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Die B2 in Fürstenfeldbruck.

Innenstadt

Umfrage der CSU: Viele Brucker wünschen sich den B2-Tunnel

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Per Fragebogen hat die CSU die Wünsche der Brucker Bürger eingeholt. Die Politiker waren dabei nicht nur von der hohen Beteiligung überrascht, sondern auch von einem ganz speziellen Ergebnis.

FürstenfeldbruckDer CSU-Orts- und Fraktionsvorsitzende Andreas Lohde spricht von einer deutlichen Aussage. 86 Prozent der Befragten haben sich dafür ausgesprochen, dass die Bundesstraße 2 unter der Amper durchgeführt wird. In einem Pressegespräch, in dem die Brucker CSU die Ergebnisse ihrer Befragung präsentierte, räumte Lohde ein: „In dieser Klarheit sind wir von dem Ergebnis überrascht.“ Man werde das in der kommenden Legislaturperiode in den Stadtrat bringen. 

„In dieser Klarheit sind wir von dem Ergebnis überrascht.“ Andreas Lohde (CSU)

Zu dem Meinungsbild passt, dass zwei Drittel der Befragten die Verkehrsbelastung auf der B2 in der Innenstadt definitiv als zu groß ansehen. Zudem wurde moniert, dass sich die Straßen der Stadt in einem schlechten Zustand befänden. In dem Zusammenhang legen Lohde und die CSU Wert darauf, dass ihre Umfrage eine respektable Aussagekraft hat. An genau 11 780 Haushalte in der Stadt hat der Ortsverband seinen Fragebogen verteilt, die Rücklaufquote auf analogem wie digitalem Weg betrug 21 Prozent. „Das übersteigt alle unsere Erwartungen“, so Lohde. Im Rahmen einer Befragung zum VEP im Jahr 2017 seien 16 0000 Haushalte kontaktiert worden – acht Prozent antworteten. „Das hat man als repräsentativ gewertet“, so Lohde.

Verkehr in der Stadt

Eine weit weniger große Baustelle ist laut CSU-Befragung der Öffentliche Nahverkehr innerhalb Fürstenfeldbrucks. Knapp 75 Prozent äußerten sich in der Befragung zufrieden mit dem Angebot. „Da gibt es wenig zu verbessern“, findet Lohde. Das liege wohl daran, dass in der Stadt viele Buslinien von auswärts zusammenlaufen.

Deutlich stärker hinterfragt wurde das Radwegenetz, mit dem nur rund die Hälfte der Befragten glücklich sind. „Wir hören da schon genau hin“, betont Lohde. Das Ergebnis wirft in den Augen des CSU-Manns die Frage auf, ob die Eigenständigkeit der Stadt in Sachen Radwegenetz zielführend sei. „Das System muss über die Stadtgrenzen hinaus funktionieren“, sagte Lohde, der auf eine Zusammenarbeit mit dem Landkreis setzt. So sollten etwa markierte Fahrradwege kreisweit einheitlich ausgezeichnet werden.

Lebensqualität

Die Brucker fühlen sich wohl in der Stadt. Zumindest gaben 90 Prozent an, sehr gern oder gern hier zu wohnen. Im Detail sehen das die Einwohner aber durchaus differenziert. So werden die Einkaufsbedingungen in der Buchenau mit 80 Prozent als wesentlich besser eingestuft als in der Innenstadt mit 54 Prozent. Lohdes Vermutung: „Das hängt mit den Parkmöglichkeiten zusammen.“

Deutlich kritischer äußerten sich die Bürger zum Wohnungsmarkt. Mehr als Dreiviertel der Antwortenden betrachten es als schwierig, in der Stadt günstigen Wohnraum zu finden. „Daran müssen wir in Zukunft noch intensiver arbeiten“, fordert Lohde.

Auch beim Sicherheitsgefühl der Bürger gibt es noch Steigerungspotential. Rund 40 Prozent bestätigen die subjektive Einschätzung, sich nicht sicher zu fühlen. Allerdings ergaben sich in den Ortsteilen beachtenswerte Unterschiede. Dass man sich tendenziell in der Stadtmitte sicherer fühlt als in der Buchenau, überraschte in der Runde der CSU-Kandidaten niemanden.

Umgang mit Umfrage

Die künftigen Stadträte der Christ-Sozialen wollen die Befragung als Basis für ihre Arbeit im neuen Stadrat nehmen. „Zumindest im ersten Jahr, wenn die Umfragewerte aktuell sind“, kündigte Lohde an. Bei den Antworten gelte es zu berücksichtigen, dass Themen wie Kinderfreundlichkeit oder Seniorenpolitik nur von den Betroffenen voll umfänglich ausgefüllt wurden.

Tendenziell nahm die Teilnahme an der Befragung mit dem Alter zu. Nicht einmal zehn Prozent der Antworten kamen von Leuten unter 25 Jahren. Über 20 Prozent waren jedoch schon jenseits der 60. Die Online-Affinität der Jugend wurde durch die Befragung dagegen ein wenig widerlegt. Der Altersdurchschnitt bei den Online-Reaktionen war höher als bei denen, die ganz altmodisch per Brief geantwortet hatten.

Auch interessant: Wieder ein Nein zur B2-Umwidmung

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