Auf dem Grundstück in Puch, auf dem derzeit noch die alte Gaststätte Westermayer steht, sollen bald zwei Wohnhäuser entstehen. (Symbolbild)
+
Auf dem Grundstück in Puch, auf dem derzeit noch die alte Gaststätte Westermayer steht, sollen bald zwei Wohnhäuser entstehen. (Symbolbild)

Aus dem Planungs- und Bauausschuss

An Stelle von einstigem Traditions-Gasthaus entstehen in Puch zwei Wohnhäuser

  • Thomas Benedikt
    vonThomas Benedikt
    schließen

Auf dem Grundstück in Puch, auf die alte Gaststätte Westermayer stand, sollen bald zwei Wohnhäuser entstehen.

Puch – „Es ist nicht mehr das, was es geschichtlich einmal war. Das tut uns leid, aber das lässt sich nicht ändern“, fasste Bauamtsleiter Johannes Dachsel die Situation zusammen. Der Antrag des Bauwerbers entspreche allen gesetzlichen Vorgaben. Selbst wenn man den Antrag nicht durchwinken würde – dem Planungs- und Bauausschuss war das Vorhaben nur zur Kenntnisnahme vorgelegt worden – und stattdessen in die Bauleitplanung einsteige, würde sich praktisch nichts ändern, erklärte auch Markus Reitze, Leiter des Sachgebiets Stadtplanung.

Dennoch gab es Kritik am Vorgehen der Stadtverwaltung. Mirko Pötzsch (SPD) monierte, dass die Anliegen, die im Rahmen der Dorferneuerung Puch zusammengetragen worden waren, nicht ausreichend berücksichtigt wurden. „Da haben sich viele Bürger Gedanken gemacht.“ Pötzsch’ Antrag, den Punkt von der Tagesordnung zu nehmen, wurde allerdings deutlich abgelehnt.

Aber auch von Seiten der CSU war man nicht glücklich mit dem Bauvorhaben. Dass an dieser markanten Stelle im Ort ein gewöhnliches Wohnhaus entstehen soll, war gar nicht nach ihrem Geschmack. Vor allem Hans Schilling mahnte, dass es nicht bei diesem Bau bleiben würde. Bei weiteren angrenzenden Grundstücken planen die Besitzer ebenfalls, ehemals gewerbliche oder landwirtschaftliche Flächen in Wohnraum umzuwandeln. Deshalb müsse für den Bereich dringend ein Bebauungsplan her. Unterstützung erhielt er von Parteikollege Andreas Lohde: „Wir brauchen einen Bebauungsplan, sonst geht es mit Stückwerk weiter.“

Mehr Handhabe für den Ausschuss bei Wohnbauten

CSU, Grüne und FDP wollen mit einer Änderung der Geschäftsordnung dafür sorgen, dass der Planungs- und Bauausschuss wieder verstärkt über Bauprojekte ab einer bestimmten Größenordnung informiert wird. Deshalb sollen zukünftig alle Bauvorhaben, die vier oder mehr Wohneinheiten umfassen, dem Planungs- und Bauausschuss vorgelegt werden – auch wenn diese nach Paragraf 34 des Baurechts eigentlich genehmigungsfähig sind.

Hintergrund des Antrags ist die Novelle der Bayerischen Bauordnung, die das Bauen für Bauwerber schneller und unbürokratischer gestalten soll. Das sei grundsätzlich zu begrüßen, heißt es in dem Antrag. Allerdings hätten die Erfahrungen der jüngsten Vergangenheit in Fürstenfeldbruck gezeigt, dass es bei der Genehmigung von größeren Bauvorhaben auf dem reinen Verwaltungsweg im Nachgang noch zu Verwerfungen kam. Der vermeintliche Zeitvorteil würde dadurch konterkariert, schreiben die Antragsteller.

Im Zuge der Nachverdichtung könnten einzelne Bauvorhaben schnell quartiersbestimmenden Charakter bekommen, argumentieren die Antragsteller. Deshalb sollen sie zukünftig im Ausschuss diskutiert werden.

Eine Alternative dazu brachte Christian Götz (BBV) ins Spiel: einen Ortsentwicklungsplan. „Wir sollten das zum Anlass nehmen, um darüber nachzudenken, wie es weitergeht in Puch.“ Auch Götz sagt: „Ich finde es wahnsinnig schade, wenn so eine Dorfwirtschaft verschwindet.“

Gegen die Ausführung der beiden Gebäude gab es hingegen kaum Einwände. Zur Straße hin soll ein Haus für acht Wohneinheiten entstehen, in zweiter Reihe eins für sechs Wohneinheiten. Das Acht-Familien-Haus hat eine Grundfläche von 308 Quadratmetern, das Sechs-Familien-Haus breitet sich über 202 Quadratmeter Grundfläche aus. An dessen Stelle stehen derzeit eine Maschinenhalle und eine Lagerhalle.

Die beiden Gebäude sollen jeweils ein Satteldach erhalten und sind zweigeschossig geplant. Die Parkplätze dafür werden vor allem in einer Tiefgarage bereitgestellt. 23 Autos finden darin Platz. Drei weitere Parkplätze sind oberirdisch angedacht.

Weitere Nachrichten aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck finden Sie hier.

Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem neuen, regelmäßigen FFB-Newsletter.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare