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Die Feuerwehr verzeichnet Zuwachs.

Landkreis Fürstenfeldbruck

Helfen liegt im Trend: Viele Jugendliche gehen zur Feuerwehr

  • Thomas Steinhardt
    vonThomas Steinhardt
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So viele Jugendliche wie noch nie engagieren sich derzeit in einer der Feuerwehren im Landkreis. Das betonte Kreisbrandrat Hubert Stefan beim Neujahrsempfang im Landratsamt.

Fürstenfeldbruck –  343 junge Leute zählt die Feuerwehr derzeit in ihren Reihen. „Deshalb ist uns nicht bang. Es geht bergauf“, sagte Hubert Stefan vor nicht ganz 180 Gästen. Auch Landrat Thomas Karmasin hob die Bedeutung der Jugendarbeit hervor und freute sich ansonsten in humoriger Art, im Feuer des Kommunalwahlkampfes beim Neujahrsempfang der Feuerwehr „ein Bier und eine heiße Suppe“ zu bekommen.

Hubert Stefan berichtete allerdings auch von einer leicht rückläufigen Zahl an Einsatzkräften – 2374 sind es aktuell. Wobei er wisse, dass „da was nach kommt“, sodass sich die Wehren im Landkreis in stabilem Zustand befänden. Die Zahl der Frauen sei im Steigen begriffen. 192 sind es aktuell – zum Vergleich: Im Jahr 2002 waren es 87.

Die Zahl der Einsätze ist im vergangenen Jahr gegenüber 2018 ebenfalls angestiegen, was insbesondere an dem Pfingstunwetter lag, das vor allem Puchheim und Germering getroffen hatte. Es kam zu 846 Brandeinsätzen, zu 2273 technischen Hilfeleistungen, zu 207 Sicherheitswachen, zu 230 Fehlalarmen und zu 298 First-Responder-Einsätzen (qualifizierter Ersthelfer).

Viele Wohnungsöffnungen

Bei der Analyse der Einzeleinsätze bemerkt Stefan eine Zunahme an Wohnungsöffnungen – etwa wenn jemand gestürzt ist und selbst via Telefon Hilfe erbittet. Freilich gebe es auch zunehmend Wohnungsöffnungen, bei denen der Betreffende seit einer Woche oder noch länger sicher nicht mehr habe telefonieren können. Immer öfter werde die Feuerwehr auch zu Rettungseinsätzen gerufen. Das liege daran, dass die Wehr oft schneller vor Ort sein könne, aber auch daran, dass es bei den Rettungsdiensten „kein Auto zu viel“ gebe. Das funktioniere aber.

Der mit der Ausbildung von Feuerwehrleuten betraute Kreisbrandinspektor Jörg Ramel berichtete von verschiedenen Lehrgängen mit insgesamt über 1000 Teilnehmern – darunter erstmals eine Ausbildung für Führungsassistenten. Ziel: Der jeweilige Einsatzleiter soll von der Dokumentation eines Geschehnisses entbunden werden, damit er sich voll auf seine Aufgabe konzentrieren kann. Ramel berichtete außerdem, dass es bereits viele Anmeldungen für die wieder geplanten Übungen im Brandcontainer gebe.

Ehrung für Wissenstest

Geehrt wurden im Rahmen des Neujahrsempfangs auch wieder diejenigen Jugendlichen, die die Stufe 4 beim Feuerwehr-Wissenstest erklommen haben. Dies sind Tobias Reimer, Louis Straßer, Ralph Vonhausen (Aich), Tobias Rappold (Emmering), Anne Biesemeier, Franziska Prinz (Esting), Silas Hölscher, Lukas Wasserbäch (Geiselbullach), Pedro Miguel da Silva Hasselbach, Niklas Eisenhut, Marco Sieghart, Elias Wilbert (Gernlinden), Julius Bayer, Vinzenz Bschorer, Ludwig Gast, Mamas Langenberg, Manuel Lindenschmidt, Paul Löffler, Felix Müller, Alexandra Selina Redlich (Gröbenzell), Tim Knüpfer, Julian Putz (Olching), Nathalie Haaß, Franziska Manhart und Justin Rodewald (Puchheim-Ort). Hubert Stefans Fazit: „Wir stehen gut da.“  

Das Problem mit dem Notfall-Lager

Auch das geplante Notfall-Lager der Feuerwehr in der Gemeinde Eichenau war ein Thema beim Neujahrsempfang. Das Problem: Die Gemeinde Eichenau verlangt ein begrüntes Flachdach, womit der Kreistag nicht einverstanden ist. Kreisbrandrat Hubert Stefan hofft nun, dass doch noch eine Lösung gefunden wird. Er sieht es pragmatisch: „Unsere Anforderung an ein Dach ist: Es soll nicht reinregnen.“ Stefan erzählte auch von der Suche nach anderen Standorten. Hierbei habe sich nichts geeignetes ergeben, weder in der Brucker Hasenheide, noch am Fliegerhorst, wo ein Teil des Lagers derzeit trotz der Vertragskündigung aus dem Jahr 2015 noch untergebracht ist. „Wir sind geduldet.“ Stefan appellierte: das Problem mit dem Dach müsse man doch lösen können.

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