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Der Stadtrat von Fürstenfeldbruck berät in Klausur zwei Tage lang über Leitlinien zur Verkehrsentwicklung. Die Ergebnisse behält er vorerst für sich und beschwört lieber eine neue Harmonie. Auf dem Foto: die B2 in der Stadtmitte, an der Kreuzung das Rathaus.

Ziele für weitere Planung sollten erarbeitet werden

Klausur zur Verkehrsentwicklung: Harmonie als Hauptprodukt

  • vonStefan Reich
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Der Stadtrat von Fürstenfeldbruck berät in Klausur zwei Tage lang über Leitlinien zur Verkehrsentwicklung. Die Ergebnisse behält er vorerst für sich und beschwört lieber eine neue Harmonie.

Fürstenfeldbruck – Samstagmittag im Stadtsaalhof des Veranstaltungsforums: Nach der zweitägigen Stadtratsklausur zum Verkehrsentwicklungsplan (VEP) schwärmen Teilnehmer im Vorbeigehen von der konstruktiven Atmosphäre. Einigkeit, das soll die zentrale Botschaft sein nach drei Jahren Arbeit am VEP und zu Beginn der neuen Legislaturperiode des Stadtrates. Worüber man sich so einig war, wollen Lokalpolitiker und Verkehrsplaner auf der abschließenden Pressekonferenz aber nicht wirklich mitteilen.

Drinnen im Stadtsaal sitzen Oberbürgermeister Erich Raff (CSU), seine Stellvertreter Christian Stangl (Grüne) und Birgitta Klemenz (CSU) sowie Verkehrsreferent Mirko Pötsch (SPD) flankiert von Experten vor Medienvertretern. Über ihren Köpfen sind zehn Leitlinien mit einem Projektor auf eine Leinwand geworfen. An diesen Zielen soll sich die Verkehrsplanung der Stadt künftig orientieren.

Doch abgesehen vom Punkt Fliegerhorst – der soll zu einem nachhaltigen Stadtquartier werden – ließen sich diese knapp formulierten Ziele auf hunderte Städte ähnlicher Größe übertragen. Mehr tun für Rad- und Fußverkehr, den öffentlichen Nahverkehr stärken, über Maßnahmen auch mit Nachbarkommunen reden: Das ist die Detailschärfe, in der das Resultat von zwei Tagen Klausur präsentiert wird.

Was also ist an den zwei Tagen konkret passiert? Die zehn Leitlinien standen ja schon beim letzten Bürgerworkshops zum VEP im Juni zur Diskussion. Nun aber, entgegnet Verkehrsplaner Gerhardt Wulfhorst, wurden sie auch politisch diskutiert.

Man habe an präzisierenden Texten gearbeitet, sagt Raff. Die prozessbegleitenden Experten hätten Vorschläge gemacht, die habe man bearbeitet. Als Beispiel lässt der OB kurz die Erläuterungen zum ÖPNV auf die Leinwand werfen. Sein Stellvertreter betont, dass das keine fertigen Beschlüsse seien. Noch fehle Zustimmung im Stadtrat. Nur 18 der 40 Räte waren mit in Klausur.

Viel verraten die paar Sätze zum Leitziel „ÖPNV stärken“, ohnehin nicht. Interessanter ist, dass zu sehen ist, was aus dem Vorschlag gestrichen wurde: nämlich der einzig konkrete Halbsatz. Der hätte eine gute Anbindung „auch abends und an den Wochenenden“ zum Ziel erklärt.

Mit jeder Wortmeldung wächst der Eindruck, dass man zwei Tage lang vor allem auslotete, was verkehrspolitisch unstrittig ist – und nebenbei übte, konstruktiv miteinander zu reden. Birgitta Klemenz, seit Mai Dritte Bürgermeisterin, erinnert eigens an „den alten Stadtrat mit seiner teils als bedenklich zu sehenden Diskussionskultur“. Verkehrsreferent Pötzsch betont, er sei erfreut darüber, dass sich die Fraktionen gegenseitig Luft gelassen hätten. „Einen gewissen Gegensatz gab es bei der Lenkung des überörtlichen Verkehrs“, schildert Stangl. Man sei sich aber einig, erstmal weitere Trassen-   sowie  Tunnelvari-
anten zu prüfen. Anders formuliert: Thema vertagt.

Was konkret in der Klausur formuliert wurde – und was nicht –, zeigt sich, wenn der Stadtrat im September über Leitlinien und Präzisierungen abstimmt. Der VEP soll dann im Frühjahr 2021 fertig sein.

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