Risse in der Wand sind die Folge des Absackens von Teilen des Gebäudes im weichen Untergrund. Pfarrer Otto Gäng zeigt das bereits deutlich sichtbare Ausmaß der Schäden.	Fotos: Weber (2)/Sparkasse
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Risse in der Wand sind die Folge des Absackens von Teilen des Gebäudes im weichen Untergrund. Pfarrer Otto Gäng zeigt das bereits deutlich sichtbare Ausmaß der Schäden.

Fürstenfeldbruck

Unter St. Magdalena sackt der Boden ab

  • Ingrid Zeilinger
    vonIngrid Zeilinger
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Erst der Turm, dann die Kirche und zum Schluss das Pfarrheim: In St. Magdalena wird in den nächsten Jahren renoviert und gebaut. Die Kosten sind mit knapp fünf Millionen Euro immens. Doch der Brandschutz muss bedient und das Absacken der Kirche verhindert werden.

Fürstenfeldbruck – Die Pfarrkirche St. Magdalena liegt idyllisch an der Amper. Doch die Nähe zum Wasser hat ihre Spuren an dem alten Gotteshaus hinterlassen. Da die Kirche auf Schwemmsand gebaut wurde, sackt die Apsis – sprich der Altarraum – ab. Die Folge: Risse in der Wand und an der Giebelseite hin zur Kirchstraße. Inzwischen sind die nötigen Reparaturarbeiten von Erzbischöflichen Ordinariat genehmigt und die Aufträge vergeben.

Der Kirchturm

Die umfangreiche Sanierung hat mit den Spengler- und Malerarbeiten am Kirchturm von St. Magdalena begonnen. Seit Herbst ist er eingerüstet. Die Uhr wurde abgebaut, Zeiger und Ziffernblätter neu bemalt. Auch das Turmkreuz und die Kugel wurden abmontiert. „Sie konnten in der Werkstatt restauriert werden“, erklärt Markus Amann, Verwaltungsleiter des Pfarrverbandes Fürstenfeld, zu dem auch St. Magdalena gehört. Zuletzt ruhten die Arbeiten. „Wir warten auf eine frostfreie Periode“, sagt Amann. Denn für die Malerarbeiten darf es nicht kälter als zehn Grad werden. Sonst trocknet die Farbe nicht richtig.

Die Kirche

Im Frühjahr soll auch die Renovierung der Pfarrkirche beginnen. Das Dach wird ertüchtigt. Und das Problem mit dem Fundament wird endlich gelöst. Die Handwerker bohren Löcher in den Boden, durch die das neue Beton-Fundament eingegossen wird. „Damit wird ein weiteres Absinken der Apsis verhindert“, erklärt Amann. Danach werden die Risse in der Wand ausgebessert. Die Wand auf der Giebelseite wird mit den Seitenwänden vernadelt. Damit kann der Riss zum Kirchenschiff verschlossen werden und das Gotteshaus steht stabil.

Große Einschränkungen kommen auf die Gottesdienstbesucher nicht zu. Einzig die Orgel muss während der Arbeiten an der Nordfassade eingehaust werden. Dazu wird eine Membran verwendet, durch die weiterhin Feuchtigkeit weichen kann. Es kommt aber kein Baustaub an das wertvolle Instrument. „Wir hoffen, dass dieser Zeitraum beschränkt ist“, sagt Amann. Allerdings könne man mit einer Truhenorgel für Ersatz sorgen, so dass das Kirchenvolk nicht auf Orgelklänge verzichten muss.

Rund 890 000 Euro kostet die Kirchensanierung. Einen Großteil übernimmt das Erzbischöfliche Ordinariat. Doch auch die Pfarrei St. Magdalena trägt einen Anteil aus ihren Rücklagen und aus erhofften Spenden. Bis Sommer sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Schon im Herbst soll es im Pfarrheim weitergehen. „Wir haben Gott sei Dank keine Parallel-Baustellen“, sagt Amann.

Das Pfarrheim

Dass am Pfarrheim etwas gemacht werden muss, ist seit längerem klar. Der Pfarrsaal war feuerpolizeilich geduldet. Doch im Zuge der Gespräche über die Renovierung wurde er erneut geprüft und im vergangenen April aus Brandschutzgründen für Gruppen über zehn Personen gesperrt. Und in Corona-Zeiten ist er gar nicht nutzbar, berichtet der Verwaltungsleiter. Das soll sich ändern.

Von dem Haus bleibt nur die Hülle. Die Treppe auf der Südseite verschwindet. Stattdessen wird im Westen ein Foyer angebaut. Es wird der neue barrierefreie Zugangsbereich mit Aufzug, Treppe, Sanitäranlagen und Garderobe. Im Erdgeschoss werden künftig Büroflächen für die Seelsorger, Besprechungsräume und ein Arbeitszimmer für den Kirchenmusiker untergebracht. Der größte Besprechungsraum dient künftig für Gruppentreffen, das Sonntagscafé und die Pfarrbücherei, die einige Räume derzeit exklusiv nutzt. Dafür gibt es verschiebbare Regale und anderes Mobiliar, erklärt Amann. Erst kürzlich hat die Pfarrei eine Spende der Sparkasse Fürstenfeldbruck über 6000 Euro für die mobile Bücherei erhalten.

Der Pfarrsaal im ersten Stock bleibt in seiner Größe bestehen und wird vor allem heller. Die abgehängte Decke wird abgebaut, der Dachstuhl einsehbar und Dachflächenfenster sorgen für natürliches Licht. Tische und Stühle verschwinden hinter einem Sichtschutz. Die Küche wird verlängert und erhält einen größeren Anrichtebereich.

Auch ein Terrassenbereich hin zur Amper soll gestaltet werden. „Bisher konnten wir nicht raus“, sagt Pfarrer Otto Gäng. Der Zwischenbau von Pfarrheim und Kirche wird abgerissen, so dass man um beide Gebäude herum gehen kann. Denn einen direkten Zugang von der Kirche zum Pfarrheim gibt es auch jetzt nicht. Bis Mai 2023 werden sich die Bauarbeiten wohl hinziehen. Die Gruppierungen kommen derweil im Jugendheim unter, das nicht verändert wird. In die Kosten von rund 3,7 Millionen Euro ist nicht nur das Pfarrheim eingerechnet. Auch die 30 Jahre alte Heizung für Kirche und Pfarrheim muss erneuert werden.

Der Vorplatz

Und zu guter Letzt entsteht endlich auch ein richtiger Kirchenvorplatz. „Der hat uns gefehlt“, sagt Gäng. Dafür wurde die Mariensäule bereits im vergangenen Jahr restauriert. Sie wird im Rahmen der Platzneugestaltung nach Westen versetzt und soll der Blickfang werden, wenn man von der Pruggmayrstraße zur Kirche läuft. Doch bis dahin ist noch viel zu tun. „Es ist eine riesige Aufgabe“, sagt Amann. „Aber sie ist essenziell für die Pfarrei.“

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