Fürstenfeldbruck: Verkehrsminister will Studie zu viergleisigem Ausbau
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Der Verkehrsminister befürwortet eine Machbarkeitsstudie für den viergleisigen Ausbau der S4 zwischen Pasing und Geltendorf.

Hoffnungsschimmer für die S4-Aktivisten

S4: Verkehrsminister will viergleisigen Ausbau prüfen - auch kritische Stimmen

  • Ingrid Zeilinger
    vonIngrid Zeilinger
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Hoffnungsschimmer für die Verfechter des viergleisigen Ausbaus der S 4 zwischen Pasing und Geltendorf: Eine Machbarkeitsstudie soll den Bedarf ermitteln.

Fürstenfeldbruck –  Wie Landtagsabgeordneter Benjamin Miskowitsch mitteilt, befürwortet Bayerns Verkehrsminister Hans Reichhart eine Machbarkeitsstudie: Mit dieser werde man den Bedarf mit dem aktuellen Bevölkerungswachstum entlang der Strecke abgleichen, erklärte der Minister. „Parallel dazu planen wir den dreigleisigen Ausbau weiter, um keine Zeit zu verlieren.“ Ihm sei wichtig, eine Entscheidung auf sachlichen Grundlage zu treffen, und dass die Fahrgäste bald von Verbesserungen profitieren. Für drei Gleise rechnet man im Jahr 2021 mit dem Planfeststellungsverfahren.

Die CSU-Landtagsabgeordneten Benjamin Miskowitsch und Alex Dorow begrüßen die Entscheidung. „Mit dieser Studie wird es Klarheit geben, ob die Annahmen, auf die sich die bisherigen Planungen für den dreigleisigen Ausbau der Strecke beziehen, noch mit den aktuellen Entwicklungen im Landkreis zusammenpassen“, erklärt Miskowitsch. Alex Dorow fügt hinzu: „Entscheidend ist, dass die leidgeprüften Fahrgäste der S 4 West schnell und zuverlässig eine greifbare Perspektive für Verbesserungen bekommen.“  

UPDATE Freitag, 4. Oktober

Die Ankündigung des Verkehrsministeriums, zum Ausbau der S4 eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben, stößt auf unterschiedliche Reaktionen. Es gibt auch Kritik. Martin Runge (Grüne) erinnert daran, dass es bereits eine Machbarkeitsstudie gab und darauf fußend sogar schon eine Vorplanung für den viergleisigen Ausbau existierte, die allerdings kurz vor der Ausschreibung zur Entwurfsplanung gestoppt worden sei. So betrachtet sei die neuerliche Machbarkeitsstudie ein Rückschritt um mehrere Jahrzehnte. Runge fordert vier Gleise zwischen Pasing und Bruck und weitere Überholgleise zwischen Buchenau und Buchloe. Grund für die Sparversion mit dem dritten Gleis seien die explodierenden Kosten für die zweite Stammstrecke in München, sagt Runge, der die „jubelnden“ Worte der CSU-Abgeordneten zur neuerlichen Studie sarkastisch kommentiert: „Ja sakra.“ Der Fahrgastverband „Pro Bahn“ begrüßt die Machbarkeitsstudie und fordert ebenfalls zwei zusätzlich4 S-Bahngleise. Sollten die Planungen für das dritte Gleis aber „aufwärtskompatibel“ sein, könne man zunächst auch nur ein weiteres Gleis bauen. Der Landtagsabgeordnete Hans Friedl (FW) ist ebenfalls überzeugt, dass das geplante dritte Gleis bis Eichenau nicht ausreichen wird. Die Annahmen früherer Untersuchungen müssten dringend überprüft und den Gegebenheiten angepasst werden. Denn die Region habe eine Bevölkerungsexplosion erlebt, dem S-Bahn-System drohe der Kollaps. Friedl: „Mir ist bewusst, dass dicke Bretter gebohrt werden müssen.“ Die Puchheimer Grünen bezeichnen die neue Studie als „ersten Hoffnungsschimmer“. Man dürfe sich aber nicht zu viel erwarten, weil der jetzt geplante dreigleisige Ausbau eine Erweiterung um ein viertes Gleis nicht vorsehe. 

Erst kürzlich hatte der Landtagsausschuss eine Petition des Oberbürgermeisters von Fürstenfeldbruck ans Ministerium zurück verwiesen. 

Im Landkreis plant man hinter den Kulissen bereits für den viergleisigen Ausbau.

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