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Erfolgreicher Testlauf: Bei der ersten Probe der Stadtkapelle Fürstenfeldbruck lief alles nach Plan.

Fürstenfeldbruck

Trotz Corona-Lockerung: Chöre bleiben stumm

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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Lange haben die Sangesfreunde auf diese Nachricht gewartet: Nach monatelanger Corona-Pause dürfen Chöre in Bayern ab heute wieder proben. Im Landkreis geht das Schweigen der Chöre jedoch weiter – vorerst.

Fürstenfeldbruck Zwei Meter Mindestabstand zwischen den Sängern, regelmäßige Lüftungsintervalle und eine Begrenzung der Probendauer – das sind die Vorgaben, unter denen man sich zum gemeinsamen Singen treffen darf. „Ein Geschwurbel“, kommentiert Helga Lindner, Vorsitzende der Chorgemeinschaft Fürstenfeldbruck. Denn was heißt Begrenzung der Probendauer? Die Chor-Chefin hofft auf genauere Angaben in dem angekündigten Hygienekonzept, das Wissenschafts- und Gesundheitsministerium derzeit gemeinsam erarbeiten.

Die Mindestabstände werde man einhalten können, meint Helga Lindner. Denkbar wäre, im Vereinsheim die Türen zwischen Proben- und Aufenthaltsraum auszuhängen – oder jeweils nur mit einzelnen Stimmgruppen zu üben. „Es würde in irgendeiner Form gehen.“

Problem der Räumlichkeiten

Doch nicht alle Chöre verfügen über so günstige Räumlichkeiten. Der Gesangverein Maisach ist nach der neusten Lockerung kaum besser dran als vorher. „Unser gemischter Chor hat 50 Mitglieder. Die bringen wir im Probenraum mit den Mindestabständen nicht unter“, bedauert Gisela Schünke, die Vorsitzende des Gesangvereins Maisach. Die drei Kinder- und Jugendchöre des Vereins sind mit rund 20 Mitgliedern zahlenmäßig kleiner. „Sie passen wahrscheinlich schon in den Probenraum.“ Ansonsten könne man den Nachwuchs bei schönem Wetter auch auf der Wiese vor dem Vereinsheim üben lassen.

Der Gesangverein Harmonie in Olching muss sich ebenfalls etwas einfallen lassen. Die gut 40 Mitglieder treffen sich normalerweise in der Kulturwerkstatt am Olchinger Mühlbach (KOM). Bei Mindestabständen von zwei Metern kann aber wohl nur die Hälfte von ihnen im üblichen Raum gemeinsam singen, schätzt Vorsitzender Wolfgang Schmah. Er rechnet auch mit Hygienevorschriften für die Notenmappen, die normalerweise im Probenraum aufbewahrt werden. Man werde sie wohl desinfizieren und den Sängern mit nach Hause geben müssen.

Großes Bedürfnis

Warten, bis man wieder ohne Abstand gemeinsam singen darf – etwas anderes bleibt der Liedertafel Moorenweis vermutlich nicht übrig. Seit der Schließung der Alten Schule probte der knapp 50 Mitglieder starke Chor vor Corona in einem Raum im Rathaus. Dort könne man die Abstände auf keinen Fall einhalten, bedauert der Vorsitzende Albert Smykalla. Lediglich der Nachwuchs kann voraussichtlich wieder anfangen – der Jugendchor hat nur zehn Mitglieder.

Beim Philharmonischen Chor Fürstenfeld hat eine Mitgliederumfrage ein „großes Bedürfnis“ ergeben, sobald wie möglich wieder zusammenzukommen, berichtet die Vorsitzende Claudia Frisch. Deswegen werde man versuchen, vor der Sommerpause noch Proben hinzubekommen – eventuell unterteilt in die verschiedenen Register.

Beim Brucker Bach-Chor ist man froh, dass die Zeit bis zur Sommerpause mittlerweile überschaubar ist. Ja, man werde den Probenraum im Veranstaltungsforum ausmessen, sagt Sprecherin Maria Hammer. Und sehen, wer unter den momentanen Vorzeichen überhaupt kommen würde. Aber wenn im Juli noch nicht wieder mit Vollgas gestartet werde, fände sie das nicht so schlimm. „Wichtig ist, dass im September ein Angebot da ist.“

Emotionaler Moment

Drei Monate mussten auch die Musiker der Stadtkapelle Fürstenfeldbruck coronabedingt alleine daheim üben – oder ihre Instrumente ganz in den Kästen lassen. Am 16. Juni endlich war wieder die erste Probe nach der Corona-Zwangspause. Die Freude war groß bei den Musikern und beim Dirigenten – der Moment, als die ersten, gemeinsamen Töne erklangen sehr emotional. Das Treffen war eine Art Test, ob das Hygiene- und Abstandskonzept des Vorstandes funktioniert. Er verlief positiv. Ab dem morgigen Dienstag wird also wieder regulär geprobt. Der Raum, den die Stadtkapelle nutzt, ist groß genug. Natürlich fiebern die Musiker auch bereits ersten Auftritten entgegen

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