wachsende Bevölkerung in der Metropole und die steigenden Miet- und Kaufpreise gerät auch der Immobilienmarkt in dieser Region stark unter Druck. Die Stadt Fürstenfeldbruck hat rund 37.000 Einwohner, der gesamte Landkreis etwa 220.000. Durch die Lage in der Metropolregion müsste der Landkreis rein rechnerisch eine neue Kleinstadt für rund 40.000 Einwohner aufbauen, um die Situation auf dem Wohnungsmarkt zu verbessern.

Fürstenfeldbruck ist etwa 25 Kilometer Luftlinie westlich von München gelegen, Augsburg liegt im Nordosten in einer Distanz von etwa 50 Kilometern. Durch die Lage im westlichen Oberbayern ist die Grenze zum Regierungsbezirk Schwaben nicht weit.

Im gleichnamigen Landkreis positioniert sich die Stadt Fürstenfeldbruck leicht westlich der Kreismitte. Sie grenzt u. a. an folgende Gemeinden, die alle zum Kreisgebiet gehören:

  • Emmering
  • Jesenwang
  • Landsberiet
  • Adelshofen
  • Olching
  • Grafrath
  • Alling
  • Mammendorf
  • Schöngeising
  • Maisach

Das Stadtgebiet selbst gliedert sich in zwölf amtliche Gemeindeteile mit verschiedenen Siedlungstypen.

Fürstenfeldbruck – die frühe Geschichte der Stadt

Schon lange vor Gründung der Stadt führte die im Mittelalter als bedeutender Handelsweg bekannte Salzstraße an dieser Region vorbei. Die Händler und Reisenden überquerten auf ihren Wegen den Fluss Amper an der bereits vorhandenen Brücke. Die Familie der Gegenpointer errichtete dort eine Station, um im Namen der Welfen Zölle zu erheben. Rund um die Zollstation und eine später hinzugekommene Poststation wuchs die Siedlung Bruck, die im Jahr 1306 als Markt erwähnt wurde. Später gründete sich das benachbarte Kloster. Die Gemeinde Fürstenfeldbruck entstand durch den Zusammenschluss des Klosters Fürstenfeld und der Siedlung Bruck im Jahr 1340.

Bis 1425 gelang es der Kirche, auch die letzten Besitzrechte der Familie der Gegenpointer zu übernehmen, das Dorf gehörte nun komplett zum Kloster. Dank der günstigen Lage wuchs die Gemeinde, bereits 1440 konnte die Leonhardskirche in Bruck geweiht werden. Ein Neubau des Klosters im barocken Stil folgte Ende des 17. Jahrhunderts. Durch die Säkularisation des Klosters im Jahr 1803 wurde Fürstenfeldbruck aus der kirchlichen Verwaltung entlassen und wuchs langsam in eine bürgerliche Selbstverwaltung hinein.

Fürstenfeldbruck – die jüngere Geschichte

Bereits im Jahr 1873 begann die Stadt, von der Nähe zu München stark zu profitieren. Damals erhielt sie über die Strecke München – Lindau einen Anschluss an den Schienenverkehr. Die gute Erreichbarkeit brachte der Gemeinde viele Ausflugsgäste und Urlauber aus der Metropole. Besonders beliebt waren:

  • das (Heil-)Bad im Fluss Amper
  • Schlittenfahrten im Winter
  • Ausflüge in die Natur rund um den Ort
  • das Malen der ländlichen Umgebung

Zu den berühmtesten Einwohnern der Stadt gehörte damals Oskar von Miller. Der Sohn des Brücker Erzgießers Ferdinand von Miller galt nicht nur als Vater des Deutschen Museums. Als Elektropionier brachte er auch im Jahr 1892 das erste gemeindliche Elektrizitätswerk in Bayern an das Stromnetz.

Am 6. Dezember 1908 erhielt der Markt Bruck durch die Regierung seine heutige Bezeichnung Fürstenfeldbruck, da der Ort unter verschiedenen Namen und Schreibweisen bekannt war. Im Jahr 1935 wurde der Markt Fürstenfeldbruck zur Stadt erhoben. Ein Jahr später eröffnete der Fliegerhorst Fürstenfeldbruck als Standort der Luftwaffe. Nach 1972 wuchs die Zahl der Einwohner durch die Anbindung an die Münchener S-Bahn deutlich.

Fürstenfeldbruck – die Wirtschaft

Der Zukunftsatlas 2019 bescheinigte der Wirtschaft der Stadt hohe Zukunftschancen, sie rangierte auf Platz 73 von insgesamt 402 deutschen Städten und Landkreisen. Fürstenfeldbruck ist ein Standort mit wenig Industrie, doch zwei „Schwergewichte“ der deutschen Rüstungsindustrie sind im Ort vertreten.

