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Die Bahnhofsunterführung Maisach lief voll Wasser. Das lag an einem technischen Defekt.

Auch in der Region Fürstenfeldbruck

Starke Regenfälle lassen die Pegel von Flüssen und Bächen steigen

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Die starken Regenfälle der vergangenen Tage haben vielerorts die Pegel ansteigen lassen. Feuerwehren überwachten neuralgische Punkte an den Gewässern.

Fürstenfeldbruck  - Große Sorgen bereitete die angeschwollene Amper infolge des Tiefs Axel den Betreibern des Vogelparks in Olching. Dort hat man noch schlimme Erinnerungen an das Pfingsthochwasser von 1999. Der Park wurde damals komplett überflutet, zahlreiche Vögel verendeten. „Wir sind schon sehr beunruhigt“, sagte Sprecherin Daniela Kuchenbaur. Pläne für eine Evakuierung gebe es zwar noch nicht. Dennoch hätten sich die Mitarbeiter erste Gedanken gemacht, was im Fall des Falles zu tun ist. „Die Möwen sitzen gerade auf ihren Eiern. Die könnte man herausnehmen und in einen Brutkasten legen.“ 

Bauhof-Mitarbeiter entfernen vorsichtshalber Treibgut aus der Amper

Dass dies nötig ist, glaubt Olchings Feuerwehrchef Josef Gigl aber nicht. Er und seine Kameraden überprüften am Dienstag regelmäßig die Pegel der Amper. Sein Fazit: „Wir sind entspannt.“ Vorsorglich hätten Mitarbeiter des Bauhofs aber Treibgut aus dem Starzelbach entfernt. Ein Auge auf das Gewässer hat man auch in Eichenau. Die Pegel hätten aber keinen Anlass zur Sorge gegeben, erklärte Kommandant Christian Weber. 

Maisacher Bahnhofsunterführung läuft voll Wasser

In Maisach ist in der Nacht auf Dienstag die Bahnhofsunterführung voll Wasser gelaufen. Das lag aber nur mittelbar an den starken Niederschlägen, wie Bürgermeister Hans Seidl berichtete, sondern vielmehr an einem technischen Defekt. Denn die Pumpen, die das Wasser aus der Unterführung befördern sollen, waren ausgefallen. Dabei seien die Pumpen erst unlängst überholt worden, berichtete Seidl, der entsprechend die verantwortlichen Techniker informierte, nachdem er sich selbst in der Früh ein Bild der Lage gemacht und Autofahrer gebeten hatte, den Tunnel zu meiden. Die Unterführung in Malching, sonst praktisch bei jedem stärkeren Regen betroffen, machte bislang keine Probleme. 

Amt für öffentliche Sicherheit beobachtet die Lage

Bernd Wanninger vom Amt für öffentliche Sicherheit in Landratsamt beobachtete unabhängig davon die Lage vor allem an der Amper, da hier die einzige Pegelmessstation im Landkreis zu finden ist. Am Nachmittag lag der Stand bei 1,18 Meter, wobei die erste Meldestufe bei 1,70 Meter beginnt. Der Wasserstand werde sich wohl leicht in diese Richtung bewegen, mutmaßte Wanninger. Ammersee und Ampermoos bilden allerdings einen großen Puffer für die Amper, die anders als andere Flüsse daher stark zeitverzögert reagiert. Bis nachmittag jedenfalls gab es keinen Grund, Einsätze oder Hilfsmaßnahmen zentral über die Kreisbehörde zu steuern. Vom Sandsackfüllen sei man weit entfernt. Kleinere Wasserläufe – etwa der Starzelbach – freilich reagierten viel schneller auf Niederschläge. Das hätten aber die jeweiligen Gemeinden im Blick. „man beobachtet die Lage natürlich. Aber im Moment ist es bei uns relativ unkritisch.“

Hochwasser in der Zeitung: Eine persönliche Erinnerung an Pfingsten 1999

Den Pfingstmontag 1999 werde ich wohl nie vergessen. Die Tagblatt-Redaktion liegt keine fünf Gehminuten von der Amperbrücke in Fürstenfeldbruck entfernt, – einem der Brennpunkte des Hochwassers im Landkreis. Die Keller vieler Nachbarhäuser standen unter Wasser. Beim Tagblatt war es – dank Betonwanne – trocken. Doch eine Ungewissheit blieb: Müsste bald im ganzen Viertel aus Sicherheitsgründen der Strom abgeschaltet werden? Dann wären natürlich auch in der Redaktion Computer und Telefone tot gewesen. Diesen drohenden Blackout hatte ich immer im Hinterkopf, während ich Fotografen und Reporter koordinierte – und versuchte von Einsatzkräften, Polizei und Behörden die neuesten Informationen zu bekommen. Oft stoppten die braunen Fluten auch die Journalisten. 

Da war guter Rat teuer, wie zum nächsten Brennpunkt gelangen? Noch hatte nicht jeder ein Handy. Smartphones, mit denen jeder jederzeit vor Ort Bilder schießen und via Internet sofort verschicken kann, waren noch nicht erfunden. Der Strom musste am Ende nicht abgesperrt werden, das Wasser, das über den Hof einer nahen Spedition zentimeterweise auf das Zeitungsgebäude zukroch, machte gerade noch rechtzeitig halt. Irgendwann war auch der Lokalteil des Tagblatts fertig. Völlig erledigt fuhr ich über die teils überschwemmte Münchner Straße in den Feierabend. Wie für die Einsatzkräfte ging der Hochwasser-Alarm auch für uns Journalisten noch tagelang weiter. Feuerwehrleute, THWler und die ebenfalls mit anpackenden Soldaten waren irgendwann so müde, dass sie auf den Sandsackhaufen einschliefen. Ihre Leistung bleibt ebenso unvergessen wie die Flut. (Sabine Kuhn)

Eine Übersicht zur Lage in Bayern finden Sie hier.

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