Nur noch mit Test zum Friseur: Doch Innungs-Obermeisterin Bettina Zellhuber ist froh überhaupt weiter arbeiten zu dürfen
+
Nur noch mit Test zum Friseur: Doch Innungs-Obermeisterin Bettina Zellhuber ist froh überhaupt weiter arbeiten zu dürfen

Pandemie

Reaktionen auf Bundesgesetz: Von der Notbremse überrumpelt

  • Thomas Benedikt
    vonThomas Benedikt
    schließen

Seit Freitag gelten wegen der Bundesnotbremse teils wieder strengere Corona-Regeln. Sie traten von einem Tag auf den anderen in Kraft. Mit einigen hatte niemand gerechnet. Einzelhändler, Gärtnereien und Friseure fühlen sich völlig überrumpelt.

Fürstenfeldbruck – „Die Verwirrung ist groß“, sagt Nadine Klinder vom Stadtmarketing Olching. Den ganzen Tag über habe sie Anrufe von Geschäftsinhabern erhalten, die wissen wollten, was denn nun tatsächlich gelte. Bei einigen war die Unsicherheit so groß, dass sie ihren Laden schlossen, obwohl sie hätten öffnen dürfen. „Ein Desaster für den Einzelhandel“, sagt Klinder. Allerdings räumt sie ein, dass die Zahl der gebuchten Termine schon seit der Einführung der Testpflicht massiv zurückgegangen sei.

Absagen bei Friseuren

Weiter öffnen dürfen die Friseure. Jedoch nur mit negativem Testergebnis und FFP2-Maskenpflicht für die Friseure selbst. Innungs-Obermeisterin Bettina Zellhuber ist froh überhaupt noch arbeiten zu dürfen. Doch sie sagt auch: „Die Friseure haben Angst, dass es Absagen hagelt.“ Sie selbst habe bisher vereinzelt Termine streichen müssen. Andere Salons berichten von zahlreichen Absagen. Zellhuber glaubt, dass sich das aber noch legen wird. „Man muss den Kunden Zeit geben, dass sich die Organisation einspielt.“ Der Schnelltest für den Friseur könnte auch für andere Besorgungen genutzt werden.
Dass sie nun selbst den ganzen Tag eine FFP2-Maske tragen muss, will die Friseur-Meisterin nicht dramatisieren. Viele Kollegen hätten es zum eigenen Schutz bereits so gehandhabt. Zellhuber plant ab sofort mehr Pausen für sich und ihr Team, in denen man die Maske auch abnehmen kann.

Gärtner trifft es hart

Ein besonders harter Schlag sind die neuen Corona-Regeln für Gärtnereien. „Bei uns hätte dieses Wochenende eigentlich der große Abverkauf begonnen“, sagt Gisela Wendlinger, Inhaberin der Gärtnerei Baumeister in Gröbenzell. Die kommenden fünf bis sechs Wochen seien mitentscheidend für das Jahres-Geschäft. Das fällt nun ins Wasser. Click and Collect funktioniere in Gärtnereien nicht überall, so Wendlinger. Erde oder Dünger könne man bestellen, die passenden Blumen für den Balkon aussuchen, das sei ohne das Erlebnis vor Ort schwierig. „Umso mehr schmerzt es dann zu sehen, wie sich die Menschen um die Blumen im Supermarkt drängen.“, Diese dürfen weiter normal öffnen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare