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In kleiner Besetzung dürfen die Mitglieder der Stadtkapelle zusammenkommen und auch auftreten.

Schockstarre im Lockdown

Corona-Ensembles als Anfang nach der Zwangspause

  • vonHans Kürzl
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Rund zwei Monate lang war der Stadtkapelle Fürstenfeldbruck coronabedingt jede Aktivität untersagt. Nun will man den Spielraum nutzen, den die Lockerungen bieten.

Fürstenfeldbruck – Von den ständigen Diskussionen um die aktuelle Situation und die Folgen für Kulturschaffende will man sich bei der Stadtkapelle Fürstenfeldbruck nicht herunterziehen lassen. „Wir haben uns vorgenommen, aus Corona zu lernen“, sagt Benedikt Trouw. Gleichermaßen Kampfgeist und Optimismus spricht aus der Ansage des Vorsitzenden der Stadtkapelle. „Coronabesetzung“ nennt er das Konzept, mit dem man die nächste Zukunft gestalten und überleben will.

Auftritte von kleinen Formationen lassen die jüngsten Lockerungen zu. Die sind bei der Stadtkapelle mal vier oder fünf Musiker stark und bieten unterschiedliche Musikrichtungen an, von der Tanzlmusi bis zur Hintergrundmusik im Biergarten oder bei Feiern. Mit drei Klarinetten, einem Tenorhorn und einem Akkordeon spielt die Tanzlmusi. Die Blechbläser dagegen treten mit Trompeten und Posaunen auf. Probleme, die Leute dazu zusammenzubekommen, hat die Stadtkapelle nicht. „Bei uns ist jedes Instrument mehrfach besetzt“, sagt Trouw. „Und alle sind hoch motiviert.“

Den ersten Applaus gab es schon bevor sie losspielten

Dazu tragen Auftritte wie jüngst im wieder eröffneten „Marthabräu“ an der Augsburger Straße bei. Der erste Dirigent Paul Roh erzählt: „Wir haben den ersten Applaus bekommen, bevor wir überhaupt den ersten Ton gespielt haben.“ Das habe er so noch nie erlebt. Die Besucher im Biergarten hätten sich allein schon darüber gefreut, dass Musik gespielt wurde.

Das soll auch bei Geburtstagen, Firmenfeiern oder Vereinsfesten der Fall sein. Denn bei aller Freude an der Musik muss die Stadtkapelle wieder Geld in die Kasse bekommen – für Instrumente, Kleidung und die Miete für den Probenraum im Haus 10 auf dem Klosterareal. 150 Euro je Stunde sind zu zahlen, wenn man eines der kleinen Ensembles buchen will. Zeitliche Vorgaben gibt es nicht, nur der Abstand von zwei Metern muss unter den Musikern eingehalten werden.

Benedikt Trouw: „Wir waren in Schockstarre“

Unendlich weit auseinander fühlte man sich bei der Stadtkapelle in der Zeit des Lockdowns. „Wir waren in Schockstarre, nicht einmal in unsere Räume konnten wir“, beschreibt Trouw die rund zwei Monate des totalen Stillstandes. Nicht mal, um nach dem Rechten sehen, durfte man die Räumlichkeiten betreten. „Ich bin schon eher Optimist. Aber da hatte ich schon den einen oder anderen Durchhänger“, gesteht Dirigent Roh. Man habe sich übers Internet mit Rhythmus- und Gehörübungen beholfen. Aber die wahre Freude sei das nicht gewesen.

Das änderte sich erst mit den Lockerungen. Man nutzte es aus, dass zwei Hausstände zusammen kommen konnten. Es war der erste Schritt hin zu den Ensembles. „Die wollen wir auf alle Fälle beibehalten“. sagen Trouw und Roh übereinstimmend. Musik soll helfen, die Corona-Zeit ein wenig besser zu überstehen.

Weitere Nachrichten aus der Stadt Fürstenfeldbruck finden Sie hier.

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