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Wasserwacht seit 75 Jahren im Einsatz - das wird jetzt gefeiert

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Diese Ausstattung wäre heute für eine Wasserwacht undenkbar. Im Juni 1956 verfügte die Ortsgruppe über folgendes Material: ein Sporttauchgerät, ein Fernglas, ein Schwimmbrett, eine Wolldecke, vier Wasserwachtmützen und einen Wimpel
Diese Ausstattung wäre heute für eine Wasserwacht undenkbar. Im Juni 1956 verfügte die Ortsgruppe über folgendes Material: ein Sporttauchgerät, ein Fernglas, ein Schwimmbrett, eine Wolldecke, vier Wasserwachtmützen und einen Wimpel. © mm

Seit 75 Jahren sorgt die Wasserwacht Fürstenfeldbruck für Sicherheit an den Seen. 24 Mitglieder waren zu Beginn dabei. Inzwischen ist die Ortsgruppe viel größer geworden und kümmert sich um die Sicherheit am See, aber auch um die Ausbildung.

Fürstenfeldbruck – Ihren runden Geburtstag feiert die Ortsgruppe am Samstag mit einem großen Familienfest.

Zwei Monate nach dem Ende des Dritten Reichs erteilte die amerikanische Militärverwaltung dem Bayerischen Roten Kreuz (BRK) den Auftrag, sich zu formieren und wieder Unfallrettungsdienste – unter anderem auch am Wasser – aufzunehmen. Das war der Startschuss für die Gründung der Brucker Wasserwacht. Im Gründungsjahr 1947 zählte sie stolze 24 aktive Mitglieder. Die Heimat des Vereins war zu der Zeit das sogenannte „Familienbad Fürstenfeldbruck“, das spätere Amperbad. Erster Abteilungs- und Ortsgruppenleiter war Christoph „Gustl“ Sparschuh.

Die Aufgaben

„Wir sind alle ehrenamtlich, unentgeltlich und ausschließlich in unserer Freizeit für die Wasserwacht tätig“, sagt der stellvertretende Jugendleiter Theo Bärmann. Die Wasserwacht gehöre zum BRK und sichere mit ihren Wachstationen die Badegewässer. „Wir leisten einen großen Beitrag zur Sicherheit am und im Wasser durch die Ausbildung von Nichtschwimmern zu Schwimmern oder Rettungsschwimmern sowie durch die Vermittlung von Kenntnissen zur Gefahrenerkennung und -verhütung“, fasst Bärmann die Aufgaben der Wasserwacht zusammen. Die Ausstattung, die dem Team zur Verfügung steht, ist in 75 Jahren viel moderner geworden.

Kleine Ausstattung

Ein Jahr bevor die Brucker Wasserwacht ihr zehnjähriges Bestehen im städtischen Amperbad mit vielen Schauvorführungen vor Hunderten von Zuschauern feierte, verfügte die Ortsgruppe gerade einmal über ein Sporttauchgerät, ein Fernglas, ein Schwimmbrett, eine Wolldecke, vier Wasserwachtmützen und einen Wimpel. Doch das wurde rasch mehr. Denn die Wasserwacht erfreute sich regen Zulaufs. 1961 zählte die Ortsgruppe bereits 60 Mitglieder.

Mitgliederschub

Im Jahr 1967 wurden 1612 Einsatzstunden und 46 Hilfeleistungen von den Mitgliedern erbracht. Ende der 1960er-Jahre war der Verein auf 170 Mitglieder angewachsen, zehn Jahre später waren es schon 557. Auch in Olching, Germering und Grafrath gründeten sich Wasserwacht-Ortsgruppen. In Germering wurde erstmals ein oberbayerischer Rettungsschwimm-Wettbewerb für Jugendliche durchgeführt, zwei Jahre später fand der Wettbewerb in der Kreisstadt statt. Anlässlich dem deutschlandweiten Jubiläum „100 Jahre Wasserwacht“ gab es eine einmonatige Ausstellung zu dem Thema in der Sparkasse.

Ans Pucher Meer

Als die Wasserwacht 1991 ihren Sitz vom Amperbad ans Pucher Meer verlegte, zählte der Verein 662 Mitglieder, darunter 274 Jugendliche bis 16 Jahre. In dem neuangelegten Erholungsgebiet am Pucher Meer feierte die Ortsgruppe ihr 50-jähriges Bestehen.

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Eng mit der Geschichte der Ortsgruppe verbunden ist der Name Karl Bärmann. Der heutige Ehrenvorsitzende leitete viele Jahre die Geschicke der Wasserwacht – von 1973 bis 1993 sowie 1998 bis 2003 als Vorstand und von 1993 bis 1998 als Stellvertreter.

Aktuell wird die Brucker Wasserwacht von der Vorsitzenden Diana Kleemann geführt. Ihr zur Seite stehen mit Markus Leitner und Fabian Keller zwei Stellvertreter. Der Technische Leiter ist Matthias Schedlbauer. Er wird gleich von drei Stellvertretern unterstützt: Andreas Naumann koordiniert die Einsatzdienste, Stephan Hein ist für das Schwimmen/Rettungsschwimmen im Verein zuständig und Noah Pfend kümmert sich um das Sanitätswesen. Jugendleiterin ist Romana Gattermann, ihre Vertreter Theo Bärmann und Maja Huber. Dazu kommt noch Kassiererin Indira Pfend.

Die Geburtstagsparty

Der runde Geburtstag wird am Samstag, 24. September, groß gefeiert. „Von 13 bis 16 Uhr laden wir alle zu einem öffentlichen Familienfest ein“, informiert Theo Bärmann. Mit Hüpfburg, Steinbemal-Station, Glitzer-Tattoos-Station, einer Schaumkuss-Schleuder und dem Spielemobil des Kreisjugendrings wird den Kindern viel geboten. Zudem findet eine Schau mit Wasserwachtfahrzeugen aus dem Landkreis statt. Man kann die Wasserwacht-Station mit einem historischen Rückblick über die 75 Jahre Ortsgruppe Bruck besichtigen. „Ein Höhepunkt ist die um 14 Uhr beginnende große Wasserwacht-Schauübung, wo ein realer Einsatz vom Notruf bis zum Abtransport der Geretteten simuliert wird“, erzählt Bärmann. Hier beteiligen sich einige Ortsgruppen aus dem Landkreis. Ab 19 Uhr findet dann eine Feier mit geladenen Gästen statt. (Dieter Metzler)

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