Die Stadt will bezahlbaren Wohnraum schaffen.
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Die Stadt will bezahlbaren Wohnraum schaffen.

Fürstenfeldbruck

Stadt will Bau-Genossenschaften fördern

  • Thomas Benedikt
    vonThomas Benedikt
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Die Stadt will beim Wohnungsbau zukünftig verstärkt auf Genossenschaften setzen. Mit großer Einmütigkeit einigten sich die betroffenen Ausschüsse und der Stadtrat darauf.

Fürstenfeldbruck – Ziel müsse es sein, dass es sich jeder leisten könne, auch noch im Alter in Fürstenfeldbruck zu leben, formulierte es Markus Droth (Freie Wähler). Seine Fraktion hatte den Antrag für eine stärkere Berücksichtigung von Genossenschaften gestellt. „Die Zeit ist reif, das Thema in der Stadt anzuschieben“, so Droth in der gemeinsamen Sitzung des Planungs- und Hauptausschusses.

Konkret will die Stadt beim Verkauf eigener Grundstücke und bei Bebauungsplanverfahren mit einer Wohnflächenmehrung von mindestens 500 Quadratmeter, dass 40 Prozent davon als öffentlich geförderte Wohnungen errichtet werden. Alternativ dazu kann dieser Anteil auch durch andere Wohnformen, wie zum Beispiel die Genossenschaft, ersetzt werden.

Für die Vorzüge dieser Rechtsform warb in der Sitzung auch Natalie Schaller von der Mitbauzentrale München. Sie stellte in einem halbstündigen Vortrag vor, wie Genossenschaften funktionieren. Die Vorteile sah Schaller vor allem in der stärkeren Bindung der Bewohner an ihre Immobilie. Dadurch, dass sie selbst an dem Bau beteiligt sind – es handelt sich um eine Baugemeinschaft im Gemeinschaftseigentum – sei auch die Motivation größer, die Immobilie ansprechend zu gestalten.

Schaller verwies auf Pilotprojekte in München, aber auch Garching und Wörthsee, die sowohl in Bauweise als in ihrer kreativen Ausgestaltung ihrer Zeit voraus gewesen seien. So entstünden laut Schaller lebendige Nachbarschaften, in denen Themen wie Inklusion oder Wohnen im Alter vorgelebt würden.

Um Teil einer Genossenschaft zu werden, muss man dieser zunächst gegen einen fixen Betrag beitreten. Dabei handelt es sich jedoch vielmehr um eine Bearbeitungsgebühr. Erst im nächsten Schritt, wenn es um die tatsächliche Schaffung von Wohnraum geht, wird Eigenkapital von den Mitgliedern gefordert. Insgesamt würden meistens knapp über die Hälfte des benötigten Geldes von den Bewohnern gestemmt, so Schaller. Den Rest übernähmen Nichtwohnende, die darin eine gute Anlagemöglichkeit sehen.

Für die Bereitstellung des Grundstücks und Schaffung von entsprechendem Baurecht obliegt in der Regel der Kommune. Doch Philipp Heimerl (SPD) merkte noch an, dass man nicht nur städtische Flächen nutzen, sondern auch mit privaten Investoren zusammenarbeiten sollte.“

Bei den Stadträten kam dieses Modell sehr gut an. „Die Entlastung öffentlicher Strukturen ist begrüßenswert“, sagte Andreas Lohde (CSU). „Wenn ich so etwas sehe, bekomme ich feuchte Augen“, meinte gar Christian Götz (BBV). Auch ÖDP, Grüne, FDP, Linke und SPD begrüßten den Vorstoß. Der Antrag passierte folgerichtig problemlos Ausschüsse und Stadtrat.

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