Das Rathaus Fürstenfeldbruck
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Fürstenfeldbruck

Stadt will Raumluftreiniger in Klassenzimmern testen

  • Ingrid Zeilinger
    vonIngrid Zeilinger
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Fürstenfeldbruck – Soll die Stadt für ihre Schulen, Kitas und die Volkshochschule Raumluftreiniger anschaffen, oder nicht? Der Stadtrat ist geteilter Meinung, was den Nutzen der Geräte angeht. Nun will man zum Test einige Vorführgeräte vier Wochen lang in Klassenzimmern aufstellen und dann entscheiden.

Bereits im Hauptausschuss hatte Georg Huber, Sachgebietsleiter Immobilienmanagement, über den aktuellen Stand des Corona-Schutzes in Bildungsstätten berichtet. Lüften sei derzeit die effektivste Maßnahme. Um weitere technische Geräte anzuschließen, müsse in einigen Schulen bei der Elektrik nachgerüstet werden. Dies geschehe im Rahmen der Digitalisierung aber ohnehin.

Der SPD war diese Information aber nicht genug. Per Eilantrag brachte sie das Thema kurzfristig in den Stadtrat. „Ich hätte mir ein Konzept gewünscht“, meinte Mirko Pötzsch. „Außer einer Bestandsaufnahme haben wir zwei Monate nichts gemacht.“

Der Sozialdemokrat hob die Bedeutung der Raumluftreiniger hervor, um die Anzahl der Aerosole in der Luft zu reduzieren. Er beantragte spontan, einfach 50 Geräte einer Firma anzuschaffen. Die Zeit dränge. „Wir bedenken uns zu Tode“, mahnte Fraktionskollege Philipp Heimerl.

OB Erich Raff wies darauf hin, dass hier bei Kosten von mehreren 100 000 Euro eine Ausschreibung nötig sei. Zumal Raumluftreiniger nur für die Räume gefördert werden, die nicht gelüftet werden können. Christian Stangl (Grüne) meinte, dass man zwar eine Senkung der Virenzahl in der Luft erreichen könne, aber kein Ende des Unterrichts mit Abstand und geteilten Klassen. Man könne auch die Kinder mit FFP2-Masken ausstatten, fand Andreas Rothenberger (BBV). Das sei wahrscheinlich sogar kosteneffizienter. Die Teilung der Klassen sei „krass, aber effektiv“. Und wenn die Schulen ganz geschlossen würden, habe man das Geld zum Fenster rausgeworfen, fürchtete Christian Götz (BBV). Alexa Zierl (ÖDP) regte an, 200 000 Euro als Budget für Luftreiniger oder anderes bereitzustellen.

Raff berichtete, dass viele Anbieter sich bei der Stadt melden, um ihre Geräte zu verkaufen. Er habe schon Kontakt aufnehmen wollen. Andreas Lohde (CSU) schlug daraufhin vor, einige Vorführgeräte zu leihen und vier Wochen in den Räumen zu testen. Mit dieser Idee konnten sich alle anfreunden.

Die Verwaltung hatte auch die Idee eingebracht, CO2-Sensoren einzubauen. „Die könnten helfen, das Lüftungsverhalten besser in den Griff zu bekommen“, erklärte Huber. Doch diesen Punkt stellte der Stadtrat zurück. Erst einmal will man im November oder Dezember die Erfahrungen mit den Testgeräten auswerten und dann entscheiden.  imu

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