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Beerpong ist beliebt - in Fürstenfeldbruck scheiden sich daran die Geister. 

Im Biergarten des Unterhauses

Fürstenfeldbruck verbietet Beerpong-Turnier:  Das steckt dahinter

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Die Stadt Fürstenfeldbruck hat ein Beerpong-Turnier im Biergarten des Unterhauses verboten. Der Veranstalter sieht darin ein typisches Brucker Problem. 

Fürstenfeldbruck – Beerpong wird von einigen ganz ernsthaft und nüchtern als Wettkampfsport betrieben, ist aber zugleich auch Party-Gaudi: Während die Nachbargemeinde Emmering immerhin schon Beerpong-Europameister hervorgebracht hat, sieht das Brucker Ordnungsamt das Spiel mit Bechern und Tischtennisbällen in seinem zwanglosen Modus als verbotswürdig an.

Unterhaus-Betreiber Patrick Geßner wollte für den Samstagnachmittag ein Beerpong-Turnier in seinem Biergarten anmelden, bei dem zur Gaudi gespielt und nebenbei Musik aufgelegt wird. Weil Beerpong durch seinen Spielcharakter Alkohol verharmlose und das Trinken fördere, hatte das Ordnungsamt aber vorab klargemacht: Eine solche Veranstaltung wird nicht genehmigt.

Unterhauswirt Patrick Geßner hat das Beerpong-Turnier abgesagt.

Geßner zog den Antrag zurück, um keine weiteren Kosten tragen zu müssen. Die Veranstaltung, zu der sich schon 20 Leute angemeldet hatten, fällt aus. Für Geßner, der in Fürstenfeldbruck schon Squash Palast, Pavillon und das Tricks betrieben hat, ist das typisch: „Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es in Bruck schwierig ist mit Veranstaltungen. Und dann hat man immer noch das Theater mit den Behörden, die einem  immer Steine in den Weg legen.“ Geßner beklagt generell strenge Auflagen und ungerechtfertigte Bußgeldbescheide in der Vergangenheit: „So belebt man auch keine Stadt.“

Polizei begrüßt Verbot des Beerpong-Turniers, das Jugendamt auch

Die Meinungen zum Charakter von Beerpong gehen weit auseinander. Die Stadt hat mit der Regierung von Oberbayern Rücksprache gehalten und stuft das Turnier als mögliche Begünstigung von Alkoholkonsum/–missbrauch ein, wie es in einer Stellungnahme gegenüber dem Tagblatt heißt. Laut Gaststättengesetz könne man die Veranstaltung untersagen, laut Bayerischem Wirtschaftsministerium sollten Kommunen dies sogar ausdrücklich tun. Es gab außerdem Absprachen mit den Städten München und Augsburg sowie mit den Brucker Amtsleitern und dem OB Erich Raff. 

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Positiv aufgenommen wurde das Verbot von der Brucker Polizeiinspektion und dem Jugendamt, das dem unverhältnismäßigen Alkoholkonsum präventiv vorbeugen will. Hierbei sei man zwar nur für die jungen Menschen unter 18 Jahren zuständig. Aber Beerpong-spielende Erwachsene gäben auch keine guten Vorbilder ab. Die Einschätzung ist klar: „Beerpong ist ja nur darauf ausgelegt, dass der Alkohol sehr schnell und in großen Mengen getrunken wird und verharmlost mit dem Spielcharakter den Alkoholkonsum.“

Christoph Vogel (l.) und Kevin Keenan spielen Beerpong in einem eigens gegründeten Verein.

Geßner, der selbst kein Beerpong-Spieler ist, sagt dagegen: „Ich sehe das jetzt nicht als Saufspiel. In den meisten Bechern ist ein Schluckerl.“ Im Startgeld von 20 Euro wären pro Spiel drei Halbe Bier inbegriffen gewesen – verteilt auf vier Leute und 20 Becher. Die Verpflichtung, Becher in einem Schluck auszutrinken, sahen die Regeln ausdrücklich nicht vor. Die Alternative – Wasser statt Bier – will Geßner nicht riskieren, da er Missverständnisse bei Kontrollen fürchtet: „Wenn jemand von der Stadt kommt und nur nachschaut und sieht dann diese Becher rumstehen, das gibt auch wieder nur Probleme.“

Der Beerpongclub Emmering (EPC) hat schon einige Turniere ausgerichtet, etwa im Alten Wirt und im Amperpark. „Es hat uns auch viel Überzeugungsarbeit gekostet“, sagt Christoph Vogel, einer der Europameister und Vizevorstand beim EPC. Mit der Gemeinde habe man immer wieder gesprochen und klargemacht: „Unsere Intention ist keine Saufveranstaltung, wir wollen das zu einem Sport machen. Bier kann dabei sein, aber ist kein Muss.“ In Emmering waren hauptsächlich Beerpong-Sportler am Start, zum Teil weit angereist, die während der Wettkämpfe gar nichts oder wenig trinken.

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So geht Beerpong - die Regeln

Der Gaudi-Modus: Jeweils zehn Becher, gefüllt mit Bier, stehen in Pyramidenform an den Enden eines Tisches. Zwei gegnerische Teams à zwei Personen versuchen, einen Tischtennisball in die Becher des Gegners zu werfen. Gelingt dies, muss dieser ausgetrunken werden. Das Team, dessen Becher abgeräumt werden, verliert. Der Wettkampfmodus: Fast alle Spieler haben statt Alkohol Wasser im Becher. Beer Pong entstand angeblich in den 1950er Jahren an einer Elite-Uni in den USA.

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