Im ehemaligen Verwaltungsgebäude der Stadtwerke auf der Amperinsel sollen Start-Ups unterkommen.
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Im ehemaligen Verwaltungsgebäude der Stadtwerke auf der Amperinsel sollen Start-Ups unterkommen.

Fürstenfeldbruck

Altes Geschäftsführerhaus der Stadtwerke wird zum Gründerzentrum

  • Ingrid Zeilinger
    vonIngrid Zeilinger
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Im ehemaligen Geschäftsführerhaus der Stadtwerke sollen Chefs der Zukunft sitzen. Mit Unterstützung ehemaliger Unternehmer werden hier Büros an Start-Up-Firmen vermietet. Ein erstes grobes Konzept steht.

Fürstenfeldbruck – Seit dem Umzug der Stadtwerke steht das sogenannte Geschäftsführerhaus auf der Amperinsel leer. Schnell entstand die Idee, das Gebäude wieder zu nutzen. Zwei Anträge brachten ein Gründerzentrum ins Gespräch. Der Stadtrat griff dies auf und beschloss jetzt die Umsetzung.

So entstehen in dem Haus neun zwischen elf und 30 Quadratmeter große Büroräume, verteilt auf drei Stockwerke. Die Miete liegt bei 90 bis 230 Euro. Auch einen Meetingraum, eine Gemeinschaftsküche und Toiletten wird es geben. Das Lesecafé und der Veranstaltungssaal in der benachbarten Aumühle könnten ebenfalls genutzt werden, erklärte Georg Huber vom städtischen Immobilienmanagement.

Maximal fünf Jahre

Die Büros will man an junge Unternehmen aus Zukunftsbranchen wie Mobilität, Medizin und Digitalisierung sowie aus der Kultur- und Kreativwirtschaft vermieten, berichtete Aliki Bornheim von der Wirtschaftsförderung im Rathaus. Die Start-Ups sollen maximal fünf Jahre im Gründerhaus verweilen. In dieser Zeit können sie ihr Unternehmen starten und Arbeitsplätze schaffen. „Unser Ziel ist es, die Unternehmen in der Kommune zu halten“, erklärte Arnold Wietzke von den Aktivsenioren Bayern. Die Gruppierung von ehemaligen Unternehmern wird das Projekt begleiten und die Gründer unterstützen. „Das Projekt ist eine ganz wichtige Sache für Fürstenfeldbruck“, ergänzte Aktivsenior Michael Richter, der in der Stadtratssitzung zu Gast war.

Die Aktivsenioren

Um als Haus attraktiv zu sein, muss die Stadt als Träger einen Mehrwert bieten. Die Aktivsenioren wollen dafür ihr Netzwerk und ihre wirtschaftlichen Kontakte einbringen. Sie halten und organisieren Vorträge und beraten die Start-Ups. Auch eine professionelle Infrastruktur sei unumgänglich, sagte Richter. „Die Gründer haben da durchaus gewisse Ansprüche.“

Ein Freundes- und Förderkreis mit Unternehmen aus der Region soll ihnen helfen, sich zu vernetzen. Um die Außenwirkung soll sich ein Repräsentant des Gründerhauses kümmern, der auch den jungen Leuten mit Rat und Tat zur Seite steht. Im Haus selbst erledigt ein Koordinator das Alltagsgeschäft. Ein Steuerungsgremium wählt die Bewerber aus. Darin sitzen laut dem jetzt beschlossenen Konzept zum einen Vertreter der Antragssteller als auch der Repräsentant und Koordinator sowie Vertreter der Aktivsenioren und der Wirtschaftsförderung. Alexa Zierl (ÖDP) riet zu einer möglichst paritätischen Besetzung des Steuerungsgremiums, um auch Gründerinnen anzusprechen.

Der Stadtrat war dem Vorhaben gegenüber sehr aufgeschlossen. „Es ist ein tolles Konzept“, sagte Jan Halbauer (Grüne). Andreas Rothenberger (BBV) bat darum, die Kriterien für die Auswahl der Bewerber noch einmal im Stadtrat vorzustellen. Einzig beim Namen gibt es noch Verbesserungspotenzial. Bornheims Vorschlag, die Marke „Geschäftsführerhaus“ – sprich die Geschäftsführer von morgen – zu etablieren, kam nicht so gut an. Es wird wohl nur der Arbeitstitel bleiben.

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