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Fürstenfeldbruck auf einer Karte, die zwischen 1817 und 1841 entstand.

Stadtgeschichte aus der Vogelperspektive

Was historische Karten über die Stadt Bruck verraten

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Einen Blick in die Geschichte werfen – und das ohne ein Buch aufzuschlagen, oder ein Museum zu besuchen? Die historischen Karten des Bayern-Atlas machen das möglich. Jeder kann sie online aufrufen. Das Tagblatt ist für eine Serie schon auf virtuelle Spurensuche gegangen. Den Anfang macht die Stadt Fürstenfeldbruck.

Fürstenfeldbruck – Eine mäandernde hellblaue Amper, viel blassgrünes Land, wenige schwarze und rote Kästchen: So präsentiert sich Fürstenfeldbruck auf einer Landkarte, die von 1817 bis 1841 galt. Lediglich die längliche Form der heutigen Kommune lässt sich damals bereits erkennen. Die bildete sich auch wegen der um 1873 eröffneten Bahnstrecke heraus. Heute hat die bananen-förmige Kreisstadt 38 000 Einwohner. Rund um den Kern finden sich kaum noch freie Flächen. Dabei hielt sich der Wachstum laut Stadtbaurat Martin Kornacher bis etwa 1930 in engen Grenzen.

Entwicklung ab 1930

Stadtbaurat Martin Kornacher kann aus den historischen Karten Aspekte der Stadtentwicklung herauslesen.

Etwa 1935 bildeten sich die so genannten Reichskleinsiedlungen. Ein Beispiel ist die Werftsiedlung im Nordosten der 1935 zur Stadt ernannten Gemeinde. Nahe der Flurstraße wohnten vor allem Bürger, die in der nahe gelegenen Flugwerft am Fliegerhorst arbeiteten. Zudem gab es die Beamtensiedlung am Tulpenfeld, die Kinderreichensiedlung an der Rothschwaiger Straße und die Kriegsopfersiedlung an der Ganghoferstraße.

Als sich die Siedlungen bildeten, hatte die Wirtschaftskrise viele Bürger arbeitslos gemacht. Auf den etwa je 800 bis 1000 Quadratmeter großen Grundstücken außerhalb des Stadtkerns konnten die nicht so gut betuchten Einwohner Obst und Gemüse anbauen sowie Vieh halten und sich damit selbst versorgen. Die Siedlerhäuschen waren nicht groß, sie hatten im Schnitt drei Zimmer.

Mit den Gebäuden wuchs die Einwohnerzahl. 1939 waren es etwa 7000, 1945 mit rund 11 000 fast die doppelte Zahl. Die Stadt wuchs während des zweiten Weltkriegs stark, was auch am Fliegerhorst mit seinen vielen Arbeitsplätzen lag. Zusätzlich gehörte Bruck seit 1934 zu der „Zone für besonders dringliche Ausweisung von Wohngebieten“ im Umland von München. Der Zuzug wurde also auch auf Landesebene gefördert.

Neubauten ab 1945

Nach 1945 entwickelte sich die Stadt vor allem im Westen. Nun sollte sie zu einem kompakten Gebilde zusammenwachsen. „Es wurden auch die Zwischenräume zwischen den Reichskleinsiedlungen baulich genutzt“, erklärt Stadtbaurat Kornacher. Trotzdem sollten die Gebäude nicht mehr so nah aneinander errichtet werden. „Man hatte aus dem Krieg gelernt. Die Häuser liefen so weniger Gefahr, zu brennen. Außerdem beachtete man den Schuttkegel.“ Damit mein Kornacher den Umkreis, in dem Beton und Mauersteine landen, wenn ein Haus einstürzt. Auch auf freie Flächen legten die Planer wert.

Die ersten großen Anlagen

Als eine der ersten großen Anlagen gelten die Bauten der Genossenschaft an der Landsberger Straße. Ab 1954 wurden die mittlerweile abgerissenen Sternzeichenhäuser der bayerischen Heimstätten gebaut. In der Folge entstanden dort Kindergärten, Schulen und Läden. Als moderne Architektur galt 1958 der Sternkindergarten an der Richard-Higgins-Straße, der durch seine dem Namen entsprechende Form sowie seine Lichtkuppel auffällt.

Einfamilienhäuser als Ideal

Die Stadt in ihrer heutigen Ausdehnung; Häuser und Straßen haben Felder und Wiesen verdrängt.

Im Brucker Westen entstanden bis 1965 vor allem Einfamilienhäuser. Sie bildeten eine Art Siedlung. Das Häuschen im Grünen galt lange Zeit als Idealbild. Doch die Lage veränderte sich, als immer mehr solcher Bauten errichtet wurden. Anfangs war der Blick auf das Kloster noch frei. Später wurde das Areal zu einer in Bruck einzigartigen Art Vorortsiedlung, die gut durchgrünt ist und in der die Wohnqualität hoch ist – städtebauliche Höhepunkte aber fehlen. Weil die Siedlung in die Breite gebaut wurde, wuchs die Entfernung der Gebäude vom Stadtkern.

Immer mehr Einwohner bedingten zudem einen höheren Bedarf an Erholungs- und Freizeitangeboten. Deshalb baute die Stadt in den 1950er-Jahren die Badestelle an der Amper zu einem Freibad aus. Als Treffpunkt und Lokal wurde der Pavillon errichtet.

Die ersten Hochhäuser

Weil sich auf den Straßen und Plätzen der Stadt zu wenig Leben abspielte, versuchte man dem Mangel an urbanen Qualitäten durch weitere Verdichtung abzuhelfen. So entstand Ende der 1960er Jahre das erste Hochhaus am Geisinger Steig. Später baute man die Wohnblocks Am Drudenbogen und der Buchenauer Straße.

Der eigentliche Amper-Übergang

Bei seinen Recherchen zur Stadtentwicklung ist Kornacher auf ein nahezu unbekanntes Detail gestoßen: Der eigentliche Haupt-Amperübergang war ursprünglich an der Lände – bis zum Bau der ersten Amperbrücke im Mittelalter. „Auch weil’s dort flacher war.“ Betrachtet man die Karte genau, laufen bis heute die Hauptverkehrsachsen auf die Lände zu. Dazu gehört neben Landsberger-, Puchermühl- und Maisacher Straße. auch der Weg, der von Gelbenholzen kommt.

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