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Steckengeblieben: Seniorin verbringt Silvester im Aufzug

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In diesem Fahrstuhl blieb Martha S. stecken.
In diesem Fahrstuhl blieb Martha S. aus Fürstenfeldbruck stecken. © Metzler

Manche Silvesterfeiern bleiben in Erinnerung. Martha S. (Name geändert) hat vor knapp zwei Wochen so einen Jahreswechsel erlebt. Die 81-Jährige rutschte allein in einem stecken gebliebenen Aufzug ins neue Jahr.

Fürstenfeldbruck - „Ich hatte mich spontan entschieden, runterzufahren, um mit den anderen Hausbewohnern vor der Haustür anzustoßen“, erzählt Martha S. Schon am 22. Dezember, als sie ihren Geburtstag feierte, war sie allein. Und so wollte sie wenigstens ins neue Jahr in Gesellschaft rüber feiern. „Also hab ich mir eine Flasche Sekt und ein Glas geschnappt und bin in den Fahrstuhl gestiegen.“

Doch weit kam die ehemalige Lehrerin nicht. Genau zwischen zwei Etagen ruckte der Fahrstuhl kurz und blieb dann hängen. „Wieso passiert ausgerechnet mir das?“ fragte sie sich und ärgerte sich zugleich furchtbar darüber, dass sie den Fahrstuhl benutzt hatte. Der war im Dezember schon mehrmals ausgefallen. Mit dem Handy Hilfe holen funktionierte nicht, da es im Fahrstuhl keinen Empfang gab. Martha S. drückte gleich mehrmals den Notfallknopf, bis schließlich eine automatische Stimme antwortete, dass die Störung sofort weitergegeben werde. „Sprechen konnte man jedenfalls nicht mit der Anlage“, so die Bruckerin.

Hinzu kam dass Martha S. an Klaustrophobie leidet. „Ich habe keine Probleme, den höchsten Turm zu besteigen, aber in engen Räumen kriege ich Platzangst.“ Unbemerkt von den Hausmitbewohnern war sie so über eine Stunde lang im Fahrstuhl gefangen, der zwischen der ersten Etage und dem Erdgeschoss festsaß. „Zum Glück war ich vorher auf die Toilette gegangen“, erzählt sie.

In ihrer Verzweiflung verputzte die Rentnerin im Fahrstuhl die zwei Marzipan-Glücksschweine, die sie für den Jahreswechsel eingesteckt hatte. Punkt zwölf läuteten die Glocken der nahen Stadtpfarrkirche das neue Jahr ein und Martha S. musste den Jahreswechsel im Fahrstuhl erleben. Als dann endlich der Notdienst aus München angerückt war, war S. schnell aus ihrer misslichen Lage befreit. Aber die Lust, mit den Nachbarn aufs neue Jahr anzustoßen, war ihr vergangen. „Es war außerdem keiner mehr vor der Haustür“, sagt Martha S.

Um den Aufzug macht sie seitdem einen großen Bogen. „Der funktioniert ohnehin bis jetzt noch nicht.“ Angeblich fehlt ein wichtiges Ersatzteil.  dm

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