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Über Paten kommt die Bücherei zum Leser

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Von: Lisa Fischer

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Diana Rupprecht leitet die Stadtbibliothek in der Aumühle.
Diana Rupprecht leitet die Stadtbibliothek in der Aumühle. © Weber

Die Stadtbibliothek und das Mehrgenerationenhaus LiB machen gemeinsame Sache: Mit der „Mobilen Bibliothek“ bringen Paten Literatur zu Menschen, die nicht mehr selbst zum Ausleihen kommen. Ein erstes Duo hat sich bereits gefunden.

Fürstenfeldbruck – „Mobile Bibliothek“ heißt das Projekt, das Diana Rupprecht, Leiterin der Stadtbibliothek Aumühle, und Christina Siedl, Leitung des Mehrgenerationenhauses „Leben ist Begegnung“ (LiB), ins Leben gerufen haben. „Ehrenamtliche Paten liefern Medien an Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr selbstständig in die Bibliothek gehen können“, erklärt Rupprecht. Die Vermittlung übernehmen die beiden Einrichtungen.

Eine Leserin, die aufgrund ihres Alters nicht mehr gut laufen kann, und eine Patin haben sich bereits gefunden. „Ich bin der Laufbursche“, sagt Brigitte Ebbert und lacht. Von Christina Siedl habe sie von dem Projekt gehört. „Ich war selbst sehr krank und habe Hilfe erfahren, jetzt möchte ich das zurückgeben“, erzählt die 60-Jährige. Ab sofort kümmert sie sich um die ältere Dame, bringt ihr neue Bücher und die gelesenen zurück in die Bibliothek.

Der Hund im Ehrenamt

Die Leserin selbst bestellt telefonisch die Bücher, die sie lesen möchte, bei der Stadtbibliothek. „Die Bibliothek ruft mich dann an, wenn das Lese-Paket zum Abholen bereit ist“, sagt Ebbert. Den Hol- und Bringservice integriert sie einfach in ihren Alltag. „Ich gehe zweimal am Tag mit meinem Hund Gassi und erledige den Botengang. Mein Hund macht jetzt sozusagen auch Ehrenamt“, scherzt die Bruckerin.

Die Idee für das Projekt entstand auf der Suche nach Kooperationen zwischen Bibliothek und Mehrgenerationenhaus, erzählt LiB-Chefin Siedl. „Das Problem, dass Mitglieder der Bibliothek irgendwann nicht mehr kommen können, war bei der Leitung bekannt“, berichtet die 59-Jährige. Bis zum Start musste allerdings noch etwas Bürokratie erledigt werden. Fragen nach dem Datenschutz und nach der Haftung für Schäden am Buch mussten geklärt, sowie Checklisten erstellt werden.

Siedl und das Mehrgenerationenhaus kümmern sich um die Vermittlung der Ehrenamtlichen. „Die Paten selbst müssen nicht Mitglied der Stadtbibliothek sein.“ Auch wird der Ausweis des Lesers nicht an seinen zuständigen Paten ausgehändigt. Und: Zu Beginn, also quasi nach der ersten Buch-Lieferung wird geschaut: „Passt die Chemie zwischen Leser und Pate oder war es eine einmalige Sache?“, erklärt Siedl. Außerdem wird darauf geachtet, dass die beiden Personen nicht allzu weit von einander entfernt wohnen.

Das Projekt steht noch ganz am Anfang. „Wir müssen sehen, wie es sich entwickelt“, sagt Siedl. Mit Diana Rupprecht hofft sie, dass sich zukünftig für jeden Leser ein Pate findet. „Der Lieferservice lässt sich meiner Meinung nach gut in den Alltag einbinden – ob beim Gassi gehen, Fahrrad fahren oder einkaufen“, so die LiB-Chefin.

Ansprechpartner

für die Anmeldung zum Lieferdienst ist für die Leser die Stadtbibliothek, telefonisch erreichbar unter (0 81 41) 3 63 09 10. Das LiB Mehrgenerationenhaus koordiniert die ehrenamtlichen Einsätze der Paten. Interessenten können sich hierfür unter (0 81 41) 31 66 15 melden.

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