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Eindruck von der Typisierung.

In Fürstenfeldbruck

Zahlreiche Helfer bei Registrierungsaktion für kranke Sanitäterin

  • Fabian Dilger
    vonFabian Dilger
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Das mögliche Rettungspaket für die an Blutkrebs erkrankte Julia Hirschbeck aus Gröbenzell besteht aus drei Wattestäbchen, die man jeweils eine Minute lang im Mund behält und dann an die Deutsche Knochenmarksspenderdatei (DKMS) schickt.

Fürstenfeldbruck –  Dort werden die Abstriche untersucht und in ein Register aufgenommen. So sollen mögliche Spender an die passenden Patienten vermittelt werden.

Jedes abgegebene Wattestäbchen erhöht die Chance, dass für Julia Hirschbeck – die erst vor zwei Monaten die Schreckens-Diagnose erhielt und seitdem behandelt wird – ein Spender gefunden wird. Und so kamen am Sonntag etliche Helfer in die Feuerwache nach Bruck um sich registrieren zu lassen.

Auch ihre Eltern, Sonja und Hans Slemmer, waren vor Ort. Nach gut zwei Stunden stellten sie mit Freude fest, dass sich schon rund 160 Leute testen haben lassen. „Es hat uns überrascht, dass so ein Auflauf ist. Das hätte ich nicht für möglich gehalten“, sagt Sonja Slemmer.

Angestoßen hat die Registrierungsaktion Inge Weiß. Sie schiebt zusammen mit Julia Hirschbeck ehrenamtlich Sanitäts-Schichten bei Großveranstaltungen, zum Beispiel häufig bei Spielen der FC Bayern-Basketballer im Audi Dome.

Weiß und Julia Hirschbecks Eltern stehen mit ihr an diesem Tag die ganze Zeit in Kontakt, telefonieren, schicken Fotos von den Freiwilligen. Über ihre Mutter lässt Julia den Helfern ausrichten: „Sie dankt allen ganz herzlich. Das haben wir alle – auch sie – nicht erwartet.“

Inge Weiß hat bei den Hilfsorganisationen im Landkreis angefragt, ob sie bei der Registrierungsaktion mitmachen wollen. Und so sind in der Wache aus dem ganzen Landkreis Feuerwehrler, Wasserwachtler und die Helfer vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) zusammengekommen, um ihren Beitrag zu leisten. Außerdem finden am selben Tag noch an drei anderen Stellen Typisierungsaktionen statt: In der Geschäftsstelle des ASB in München, in Moosinning und während eines Basketballspiels im Audi Dome.

Die Registrierung selbst läuft schnell und unkompliziert ab. Das Ganze dauere keine zehn Minuten, erzählt Julia Lichti. Für die Puchheimerin sei es selbstverständlich vorbeizukommen, wenn man die Möglichkeit habe. Sie selbst und ihre ganze Familie sind ebenfalls ehrenamtliche Einsatzkräfte bei der Feuerwehr Germering.

Am Ende des Tages hatten sich laut Feuerwehr Fürstenfeldbruck 280 Menschen typisieren lassen - 280 potentielle neue Spender.

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