Elektromobilität

Rathaus will Carsharing in der Stadt etablieren

Elektro-Fahrzeuge und Carsharing sollen die Ökobilanz der Stadt verbessern. Doch wie kann das Rathaus die Bürger dazu bringen, auf die umweltschonenden Alternativen umzusteigen?

Fürstenfeldbruck – Das Rathaus will Elektromobilität und Carsharing in der Stadt etablieren. Wie ein Experte nun im Ausschuss sagte, ist dies nur möglich, wenn öffentliche und regionale Unternehmen vorangehen. Erst dann werden die Bürger nachziehen.

Die Stadt arbeitet seit einem Jahr an der Untersuchung von Potenzialen zu Carsharing (das Teilen von Fahrzeugen) und E-Mobilität sowie der Verknüpfung der beiden in Fürstenfeldbruck. Das Ganze läuft unter dem Projektnamen E-Fürst. Dafür hat das Rathaus Förderung vom Bund erhalten, welcher 80 Prozent der Kosten, maximal 80 000 Euro, übernimmt.

In der jüngsten Stadtratssitzung gab der Experte und Mobilitätsberater Volker Gillessen von der Firma EcoLibro, welche sich Bruck näher angesehen hat, einen ersten Zwischenbericht. Leider, so Gillessen, seien die Deutschen generell bisher noch nicht wirklich auf E-Mobilität und Carsharing aufmerksam geworden. „Das Thema läuft langsam an“, sagte er.

Deshalb sei es auch schwierig, beide Modelle außerhalb von Großstädten zu etablieren. Sein Fazit für Fürstenfeldbruck im Speziellen: Das Problem in mittelgroßen Städten ist die Auslastung.

Ein Carsharing-Anbieter müsse in Bruck ungefähr mit 15 bis 20 Fahrzeugen vertreten sein, da man mit einem Fahrzeug je 2000 Einwohner rechne. Wenn die Bürger dieses Angebot zuerst aber nur zögernd annehmen, dann würde sich ein Anbieter auch bald wieder zurückziehen, erklärte Gillessen. „Der Anbieter müsste aber durchalten.“

Sein Vorschlag lautet, erst einmal kleiner anzufangen: Man könnte zum Beispiel eine kleinere Carsharing-Flotte bestehend aus etwa fünf Elektro-Fahrzeugen zusammenstellen. Diese würden von den Mitarbeitern der Stadtverwaltung genutzt.

Den Bedarf der Angestellten haben die Experten bereits analysiert. Mit fünf Wagen wären die Arbeitszeiten abgedeckt. Am Abend und am Wochenende könnten die Fahrzeuge dann den Bürgern angeboten werden.

Damit die Brucker das Angebot auch annehmen, müsse man sie richtig informieren, so Gillessen. Zusätzlich sollen Partner für das Projekt gewonnen werden. Weitere Fuhrparks könnten zum Beispiel bei den Stadtwerken für deren Mitarbeiter etabliert werden, meinte Gillessen.

Außerdem versuche man, auch große Unternehmen von einer solchen Initialzündung zu überzeugen: „Wir führen Gespräche mit wichtigen regionalen Firmen.“ Hier sei zu Beginn ein großes Potenzial vorhanden.

Wirtschaftsreferent Philipp Heimerl (SPD) fragte nach einem Konzept für die Ladesäulen-Infrastruktur, welche E-Fahrzeuge benötigen. Dies sei zur Zeit nicht Teil der Untersuchung, musste Gillessen zugeben. Alexa Zierl (Ausschussgemeinschaft) erkundigte sich nach Pedelecs. Auch diese könnten nicht berücksichtigt werden, da die Förderrichtlinien des Bundes sich auf Fahrzeuge mit vier Rädern beziehen.

Am Ende fragte Markus Droth (CSU) nach möglichen Schnittstellen zu mittelständischen Betrieben, speziell bezog er sich auf Transportfahrzeuge im Carsharing. Solche seien kein Thema, gab Gillessen Auskunft. Bis Winter arbeitet der Experte noch an dem Konzept. Dann wird das fertige Papier im Stadtrat vorgestellt.

Von Fabian Dilger

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Darum hat es diesmal mit dem Auszählen so lange gedauert
Bis die Stimmzettel nach der Bundestagswahl ausgezählt waren, dauerte es heuer in einigen Kommunen länger. In der Region Fürstenfeldbruck war Olching Spitzenreiter.
Darum hat es diesmal mit dem Auszählen so lange gedauert
Die Kinder standen immer an erster Stelle
Seit 1981 hat sich Brigitte Speck im Kindergarten St. Michael in Jesenwang für die Kinder eingesetzt. Nun wurde die langjährige Leiterin in den Ruhestand verabschiedet.
Die Kinder standen immer an erster Stelle
Unfall auf der B471
Eine 57-jährige Autofahrerin hat am Sonntagnachmittag einen schweren Unfall auf der B 471 zwischen Grafrath und Schöngeising verursacht. 
Unfall auf der B471
Neue Mitte, alte Straßen – was nun?
Maisachs neue Mitte ist fast fertig – zumindest die Gebäude. Doch was ist mit den Straßen? Die innerörtliche Achse wird bald zur Ortsstraße abgestuft und soll neu …
Neue Mitte, alte Straßen – was nun?

Kommentare