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Das Brucker Eisstadion hat kein Dach.

Stadträte wollen Eishalle – aber wo, wie und mit wem?

  • Ingrid Zeilinger
    vonIngrid Zeilinger
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Die Stadt hält an dem Ziel, eine Eishalle zu bauen, fest. Trotz Sparprogramm im Haushalt stellt man Gelder bereit – auch wenn Standort und mögliche Betreiber noch gar nicht fest stehen. Die Stadtwerke wären eine Option, doch die sind wenig begeistert.

Fürstenfeldbruck – Die Eishalle wird eines der beherrschenden Wahlkampfthemen. Deshalb wollte bei den Haushaltsberatungen niemand das Projekt streichen. Vor rund 20 Zuhörern – die meisten Anhänger des EV Fürstenfeldbruck – sprachen sich alle Fraktionen für eine Eishalle aus. Klar ist aber auch: Bis diese steht, muss noch viel geklärt werden Es wird einige Zeit ins Land gehen.

„Es besteht dringender Handlungsbedarf“, mahnte Finanzreferent Walter Schwarz (SPD) im Rahmen der Haushaltsberatungen. Die Probleme mit den Anwohnern würden sich verschärfen. Diese beklagen den Lärm, besonders bei Eishockeyspielen, und haben den Olchinger Rechtsanwalt Ewald Zachmann eingeschaltet (wie bereits berichtet). Sie drohen mit einer Klage, sollte sich der Bolzplatz beim Klosterstadion als Standort für die geplante Eishalle herauskristallisieren.

Planung zügig vorantreiben

Schwarz wollte daher die Planungen möglichst zügig vorantreiben. Er schlug vor, neben den bereits genehmigten 50 000 Euro für die Standort-Feinuntersuchung heuer weiter 80 000 Euro im Etat bereit zu stellen. Für die Folgejahre sprach er von 100 000, 200 000 und 2023 800 000 Euro für die Eingabeplanung, einen möglichen Rechtsstreit mit den Anwohnern und Änderung des Bebauungsplans am Sportzentrum rund ums Klosterstadion. „Es ist ein Signal, dass wir bereit sind, Geld für den Bau in die Hand zu nehmen“, sagte Schwarz. Selbst, wenn den Bau dann jemand anderes übernehme: „Den Bebauungsplan ändern und durchsetzen, das müssen wir selbst machen.“

Herwig Bahner (FDP) ging das nicht weit genug. Er forderte, für die Jahre 2022 bis 2024 jeweils eine Million Euro vorzusehen. „Wenn ich eine Untersuchung durchführe und plane, muss ich auch die Absicht haben, es umzusetzen.“ Daher solle sich der Stadtrat schon unter Druck setzen, das Vorhaben auch umzusetzen und sich über die Folgekosten bewusst werden. „Wir planen ständig und bauen nie.“

OB Erich Raff (CSU) hatte nichts gegen die Summen. Er warnte jedoch davor, jetzt schon Geld für einen Bebauungsplan am Bolzplatz auszugeben. „Wir haben einen Vertrag für die Standortuntersuchung.“ Wolle man gleich am Bolzplatz bauen, müsse man schauen, ob man aus dem Vertrag rauskomme. Doch die Stadträte wollten sich den Standort zunächst offen halten. „Wir sollten mehrgleisig fahren, bis wir den idealen Standort haben“, sagte Andreas Lohde (CSU).

Applaus für die Entscheidung - Stadtwerke skeptisch

Abgesehen vom Standort müssen auch Gespräche über einen möglichen Investor oder Betreiber geführt werden. Denn die Stadt hat kein Geld für den Bau der Eishalle. „Es wird nicht ohne die Stadtwerke gehen“, sagte Markus Droth (FW). Die Stadt müsse als Gesellschafter die Stadtwerke auffordern, die Eishalle zu planen. So leicht sei das nicht, sagte Raff auf Tagblatt-Nachfrage. Zwar habe man mit der Stadtwerke-Geschäftsführung bereits über das Thema gesprochen. Doch die Begeisterung halte sich in Grenzen, gerade nach dem teuren Neubau an der Cerveteristraße. „Auch wenn die Stadtwerke der Stadt gehören, ist es ein Wirtschaftsbetrieb, der am Markt bestehen muss.“ Amperoase und Eisstadion verursachen seit Jahren ein Defizit und kein Plus.

Der Finanzausschuss schloss sich letztlich Bahners Vorschlag mit großer Mehrheit an. Damit stehen für die Jahre 2022 bis 24 je eine Million Euro im Haushalt. Die Zuhörer im Sitzungssaal quittierten die Entscheidung mit Applaus.

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