Die Wegmann-Gruppe hat ihren Hauptsitz in Fürstenfeldbruck. Das Unternehmen hält 50 Prozent am KNDS, die andere Hälfte gehört dem französischen Staat. Diese Firma entstand im Jahr 2015 durch den Zusammenschluss von Kraus-Maffei Wegmann und Nexter Systems. Das waren die Hersteller von Panzerfahrzeugen wie dem deutschen Kampfpanzer Leopard 2 oder dem französischen Modell Leclerc. Wehrtechnik ist der größte Geschäftsbereich der Wegmann-Gruppe. Außerdem gibt es die Geschäftsbereiche Schleifring und Automotive.

Die ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH ist ein Software- und Systemanbieter, der schwerpunktmäßig in der Rüstungsindustrie tätig ist. Das Unternehmen hat zwar seinen Sitz in München, die Firmenzentrale liegt allerdings in Fürstenfeldbruck. Wichtigster Kunde ist die Bundeswehr, aber auch die Automobil-, Luftfahrt- und Investitionsgüterindustrie gehören zu den Auftraggebern bei ESG.

Weitere große Arbeitgeber in der Stadt sind das Klinikum und Coca-Cola.

Fürstenfeldbruck – die Sehenswürdigkeiten

Unter den Sehenswürdigkeiten der Stadt ist das Stadtmuseum Fürstenfeldbruck einen Besuch wert. Es liegt auf dem Gelände des ehemaligen Zisterzienserklosters und verrät viel über die Geschichte der Kreisstadt und das Thema Heimatkunde:

  • In der archäologischen Abteilung widmet sich das Museum der frühen Geschichte und zeigt Funde aus der Stein- und Bronzezeit, von den Kelten, Römern und Bajuwaren sowie aus dem frühen Mittelalter.
  • Eine Dauerausstellung würdigt die Geschichte des früher weit über Bayern hinaus bekannten Klosters Fürstenfeld.
  • Um 1900 war Fürstenfeldbruck eine urbane Gemeinde mit ländlichem Flair und hoher Lebensqualität, wie die Ausstellung zeigt.
  • Regelmäßig wechselnde Sonderausstellungen runden das Angebot ab.

Das Angebot des Museums richtet sich an alle Besucher vom Kindergartenkind bis zum Senior.

Das Energiemuseum der Stadtwerke zeigt eine große Ausstellung in der Maschinenhalle des Kraftwerks der ehemaligen Klosterökonomie. Das Herzstück der Sammlung bildet eine Francis-Turbine. Eine Lehrsammlung über das Thema Stromerzeugung und -verteilung sowie Informationen zu wichtigen Persönlichkeiten des Elektrizitätswesens sind ebenfalls vorhanden.

Weitere Sehenswürdigkeiten sind:

  • das Ensemble der Altstadt Fürstenfeldbruck, der älteste historische Ortskern in Oberbayern
  • das ehemalige Zisterzienser-Kloster Fürstenfeld
  • die Aumühle, ehemals Stadtwerke heute Stadtbibliothek (Industriedenkmal)

Fürstenfeldbruck – die Politik in der Stadt

Die letzte Kommunalwahl in der Stadt Fürstenfeldbruck fand am 15. März 2020 statt. Bei der Kommunalwahl wurde der neue Stadtrat bestimmt, der Bürgermeister wird seit 2017 zu einem anderen Zeitpunkt gewählt. Die Einwohner gaben Ihre Stimmen wie folgt ab, was zu dieser Sitzverteilung im Stadtrat führte:

  • CSU: 29,21 % und 12 Sitze
  • Brucker Bürgervereinigung: 22,23 % und 9 Sitze
  • Grüne: 16,93 % und 7 Sitze
  • Freie Wähler Fürstenfeldbruck: 10,57 % und 4 Sitze
  • SPD: 7,85 % und 3 Sitze
  • ÖDP: 4,24 % und 2 Sitze
  • FDP/Parteifreie Brucker: 3,32 % und 1 Sitz
  • Die PARTEI: 3,78 % und ein Sitz
  • Die Linke: 1,87 % und 1 Sitz

Die Wahlbeteiligung lag 48,27 Prozent.

Von 1996 bestimmte Sepp Kellerer von der CSU als Oberbürgermeister 18 Jahre lang die Politik der Stadt. Im Jahr 2014 konnte Kellerer aufgrund der in Bayern geltenden Altersgrenze für Bürgermeister nicht mehr antreten. Ihm folgte Klaus Pleil von der BBV, der 2017 krankheitsbedingt das Amt niederlegte. Bei den vorgezogenen Wahlen wurde Erich Raff von der CSU amtierender Oberbürgermeister.

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